- 08.09.2010, 12:00:11
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Diabetes Dunkelziffer von 30% verursacht unnötiges Leid und Kosten - BILD

Wien (OTS) - Schätzungen zur Prävalenz des Diabetes für das Jahr
2010 ergeben ca. 285 Millionen Erkrankte weltweit. In Österreich sind
rund 600.000 Menschen an Diabetes mellitus erkrankt. Davon sind
gegenwärtig nur 420.000 diagnostiziert. Das heißt, 180.000
Betroffene, rund 30 Prozent, wissen noch nichts von ihrer Erkrankung.
Wird der Diabetes erstmalig diagnostiziert, bestehen in Österreich
bei bereits etwa 20% der klinischen Neumanifestationen diabetische
Folgeerkrankungen wie z.B. Schäden an der Augennetzhaut. Je früher
die Erkennung der Erkrankung erfolgt, desto mehr Schädigungen können
verhindert werden, die bekanntermaßen Augen, Nieren, Nerven sowie
Gefäße (Herzinfarkt, Schlaganfall, etc.) betreffen.
Eine verstärkte Beschäftigung mit dem Thema ist daher
unumgänglich. Neben einer möglichst frühen Entdeckung und Behandlung
der Erkrankung gilt es, Ansätze in der Prävention zu unterstützen.
Übergewicht und Bewegungsarmut stellen bereits bei Schulkindern die
Weichen zur Entwicklung eines Diabetes. Während nur 3% aller
Normalgewichtigen an Diabetes erkranken, liegt der Anteil der
Übergewichtigen bei 9%, bei Menschen mit Adipositas sogar bei 15%.
Höhere Bewusstseinsbildung
Mehr Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung wäre durch eine
Initiative, ähnlich den bereits vor Jahren durchgeführten PR-Aktionen
"Schach dem Herztod" oder "Cholesterin 200", zu erreichen. Die ÖDG
startet eine Aufklärungskampagne, welche der Bevölkerung die
wichtigsten Symptome zur Erkennung eines Diabetes nahebringt. Die
Kampagne beinhaltet eine Plakataktion gemeinsam mit der
Weltdiabetesgesellschaft IDF (International Diabetes Federation),
womit insbesondere Risikopersonen besser erreicht werden sollen. Die
Plakate mit den Symptomen häufiger Harndrang, Antriebslosigkeit,
Gewichtsverlust und übermäßiger Durst werden im öffentlichen Raum, in
öffentlichen Verkehrsmitteln, in Ämtern, in Apotheken, bei Ärzten,
etc. platziert, um möglichst viele Personen anzusprechen und können
unter [email protected] bestellt werden
Weitere wichtige Warnsignale und erste Symptome sind: Juckreiz,
Sehstörungen, unregelmäßige Periodenblutung bei Frauen, Abnehmen von
Libido und Potenz bei Männern, erhöhte Infektanfälligkeit, schlechte
Wundheilung und Hautinfektionen.
Ziel ist es, für die Diagnose Diabetes bzw. deren Ausschluss zu
sensibilisieren und damit die Dunkelziffer an bisher unerkannt
Erkrankten zu senken. So werden Krankheitsverläufe und deren Folgen
gemildert und letztlich auch Kosten für die Behandlung von
Komplikationen reduziert.
Förderung der Bewegung
Um eine Verringerung der Diabeteshäufigkeit zu erreichen, sind
neben der Information und Aufklärung zudem neue Ansätze zur Förderung
der Bewegung und gesunder Ernährung nötig. Diese reichen von einem
Städtebau, der Bewegung und Sport begünstigt, über die
Lebensmittelindustrie, das Problem des zuletzt eher reduzierten
Bewegungsangebotes in den Schulen bis hin zum "Sport auf Rezept". Der
vom Gesundheitsministerium initiierte "Aktionsplan Ernährung" sollte
durch eine Initiative zur Bewegung ergänzt werden - letztere bringt
für sich alleine betrachtet mehr Gewichts-reduktion und positive
Beeinflussung des Stoffwechsels.
Der ÖDG-Nordic City Walk am 17. Oktober ist ein
öffentlichkeitswirksamer Beitrag dazu. Er findet heuer bereits zum
5.Mal im Wiener Prater statt und konnte seit dem letztem Jahr mit
Unterstützung der Sportunion Österreich auch auf Standorte in allen
Bundesländern ausgedehnt werden. Im Wiener Prater startet der Walk um
10.00 Uhr, in Graz, Salzburg, Klagenfurt, Eisenstadt, Purgstall,
Gmunden, Schwaz und Feldkirch-Altenstadt um 14.00 Uhr.
Neue Diabetes Strukturen, DMP
In der Verbesserung der Betreuung bereits erkrankter Personen gilt
es, kürzlich geschaffene Strukturen wie das Disease Management
Programm (DMP) "Therapie aktiv" für Personen mit Typ 2 Diabetes
stärker zu nutzen. Dazu fordert die ÖDG eine Koordination der zurzeit
in manchen Bundesländern nur zaghaft anlaufenden Beteiligung an
diesem Programm und drängt auf deren gesundheitspolitisch bedeutende
Umsetzung. Sowohl die Reduktion akuter als auch chronischer
Diabetesfolgen sowie deren Kosten können damit positiv beeinflusst
werden. Daten dazu liefern erste Ergebnisse der Umsetzung in der 1.
Ebene (Ärzte für Allgemeinmedizin und Internisten), eine Studie in
Salzburg und eine Evaluierung in der Steiermark. Regelmäßige
präventive Augen- und Fußuntersuchungen konnten deutlich gesteigert
und Parameter zur Verbesserung der Stoffwechsellage wie HbA1c und
Blutfette bereits nach 1 Jahr gebessert werden. Eine eigene
Fortbildung für DMP-Ärzte wird dazu ab sofort bei jeder Jahrestagung
der ÖDG angeboten.
Die Entwicklung der 2. Ebene - die Ausbildung von spezialisierten
Internisten und der Ausbau von Krankenhausambulanzen mit besonderem
Augenmerk auf Fußsprechstunden - steht nun an. Als besonders wichtig
erscheint der ÖDG, Ausbildungsstellen für das Zusatzfach
Endokrinologie und Stoffwechsel zu erhalten bzw. zu vermehren. Damit
in Verbindung steht die Besetzung von mehr leitenden Positionen
(Primarärzte, Chefärzte) mit dieser Ausbildung, als dies in den
letzten Jahren der Fall war. Ohne Expertise und Interesse zum bzw.
für den Diabetes wird eine qualitativ hochstehende
Patienten-Versorgung nicht erreichbar sein.
Adäquate Ressourcen für die Blutzuckerselbstkontrolle erforderlich
Die sogenannte Blutzuckerselbstkontrolle (BZSK) soll für jeden
Patienten mit Diabetes mellitus zur Verfügung stehen. Durch BZSK
werden folgende Ziele verfolgt:
- verbesserter Outcome (Senkung des HbA1c)
- erhöhte Sicherheit (Reduktion von Hypoglykämien)
- verbesserte Krankheitsbewältigung (Empowerment)
Die dafür notwendige Ausweitung der Blutzuckerselbstmessung wird
vom Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger
derzeit jedoch abgelehnt. Ein Schritt in die falsche Richtung.
Weltdiabetestag, 14. November
Um noch mehr Aufmerksamkeit für die Beschäftigung mit Prävention
und Therapie des Diabetes zu wecken, werden am Weltdiabetestag heuer
in Österreich gemeinsam mit vielen anderen Ländern weltweit
bedeutende Gebäude, Sehenswürdigkeiten, etc. blau beuchtet. Viele
Städte und Gemeindem haben bereits Vorbereitungen dazu getroffen und
wirken dabei gemeinsam mit den lokalen Medien bewusstseinsbildend.
Blau ist die Farbe des universellen Diabetessymbols, des "blue
circle" der IDF, welcher alle mit dem Diabetes in Zusammenhang
stehenden nichtkommerziellen Aktionen als "unite for diabetes"
vereint.
Die UNO hat aufgrund der zunehmenden Zahl an global Betroffenen
gemeinsam mit der WHO in ihrer Resolution 61/225 im Jahr 2006 den
Weltdiabetestag zu einem "United Nations Day" erhoben, der fortan
jährlich an dieses wichtige Thema erinnern.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Martschin & Partner, Anja Kessler
Albertgasse 1a, A-1080 Wien
Tel.: +43/1/409 77 20 DW 30
Mail: [email protected], www.martschin.com
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