St. Pölten (OTS/NLK) - Anlässlich des weltweiten, von der UNESCO
ins Leben gerufenen Weltalphabetisierungstages am heutigen 8.
September erinnert der niederösterreichische
Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka als Initiator
von "Zeit Punkt Lesen - Leseland Niederösterreich" an die Wichtigkeit
der Lesekompetenz. "Funktionalen und sekundären Analphabetismus gibt
es auch in Österreich. Als vorbeugende Maßnahme ist es wichtig,
bereits ab dem Vorschulalter das Erlernen des Lesens und den Erwerb
von Lesekompetenz zu unterstützen. Einen maßgeblichen Beitrag dazu
leistet ?Zeit Punkt Lesen?. Mit ihren Projekten erhöht die Initiative
die Chancen von Kindern und Jugendlichen im späteren Leben", so
Sobotka, der auch betont, dass es dabei nicht nur um das Lesen an
sich, sondern um das Verstehen von Zeichen und Symbolen unserer Welt
gehe.
Die seit 2007 bestehende Initiative "Zeit Punkt Lesen - Leseland
Niederösterreich" zielt auf die Unterstützung von Kindern und
Jugendlichen beim Erwerb von Lesekompetenz ab, diverse Maßnahmen
sollen das Entstehen von funktionalem Analphabetismus gar nicht erst
zulassen. Zu diesen Maßnahmen oder Projekten gehört das im Februar
2010 ins Leben gerufene "Lesepuzzle Achtung, Fertig, Lies!", bei dem
VolksschülerInnen mittels Rätselaufgaben, Bildergeschichten, Rollen-
und Wortspielen fünf Themengebiete erforschen, entdecken und
entschlüsseln können. Im vergangenen halben Jahr waren die insgesamt
drei leseanimativen Spiele bereits in 39 niederösterreichischen
Volksschulen im Einsatz, rund 4.900 Kinder zwischen sechs und zehn
Jahren haben damit die Welt "gelesen". Die zweite Tour der
Lesepuzzles startet kommenden Montag, 13. September, in St. Pölten,
Wartmannstetten und Rastenfeld. Alle niederösterreichischen
Volksschulen können das Lesepuzzle kostenlos für den Unterricht
buchen. Ein weiteres Projekt trägt den Titel "Ansichtssache" und vom
18. bis zum 21. November wird "Zeit Punkt Lesen" mit seinem
"Buchstabenmeer" bei der Buch Wien vertreten sein. Ebenfalls im
November wird wieder die Aktion "Das Lieblingsbuch der
NiederösterreicherInnen" durchgeführt.
Auf 600.000 bis 700.000 Menschen oder mindestens 10 Prozent der in
Frage kommenden Bevölkerung schätzt das Netzwerk Basisbildung und
Alphabetisierung in Österreich die Gruppe funktionaler
AnalphabetInnen. Das Problem mangelnder Lese- und Schreibfähigkeit
beginnt bereits bei Kindern und Jugendlichen: Unter Österreichs
SchülerInnen im Alter von 15 bzw. 16 Jahren beträgt laut PISA-Studie
2006 die Risikogruppe, die gegen Ende der Pflichtschulzeit nur
unzureichend sinnerfassend lesen kann, 22 Prozent. Von den
VolksschülerInnen der vierten Klasse haben laut aktuellem PIRLS-Test
in Österreich 16 Prozent Mühe, einfache Leseaufgaben zu lösen.
Umgelegt auf Niederösterreich bedeutet das, dass im Schuljahr
2008/2009 knapp 4.000 SchülerInnen der 9. Schulstufe der so genannten
"Lese-Risikogruppe" angehörten.
Weltweit schätzt die UNESCO die Gruppe primärer AnalphabetInnen
auf etwa 780 Millionen Menschen, zwei Drittel davon sind Frauen,
Menschen in Entwicklungsländern sind speziell betroffen. Für die
EU-Länder schätzte das Europäische Parlament 2001 die Rate des
funktionalen Analphabetismus auf 10 bis 20 Prozent.
Nähere Informationen: Büro LH-Stv. Sobotka, Mag. Eberhard
Blumenthal, Telefon 02742/9005-12221 e-mail
eberhard.blumenthal@noel.gv.at bzw. TronnCom - Büro für
Kommunikation, Roman Tronner, Telefon 0699/16413195, e-mail
office@tronncom.cc.
Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
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Tel.: 02742/9005-12156
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OTS0124 2010-09-08/11:22
081122 Sep 10
NLK0001 0485