• 08.09.2010, 10:56:49
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  • OTS0101 OTW0101

Diabetes im Vormarsch: Sozialversicherung setzt auf verbesserte Betreuung der PatientenInnen durch das Programm "Therapie aktiv"

Wien (OTS) - Der Anstieg von Diabeteserkrankungen stellt eine
große Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Risikofaktoren
wie Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung tragen
maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Um der zunehmenden
Krankheitslast entgegen zu wirken, braucht es einerseits eine
ausgeweitete Gesundheitsförderung und Prävention, und andererseits
eine verbesserte Betreuung der DiabetikerInnen in Österreich.

Richtig Vorsorgen

Zur Abschätzung des individuellen Diabetesrisikos besteht im Rahmen
der Vorsorgeuntersuchung für jede/n Österreicher/in ab dem
vollendeten 18. Lebensjahr einmal jährlich die Möglichkeit, die
persönlichen Risikofaktoren zu überprüfen und eine
Blutzuckerbestim-mung durchführen zu lassen. Wenn der Wert im
Normalbereich liegt, ist eine Wiederholung der Untersuchung im
Abstand von zwei bis drei Jahren ausreichend.

Verbesserte Betreuung durch das Programm Therapie aktiv

Für einen günstigen Krankheitsverlauf bei Diabetes mellitus Typ 2
PatientInnen ist eine umfassende und regelmäßige Betreuung
entscheidend. Als Antwort auf die Herausforderungen wurde von der
österreichischen Sozialversicherung in Kooperation mit dem
Bundesministerium für Gesundheit, der österreichischen
Diabetesgesellschaft, der österreichischen Ärztekammer sowie anderer
an der Diabetesbetreuung beteiligter Fachgesellschaften, das Disease
Management Programm (DMP) "Therapie Aktiv" entwickelt.
Für Betroffene bietet "Therapie Aktiv" intensive Betreuung durch den
Hausarzt/die Hausärztin in Form regelmäßiger Kontrollen und damit der
Möglichkeit der zeitgerechten Planung und Durchführung erforderlicher
Untersuchungen. Behandlungsanpassungen können so rechtzeitig
vorgenommen, Nebenwirkungen und Stoffwechselentgleisungen vermieden
werden. "Therapie Aktiv"-PatientInnen werden im täglichen Umgang mit
ihrer Krankheit geschult und befähigt, sich aktiv in die Betreuung
einzubringen. Die Lebensqualität von DiabetikerInnen steigt so
spürbar. Langfristig sollen durch "Therapie Aktiv" Spätschäden
verhindert werden, um ein längeres Leben in Wohlbefinden zu
ermöglichen.
Internationale Erkenntnisse belegen die Wichtigkeit und den Nutzen
strukturierter Betreuungsprogramme. Vergleichbare Programme werden in
sämtlichen modernen Gesundheitssystemen betrieben. Bei "Therapie
Aktiv" handelt es sich um ein aktivierendes Programm für
Diabetikerlnnen, bei dem die Betroffenen zu Beteiligten werden.
Derzeit nehmen rund 20.000 DiabetikerInnen österreichweit an
"Therapie Aktiv" teil. Erste Auswertungen zeigen, dass Verbesserungen
für die PatientInnen bereits innerhalb kurzer Zeit erreicht werden.
Zusätzlich belegt eine PatientInnenbefragung, dass sich Therapie
Aktiv-PatientInnen wesentlich besser betreut fühlen. Im Zuge der
Qualitätsentwicklungsvereinbarung im Kassenkonsolidierungspaket haben
Sozialversicherung und die österreichische Ärztekammer vereinbart,
beim Auf- und Ausbau von Disease Management Programmen, inklusive
"Therapie Aktiv", zusammenzuarbeiten.

Derzeit kein belegter Nutzen von Selbstmessungen

Drei aktuelle, unabhängig voneinander durchgeführte systematische
Analysen der verfügbaren Literatur durch international anerkannte
Institute in Deutschland, Kanada und Großbritannien können leider
keinen Nutzen einer Blutzuckerselbstmessung für PatientInnen mit
Diabetes mellitus Typ 2, die nicht mit Insulin behandelt werden,
nachweisen. Breit angelegte epidemiologische Studien zeigen keinen
Zusammenhang zwischen einer langfristigen Blutzucker- oder
Urinzuckerselbstmessung und der Morbidität oder Mortalität. Der
Forderung der österreichischen Diabetesgesellschaft nach einer
Blutzucker- sowie Urinzuckerselbstmessung für alle DiabetikerInnen
kann daher von Seiten der Sozialversicherung nicht unterstützt
werden.

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen,
sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und
eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen
Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte
Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird
beim Arzt durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als
Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt
aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten bzw.
einer Patientin und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband
der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das
organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und
Pensionsversicherung Österreichs.

Rückfragehinweis:
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71132-1120
mailto:[email protected]
http://www.sozialversicherung.at

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