• 07.09.2010, 14:00:10
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Tumpel zu OECD-Bildungsbericht: Investitionen in Bildung jetzt

Österreich fällt in OECD-Schnitt weiter zurück - Bildungsreform überfällig

Wien (OTS) - "Bildung zahlt sich aus - für den Einzelnen und für
den Staat", sagt AK Präsident Herbert Tumpel mit Verweis auf die
heute veröffentlichte OECD-Studie "Bildung auf einen Blick". Die
Studie zeigt, dass der Staat durch Sozialabgaben und Steuern ein
Vielfaches seiner Bildungsinvestitionen wieder hereinbekommt. "Das
macht klar, dass die Mittel deutlich effizienter verwendet werden
müssen. In wichtigen Zukunftsbereichen wie Bildung und Forschung muss
genug Geld vorhanden sein und die Qualität ausgeweitet werden, denn
gerade in der Krise sind gut gebildete Menschen zentral", so Tumpel.
Dabei besteht in Österreich aber noch massiver Nachholbedarf.

Im Jahr 2008 nahmen nur 79 Prozent der 15 bis 19 Jährigen an einer
Form von Ausbildung teil. Österreich liegt hier unter dem
OECD-Durchschnitt mit 92 Prozent. Bei den 20 bis 29 Jährigen sind es
22 Prozent, die in einer Ausbildung stehen, auch das ist weit unter
dem OECD-Durchschnitt mit 25 Prozent. "Hier muss sich endlich etwas
tun - niemand sollte ohne Ausbildung aus dem Schulsystem
ausscheiden", betont Tumpel.

Bei der AkademikerInnenquote ist der Nachteil Österreichs im
Vergleich mit der OECD besonders alarmierend. Wenn man die bereinigte
Studienabschlussquote eines Altersjahrgangs, also jene Quote ohne
ausländische Studierende heranzieht, befindet sich Österreich mit nur
22,5 Prozent auf dem fünft schlechtesten Platz innerhalb der OECD.
Nur die Türkei, Mexiko, Chile und Griechenland haben noch niedrigere
AkademikerInnenquoten. "Wir brauchen mehr statt weniger
Akademikerinnen und Akademiker. Zugangsbeschränkungen wären also der
falsche Weg. Stattdessen wäre es höchst an der Zeit die Universitäten
mit ausreichend budgetären Mitteln auszustatten, den
Fachhochschulsektor auszubauen und das Stipendiensystem auszuweiten,
denn Bildung steht allen zu", so Tumpel.

Die AK fordert daher dringende Reformen im Bildungsbereich:
+ eine gemeinsame Schule im Bereich der Mittelstufe (AHS und
Hauptschule) als Ziel für alle Kinder,
+ verstärkten Ausbau der Ganztagsbetreuungsangebote und individuelle
Förderung für alle Kinder,
+ eine Ausbildungsgarantie im Bereich der berufsbildenden Schulen,
+ freien Zugang zu Hochschulbildung, der von sozialen Maßnahmen
(Schülerbeihilfen, Studienbeihilfen etc.) flankiert sein muss,
+ und die ausufernden privaten Ausgaben für Bildung (zB Nachhilfe)
müssen durch Reformen wie Kurssystem statt Sitzenbleiben, ein Recht
auf Förderunterricht und Ganztagsbetreuung eingedämmt werden.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Mag.a Olivia Weiss
Tel.: (+43-1) 501 65 2641; mobil: (+43) 664 845 42 14
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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