- 06.09.2010, 13:03:30
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Inakzeptable Strafe für japanische Walschützer
Greenpeace legt Berufung gegen empörendes Urteil ein
Aomori/Wien (OTS) - Heute verurteilte das Gericht in der
japanischen Stadt Aomori die beiden Greenpeace-Walschützer Junichi
Sato und Toru Suzuki zu einem Jahr Haft, für drei Jahre auf Bewährung
ausgesetzt. Damit verlassen die Greenpeace-Aktivisten den
Gerichtssaal zwar als freie Männer, doch es bleibt ein mehr als
schaler Nachgeschmack in Bezug auf das Verfahren: Das Urteil gilt als
Strafe für Diebstahl und Hausfriedensbruch und stellt damit eine
völlig inakzeptable Entscheidung dar, wogegen Greenpeace heute noch
Berufung einlegen wird.
"In Wahrheit ist dieses Urteil ein Diebstahl von Menschenrechten
und ein Hausfriedensbruch gegen jede funktionierende Demokratie",
kommentiert Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace
International, das empörende Urteil der Richter.
Die Greenpeace-Mitarbeiter Junichi Sato und Toru hatten einen
weitreichenden illegalen Handel mit Walfleisch auf Seiten der
japanischen Fangflotte aufgedeckt, woraufhin die Staatsanwaltschaft
ein ausschließlich politisch motiviertes Gerichtsverfahren mit dem
Vorwurf des Diebstahls und des Hausfriedensbruchs eröffnete. Und das,
obwohl Japan bereits mit der Verhaftung der beiden
Greenpeace-Aktivisten dem UN-Menschenrechtsrat UNHCR zufolge gegen
international garantiertes Recht verstoßen hatte.
"Das japanische Gericht hätte die Korruption in der
Walfangindustrie verurteilen müssen, nicht den mutigen Einsatz zum
Schutz der Wale. Es ist unglaublich, dass die von Greenpeace
vorgelegte Beweiskette vom Gericht komplett ignoriert wurde",
kritisiert Antje Helms, Meeresexpertin von Greenpeace in Österreich.
Greenpeace hat der japanischen Staatsanwaltschaft in den letzten
zwei Jahren zahlreiche Beweise und Zeugenaussagen über
Unterschlagungen von Walfleisch durch Besatzungsmit-glieder der
Fangflotte vorgelegt. Zudem dokumentierten die Greenpeace-Aktivisten
das Verladen von geschmuggeltem Walfleisch durch die Firma Kyodo
Sempaku. Einer der sichergestellten Kartons enthielt über 23
Kilogramm gesalzenes Walfleisch mit einem Markt-wert von an die 3.000
US-Dollar. Zeugenaussagen zufolge hätten einzelne Crew-Mitglieder bis
zu zwanzig solcher Kartons an Land geschmuggelt, was seit Jahren
Praxis gewesen wäre, wie zu Protokoll gegeben wurde.
Die Jagd auf Meeressäuger im antarktischen Walschutz-Gebiet gilt
seit langem schon als kommerzielle Unternehmung und hat die
Glaubwürdigkeit Japans weltweit in Misskredit gezogen. Dennoch werden
sich im November erneut Vertreter jener Nationen, die den Wal-fang
befürworten, im japanischen Shimonoseki treffen, um über Strategien
zur Rückkehr zum kommerziellen Walfang zu beraten. Greenpeace fordert
hingegen die Einstellung des Wal-fangs und auch eine umfassende
Neuuntersuchung der Korruption innerhalb der japanischen
Walfangindustrie.
Rückfragehinweis:
Antje Helms, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-2148952
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