- 03.09.2010, 13:41:31
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Schulbeginn: Weiterer Schülerrückgang - weniger Klassen
Bildungsreferent Scheuch: Bildungspolitische Strukturreform greift
Klagenfurt (OTS) - Auch das kommende Schuljahr bringt im
Pflichtschulbereich einen weiteren Rückgang der Schülerzahlen und -
heuer erstmals deutlich merkbar - eine geringere Anzahl an Klassen.
Das gab Bildungsreferent DI Uwe Scheuch heute im Zuge einer
Pressekonferenz bekannt. "Die Anstrengungen zu Strukturreformen in
Kärnten beginnen zu greifen", sagt Scheuch. Die Anzahl der
"Überhanglehrer" konnte heuer erstmals seit Jahren reduziert werden,
ohne dass es zu Qualitätseinbußen im Bildungsbereich kommt. "Außerdem
haben unsere Projekte zur außerschulischen Betreuung wie z. B. die
Sommerakademie den Eltern viel Geld gespart", so Scheuch.
Im Detail wurden folgende Eckzahlen für das kommende Schuljahr
2010/11 präsentiert. (In Klammer das Schuljahr 2009/10)
Volksschulen
244 (251) Direktionsstandorte, 32 (32) Expositurstandorte, 1.293
(1.351) Klassen, 20.858 (21.143) Schüler, davon 5.647 (5.572)
Tafelklassler
Hauptschulen
67 (70) Direktionsstandorte, 1 (1) Expositurstandorte, 737 (756)
Klassen, 15.016 (15.696) Schüler
Polytechnische Schulen
8 (8) Direktionsstandorte, 38 (40) Klassen, 897 (882) Schüler
Sonderschulen
14 (15) Direktionsstandorte, 87 (105) Klassen, 560 (645) Schüler
Ingesamt
333 (344) Direktionsstandorte, 33 (33) Expositurstandorte, 2.155
(2.252) Klassen, 37.331 (38.366) Schüler, davon 5.647 Tafelklassler
"Auch letztes Jahr hatten wir einen massiven Rückgang bei den
Schülerzahlen um rd. 1200 Schüler, der sich allerdings nicht in
weniger Klassen niedergeschlagen hat. Heuer haben wir in diesem
Bereich auf größere Effizienz geachtet und tatsächlich bei einem
Schülerrückgang um 1035 Schüler auch eine Reduktion von 97 Klassen
erreicht. Das bedeutet, dass wir mehr pädagogischen Spielraum in
betreuungsintensiveren Bereichen haben", zeigt sich Scheuch erfreut.
Im Österreichvergleich liege man bei den Klassenschüleranzahlen nach
wie vor im unteren Durchschnitt.
An Standortveränderungen gebe es 3 aufgelassene Expositurklassen zu
vermelden, und zwar in Lölling, Rubland und Reisach, die Errichtung
der Expositurklassen Grades, Möchling und Loibach und die
Auflassungen bzw. Zusammenlegungen der Direktionen der VS1 Spittal,
HS2 Spittal/Drau, HS 4 Villach, VS 18 und VS 19 Klagenfurt, VS
Patergassen, ASO St. Veit und der HS 2 Feldkirchen, die jeweils zu
anderen Direktionen zugeteilt werden. "Immer im Einvernehmen mit den
Gemeinden und Eltern", so Scheuch. Insgesamt gibt es heuer daher 11
Direktionen weniger.
Erleichtert zeigte sich Scheuch über den Rückzieher des Bundes bei
der Verschärfung des Lehrer-Controllings. "Für Kärnten hätte dies
zusätzlich noch einmal Mehrkosten in Höhe von 10 Mio Euro jährlich
bedeutet! "Wir werden dieses Thema bei der nächsten LH-Konferenz und
bei Gesprächen mit der Unterrichtsministerin ansprechen. Ich halte es
für sinnvoller, dieses Thema im Verbund mit einer grundsätzlichen
Schulverwaltungsreform zu klären", so Scheuch.
In diesem Zusammenhang verweist Scheuch darauf, dass man in Kärnten
durch Pensionierungen und auslaufende Projekte heuer rd. 150
Überhanglehrer einsparen werde bzw. die Kürzungen der Lehrerposten
durch den Bund abfedern konnte.
Trotzdem gäbe es nach wie vor 600 Lehrer mehr, als der Stellenplan
des Bundes heuer vorsehe. Scheuch: "Im Bereich der
Integrationsklassen, bei der Legasthenie, bei Behinderten und durch
die Neue Mittelschule haben wir mehr Lehrer als vom Bund vorgesehen.
Dazu stehe ich aber, weil gerade hier eine besonders hohe
Betreuungsqualität wichtig ist", erklärt der Kärntner
Bildungsreferent. Die Reduktion von über 700 Lehrern letztes Jahr auf
600 heuer bedeute Einsparungen in der Höhe von rund 5 Millionen Euro.
Weiteres Einsparungspotenzial sieht Scheuch bei der Doppelgleisigkeit
zwischen Bundes- und Landesverwaltung der Lehrer. "Wir im Land
betreuen mit einem Drittel des Personals doppelt so viele Schüler als
der Bund. Hier gibt es mittelfristig sicher ein Einsparungspotenzial
von 3-5 Millionen jährlich. Auch dieses Thema werden wir bei der
LH-Konferenz und bei meinem Termin mit der Ministerin noch im
September besprechen", meint Scheuch.
Seiner Meinung nach solle die Grundkompetenz im Bildungsbereich beim
Bund liegen, um einheitliche Standards zu garantieren. Die operative
Umsetzung allerdings wäre laut Scheuch auf Landesebene sinnvoller,
weil man näher dran sei. Der Plan des Kärntner Bildungsreferenten
sieht vor, Kärnten im Schuljahr 2011/12 zur Modellregion einer neuen,
schlanken Schulverwaltung zu machen.
Abschließend präsentiert Scheuch auch die Schlussbilanz der Kärntner
Sommerakademien. Bei dieser Initiative des Bildungsreferenten werden
Kärntner SchülerInnen bereits vor Schulbeginn auf den Lernstoff
vorbereitet und erhalten kostenlose Nachhilfe. Insgesamt nahmen 700
Schülerinnen und Schüler in ganz Kärnten an diesem Angebot teil und
wurden 14 Tage in 40 Bildungseinheiten von 80 Pädagogen auf das
kommende Schuljahr vorbereitet. Scheuch dazu. "Im Vergleich zum
letzten Jahr haben wir beinahe doppelt so viele Standorte (12
Hauptschulen statt 7) und fast 3 Mal so viele Kinder (700 statt 240).
Das zeigt den Riesenerfolg dieses Projekts, mit dem wir den Eltern
rund 400.000 Euro an Nachhilfekosten ersparen", führt Scheuch
abschließend aus.
(Schluss/le)
Rückfragehinweis:
Büro Bildungsreferent LHStv. DI Uwe Scheuch
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