Wien (OTS/PWK664) - Die im deutschsprachigen Raum einzigartige
Initiative "Mentoring für MigrantInnen" der Wirtschaftskammern
Österreichs (WKO), des Arbeitsmarktservice (AMS) und des
Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) geht im Herbst aufgrund
durchschlagenden Erfolgs in die nächste Runde, informierten
WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser, AMS-Vorstand Johannes
Kopf und ÖIF-Geschäftsführer Alexander Janda bei einer
Pressekonferenz heute, Freitag, in Wien. Bei dem 2008 gestarteten
Projekt, das auch international auf großes Interesse gestoßen ist und
von der EU als Best Practice-Beispiel geführt wird, unterstützen
Persönlichkeiten aus der Wirtschaft gut qualifizierte Migrant/innen
dabei, am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
"Die Kenntnisse und Fähigkeiten von in Österreich lebenden
Migrantinnen und Migranten werden oft nicht ausreichend genutzt und
somit wirtschaftliche Chancen vertan. Studien zeigen, dass
Zuwanderung ein wichtiger Faktor bei der Sicherung der Pensionen ist,
die Exporte ankurbelt und somit die Internationalisierung der
Wirtschaft unterstützt", betonte WKÖ-Generalsekretärin Hochhauser.
Migration müsse daher als Chance, nicht als Bedrohung diskutiert
werden. "Ziel des Mentoring-Projektes ist, die oft brach liegenden
Ressourcen bei in Österreich ansässigen Personen mit
Migrationshintergrund besser zu nutzen. Das nützt den Migrant/innen
ebenso wie den österreichischen Betrieben", betonte Hochhauser. Vor
allem für international agierende Unternehmen seien Sprachkenntnisse,
Auslandserfahrung, interkulturelle Kompetenzen, Mobilität etc.
wichtige Kriterien bei der Besetzung von offenen Stellen.
"Migrant/innen haben es nach wie vor deutlich schwerer, am
Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, als Österreicher/innen. Während die
Arbeitslosenquote der Österreicher/innen im ersten Halbjahr 2010 bei
6,8 % lag, war die Arbeitslosenquote bei Personen ausländischer
Staatsbürgerschaft in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit
durchschnittlich 10,4 % deutlich höher. Die Gründe dafür sind
vielfältig?", erklärte AMS-Vorstand Kopf. Neben mangelnden
Sprachkenntnissen und der oftmals lückenhaften Anerkennung von im
Ausland erworbenen Qualifikationen sei bei qualifizierten
Migrant/inn/en sehr oft das Fehlen des persönlichen Netzwerks und der
informellen Kenntnisse über den Arbeitsmarkt Ursache für die geringe
Arbeitsmarktintegration. "Das Projekt ?Mentoring für MigrantInnen?
setzt daher genau am richtigen Punkt an: Durch die Hilfe von
engagierten Mentor/inn/en gelingt es oftmals, qualifizierten
Migrant/inn/en eine rasche Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu
ermöglichen", so Kopf.
ÖIF-Geschäftsführer Janda: "Das Statistische Jahrbuch 2010 hat
wieder deutlich gemacht, dass Sprache, Bildung und Arbeitsmarkt die
Bereiche sind, wo eine nachhaltige Integrationspolitik
schwerpunktmäßig anzusetzen hat." Die Arbeitslosenquote bei Personen
mit Migrationshintergrund, insbesondere aus dem ehemaligen
Jugoslawien und der Türkei, sei deutlich höher als bei Einheimischen.
"Das Projekt Mentoring für MigrantInnen unterstützt Migrant/innen,
die bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben. Denn ihnen fehlen
oft notwendige Kenntnisse über den österreichischen Arbeitsmarkt bzw.
ein berufliches Netzwerk." Die Einbeziehung der Mehrheitsgesellschaft
durch Mentorinnen und Mentoren sei ein großer Mehrwert des Projekts.
"Integration kann nur gelingen, wenn MigrantInnen und
Mehrheitsgesellschaft ihren Beitrag leisten. Vom Mentoring-Programm
profitiert somit die gesamte Gesellschaft", so Janda.
Die Zwischenbilanz der Initiative, die 2008 als Pilotprojekt in
Wien gestartet wurde und mittlerweile bereits in Wien,
Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol und der Steiermark
durchgeführt wird, kann sich sehen lassen: In den bis dato 10
Projektdurchgängen konnten über 300 Mentoringpaare gebildet werden.
Jeder/m dritten Mentee gelang es, bereits während der Mentorenschaft
eine Arbeit zu finden.
Im Rahmen des Projektes wurden die wichtigsten Gründe für den
Erfolg der Mentoringpartnerschaft evaluiert. Ergebnis: Die befragten
Mentees nannten Motivation und Unterstützung durch die Mentoren (34
%), die Unterstützung im Bewerbungsprozess (28 %), das Herstellen von
Kontakten und Einführen in Netzwerke (24 %) und das Vertrautmachen
mit der österreichischen Arbeitskultur (22 %) als die wichtigsten
Gründe für den Erfolg der Mentoringpartnerschaft.
Bei den Mentor/inn/en aus der Wirtschaft stößt das Projekt
ebenfalls auf große Zufriedenheit. 80 % sahen auch für sich selbst
einen Vorteil - etwa die Erweiterung des Horizonts, das Eintauchen in
eine neue Kultur und die Ausweitung des persönlichen Netzwerkes. (SR)
Anmeldungen für die nächsten Projektdurchgänge in Wien,
Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol sind bis 27. September
2010 bei möglich (nähere Informationen unter www.wko.at/mentoring,
www.integrationsfonds.at und www.ams.at).
Rückfragehinweis:
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Mag. Sabine Radl, Wirtschaftskammer Österreich
sabine.radl@wko.at, Tel: 05 90 900 DW 3590
Dr. Beate Sprenger, Arbeitsmarktservice Österreich
beate.sprenger@ams.at, Tel. 01/33 178 DW 522
Mag. Ursula Schallaböck, Österreichischer Integrationsfonds
ursula.schallaboeck@integrationsfonds.at, Tel. 01/710 12 03 DW 134
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OTS0146 2010-09-03/12:10
031210 Sep 10
PWK0002 0681