Wien (OTS) - "Seit Jahren steigt die Zahl psychisch Kranker. Von
Seiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU wird mit
Programmen und Schwerpunktsetzungen reagiert. Bei uns bleibt trotzdem
vieles beim Alten. Den Betroffenen und ganzen Gruppen von
Gesundheits- und Sozialberufen ist mit Resolutionen und Enqueten
nicht gedient," kritisiert der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt
Grünewald, die kaum wahrnehmbaren Aktivitäten des
Gesundheitsressorts.
Kaum ein Drittel der Therapiebedürftigen gelangt zu einer
kostendeckenden Psychotherapie und der Anteil an privaten Zuzahlungen
ist für viele nicht leistbar. Grünewald: "Die Vollversorgung
psychisch Kranker als zu teuer zu bezeichnen, wie es Bundesminister
Stöger tut, zeigt, dass die klare Diskriminierung einer ganzen Gruppe
von Kranken einfach so hingenommen wird. Es wäre undenkbar würde man
Gleiches bei körperlich Kranken sagen und einen großen Prozentsatz
von Beinbrüchen oder Diabetikern mitteilen, dass man ihre Therapien
leider nicht zahlen kann".
Für Grünewald ist es untragbar wenn im Bereich der Kinder-und
Jugendpsychiatrie monatelange Wartezeiten im stationären und
ambulanten Bereich in allen Bundesländern Alltag sind. Auch der
Rechnungshof kritisiert die zögerliche Umsetzung der seit Jahren
dahindämmernden Psychiatriereform.
"Menschenrechte und das Recht auf angemessene und dem Stand der
Wissenschaft entsprechende Diagnose und Therapie können nicht ganze
Diagnosegruppen ausschließen. Ich würde schon erwarten, dass man hier
andere Worte findet", so Grünewald.
"Ich fordere hier einen klaren Stufenplan für eine bessere Betreuung
und die Einigung über die erforderliche Finanzierung. Vom Streit
zwischen Ländern und Bund und zwischen ÖVP und ÖVP hat niemand was.
Wir Grüne möchten Taten sehen", schließt Grünewald
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OTS0137 2010-09-03/12:03
031203 Sep 10
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