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OTS0146   2. Sept. 2010, 12:29

RED BIKER: Wien - eine moped- und motorradfreundliche Stadt


Über 75.000 Menschen fahren in Wien mit einem Moped,
Kleinmotorrad oder Motorrad und die Zahlen steigen stärker als die
Zulassungszahlen von Autos. Auf zwei Rädern zu fahren ist gerade in
einer Großstadt eine sinnvolle Alternative zum Auto, weil Zweiräder
weniger Platz und weniger Treibstoff brauchen. Auch die Europäische
Union empfiehlt den Städten, das Fahren mit Mopeds und Motorrädern zu
fördern, insbesondere durch die Schaffung eigener Parkplätze und die
Benützung von Busspuren.

Die RED BIKER, die größten Motorrad-Interessensgemeinschaft
Österreichs, freut sich daher, dass die Verkehrspolitik der Stadt
Wien diesem Trend entspricht und in den letzten Jahren - gemeinsam
mit den Bezirken - deutlich mehr für diese Verkehrsteilnehmer
gemacht:
So wurde die Zahl der Parkplätze für Mopeds und Motorräder
verfünffacht. Es gibt nun in fast allen Bezirken Bikerparkplätze.
Eigene Parkplätze für Mopeds und Motorräder haben den Vorteil, dass
nicht mehr zwischen Autos geparkt werden muss und Beschädigungen beim
Ein- und ausparken vermieden werden können.
Die Stadt hat bislang auch sechs Busspuren zur Benutzung für
Mopeds und Motorräder freigegeben. Dass es noch nicht mehr sind,
liegt an unterschiedlichen Ansichten der Moped- und Motorradfahrer
einerseits und der Verkehrsexperten der Stadt über die Frage der
Sicherheit der Benutzung. Internationale Beispiele und Erfahrungen
(v.a. in Großbritannien) bestärken die RED BIKER aber in dieser
Forderung.
Dass die Stadt Wien auf Sicherheit beim Zweiradfahren wert legt,
ist gut und richtig. Die Aktion SAFEBIKE, die jedes Jahr ein
kostenloses Fahrsicherheitstraining ab dem Frühjahr anbietet, ist
einmalig in Österreich. 2009 gab es auch deshalb einen erfreulichen
Rekord: so wenig Motorradunfälle in Wien wie noch nie. Sorge machen
allerdings die zunehmenden Unfallzahlen bei Mopeds und
Leichtmotorrädern, also bei jungen Fahrern und Neueinsteigern.
Richtig und sinnvoll ist daher, dass die SAFEBIKE auch einen
Schwerpunkt bei Mopeds anbietet.
Zuletzt wurde durch eine Novelle der Bauordnung ermöglicht, dass
bei neuen Wohnbauten in Tiefgaragen anstelle von Autoabstellplätzen
auch Moped- und Motorradabstellplätze geschaffen werden können.

Für die kommenden Jahre erwarten sich die RED BIKER
1. MEHR PARKPLÄTZE für Mopeds und Motorräder in Wien dort, wo noch
Bedarf ist: Bei Schulen, großen Arbeitsstätten,
Veranstaltungszentren, U-Bahnhaltestellen, Wohnhausanlagen und vor
allem in den innerstädtischen Bezirken.
2. MEHR BUSSPUREN FREIGEBEN - das Herauslösen der Motorrad- und
Mopedfahrer erhöht die Sicherheit und schafft auch mehr Platz auf den
Busspuren.
3. VORGEZOGENE HALTELINIEN an Kreuzungen auch für Motorzweiräder.
BikerInnen dürfen an stehenden Kolonnen vorbeifahren. Bei Ampeln an
Kreuzungen stehen sie dann allerdings neben bzw. zwischen Autos, was
beim Wegfahren zu gefährlichen Situationen führen kann.

Die RED BIKER haben diese Erwartungen am Donnerstag
Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker mitgeteilt, der sich auch in Zukunft
für diese Anliegen einsetzen will.

Auch auf Bundesebene kann viel getan werden, um das Biken noch
attraktiver zu gestalten. SPÖ-Nationalratsabgeordnete Petra Bayr,
stellvertretende Bundesvorsitzende der RED BIKER, richtet die Ideen
der Motorradorganisation vor allem an den Finanzminister: "Die
Normverbrauchsabgabe bemisst sich bei Autos nach dem Normverbrauch
und somit auch nach dem CO2-Ausstoß. Schlimme Stinker zahlen einen
Malus, umweltfreundlichere Motoren bekommen einen Bonus. Bei
Motorrädern ist das leider anders: da wird nach dem Hubraum berechnet
und das ist weder fair noch bietet die Berechung Anreize für den Kauf
von abgasarmen Motorrädern", kritisiert Bayr den momentanen Zustand.
Die RED BIKER stellen zur Diskussion, die Normverbrauchsabgabe
künftig auch bei Einspurigen nach dem CO2-Ausstoß zu staffeln, mit
Bonus- und Malus-Beiträgen. Bayr: "Wir sehen darin einen wichtigen
ökologischen Anreiz, schadstoff- und verbrauchsarmen Motorrädern den
Vorzug zu geben.

Überhaupt ist der Umweltsprecherin der SPÖ die Förderung von
sauberen Bikes ein besonderes Anliegen: "Die Nutzung von Motorrädern
und Mopeds anstelle von Autos ist ein wichtiger Beitrag zum Umwelt-
und Klimaschutz. Aber nicht nur der Spritverbrauch ist geringer, im
Vergleich zu den transportierten Menschen pro Fahrzeug verbrauchen
Einspurige auch wesentlich weniger Platz und schonen so die wichtige
Ressource 'öffentlicher Raum'!" Die RED BIKER treten für mehr
Forschungs- und Entwicklungsförderung für saubere Motorentechnologie
ein, das Hybrid- und Elektromotorrad ist eine nicht allzu ferne
Vision.

Der größte bisherige Erfolg auf Bundesebene ist für die rote
Bikerin auch mit Öko-Fragen verknüpft: "Das Abschaffen des
verpflichtenden 'Licht am Tag' für alle hat nicht nur zur Hebung der
Verkehrssicherheit der Biker beigetragen, sondern hat geholfen, durch
geringeren Kraftstoffverbrauch etwa 250.000 Tonnen CO2 pro Jahr
einzusparen!", freut sich Bayr über diese wichtige Entscheidung für
den Klimaschutz und die FahrerInnen von einspurigen Kraftfahrzeugen.
(Schluss)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0146 2010-09-02 12:29 021229 Sep 10 DS10001 0723



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