• 02.09.2010, 12:02:53
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Tumpel: Mehr Gerechtigkeit im Steuersystem

Kleinere Einkommen müssen endlich entlastet werden

Wien (OTS) - "Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen schon
jetzt den Großteil der Steuern", sagt AK Präsident Herbert Tumpel,
"erneut diese Gruppe zur Kasse zu bitten, wäre also der falsche Weg,
daher: Keine neuen Massensteuern - wir wollen die Krot nicht
schlucken." In der öffentlichen Diskussion wird - etwa vom
Finanzminister und der Industriellenvereinigung - häufig erklärt,
dass zehn bis 15 Prozent der Lohnsteuerzahler 50 Prozent des
Steueraufkommens aufbringen. Dazu hält Tumpel fest: "In Österreich
gibt es eine Vielzahl an Steuern - solche mit progressiver und solche
mit regressiver Verteilungswirkung. Dabei kann man nicht einfach eine
Steuer - in diesem Fall die progressive Lohnsteuer - herausgreifen,
um auf die Verteilungswirkung des Gesamtsystems zu schließen.
Außerdem besitzen diese zehn bis 15 Prozent laut Lohnsteuerstatistik
2008 etwa 40 Prozent des Gesamteinkommens."

Tatsächlich wirken in Österreich die Steuern insgesamt in etwa
proportional also gleichmäßig auf die unselbstständigen
Haushaltseinkommen, wie auch die jüngst veröffentlichte
WIFO-Verteilungsstudie gezeigt hat. Würde man in diese Betrachtung
die sehr ungleich verteilten und tarifbegünstigten Einkünfte aus
Kapitalvermögen miteinbeziehen, würde sich sogar eine regressive
Wirkung des Abgabensystems ergeben. Kleine Einkommen würden also
relativ viel stärker belastet werden als höhere. "Das ist ungerecht.
Es wird Zeit, dass endlich auch jene einen gerechten Beitrag leisten,
die bisher priviligiert waren - Unternehmen, Banken und große
Vermögen", so Tumpel.

Weiters ist zu beachten, dass auch Personen, die keine Lohn- oder
auch Einkommensteuer zahlen, durch indirekte Steuern - wie etwa die
Umsatzsteuer - belastet werden. Dabei besteht ein negativer
Zusammenhang zwischen dem verfügbaren Einkommen und der zu tragenden
Steuerleistung. So ergibt die Konsumerhebung 2004/05, dass 80 Prozent
der befragten Haushalte näherungsweise 70 Prozent der Umsatzsteuer
bezahlt haben, obwohl deren Anteil am gesamten verfügbaren
Nettoeinkommen lediglich knapp 60 Prozent betrug. Auch die
WIFO-Studie zeigt: Wenn man die progressiv wirkende Lohnsteuer, die
regressiv wirkenden Sozialversicherungsbeiträge und ebendiese
indirekten Steuern zusammenfasst ergibt sich eine annähernd gleich
hohe Belastung über alle Einkommensgruppen hinweg. "Es braucht
endlich mehr Gerechtigkeit im österreichichen Steuersystem. Die
kleinen Einkommen gehören entlastet, anstatt ständig über neue
Massensteuern und Belastungen für die Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer zu diskutieren", betont Tumpel.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Mag.a Olivia Weiss
Tel.: (+43-1) 501 65 2641; mobil: (+43) 664 845 42 14
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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