OTS0137 / 02.09.2010 / 11:57 / Channel: Chronik / Aussender: PID Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien
Stichworte: Motorrad / RED BIKER / Schicker / Verkehr / Verkehrssicherheit / Wien


Fünf Jahre sicher am Gas - Motorradfahren in Wien

Utl.: Verkehrsstadtrat Schicker und Red Biker präsentieren Fünfjahresbilanz für Wiens BikerInnen =


   Wien (OTS) - Die warme Jahreszeit neigt sich dem Ende zu, die
Witterungsbedingungen für genussvolle Motorradfahrten werden wieder
schwieriger. Jetzt, da das Ende der diesjährigen Motorradsaison näher
rückt, präsentierten heute, Donnerstag, Verkehrsstadtrat Rudi
Schicker und Karlheinz Hora, Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses
für Verkehr, gemeinsam mit dem größten Motorradverein Österreichs,
den RED BIKER, eine Fünfjahresbilanz über die in Wien umgesetzten
Maßnahmen für die Lenkerinnen und Lenker einspuriger Kfz.
   "Die Gruppe der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer wird immer
größer und das ist leicht zu erklären, denn einspurige KfZ sind
besonders im Stadtverkehr flexibler einsetzbar und verbrauchen im
öffentlichen Raum deutlich weniger Platz als Autos", sagt
Verkehrsstadtrat Rudi Schicker. "Genau aus diesem Grund bauen wir in
Wien die Abstellplätze für einspurige Kfz seit Jahren laufend aus und
haben dazu ein breites Angebot an Verkehrssicherheitstrainings
geschaffen", so Schicker.
   Für die RED BIKER, vertreten durch Österreich-Vizepräsidentin
Petra Bayr, Bundesgeschäftsführer Andreas Höferl und den Wiener
Präsidenten Raimund Lehner "ist die Fülle der in Wien gesetzten
Maßnahmen vorbildlich in ganz Österreich. Wir danken der Stadt und
den Bezirken, die in den letzten Jahren viel für das Moped- und
Motorradfahren getan und viele unserer Anregungen umgesetzt haben.
Wir wünschen uns, dass dies so weitergeht, weil Moped- und
Motorradfahren eine sinnvolle Alternative zum Autofahren ist."
   Die RED BIKER treten auch weiterhin für ihre Ziele mit Nachdruck
ein: noch mehr Biker-Parkplätze überall dort, wo Bedarf besteht, etwa
bei Schulen, Arbeitsstätten, Veranstaltungszentren,
U-Bahnhaltestellen, Wohnhausanlagen und vor allem in den
innerstädtischen Bezirken. "Weiters wünschen wir uns, dass noch mehr
Busspuren für das Moped- und Motorradfahren freigegeben werden, sowie
die Einrichtung vorgezogener Haltelinien an Kreuzungen für Moped- und
Motorradfahrer, um im Stadtverkehr flotter und natürlich auch sicher
voranzukommen."
Seit 2005, Abstellflächen mehr als vervierfacht
   Karlheinz Hora, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, betont, dass
sich gegenüber 2005 die Abstellflächen für einspurige Kfz mehr als
vervierfacht haben: "Von 176 Meter auf mittlerweile 725 Meter - das
entspricht der Länge des gesamten Schottenrings." Die Ausweitung
dieser Motorradparkplätze wird weiterhin wienweit forciert.
   Auch im 9. Bezirk hat man das Potenzial, das in dieser flexiblen
Form der Mobilität steckt, erkannt, wie Bezirksvorsteherin Martina
Malyar erklärt: ""Die Praxis hat gezeigt, dass auf einem
Autoabstellplatz mindestens drei bis vier einspurige Fahrzeuge Platz
haben. Stehen die Motorräder auf eigenen Abstellflächen, ist die
Gefahr geringer, dass die Fahrzeuge umgeworfen oder Autos beschädigt
werden. Außerdem wird durch das gebündelte Abstellen von Motorrädern
anderswo Parkraum auf längeren Strecken frei und damit für Autos
besser nutzbar. Unsere Erfahrungen sind sehr positiv:
Motorradabstellplätze bringen Vorteile für MotorradfahrerInnen und
AutofahrerInnen."
Verkehrssicherheit hat Priorität - Bikes unter Strom
   In den vergangenen fünf Jahren ist das Motorradfahren in Wien
tendenziell sicherer geworden. Allein 2009 reduzierten sich die
Unfälle einspuriger Kfz gegenüber dem Vorjahr um 6,2%. Einen
wichtigen Beitrag leisten dabei die Wiener
"Safebike"-Veranstaltungen: Gratis-Fahrtechniktrainings, die
alljährlich von über tausend Moped- und Motorradfahrerinnen besucht
werden. "Denn immerhin ist die perfekte Beherrschung der eigenen
Maschine eine wesentliche Voraussetzung, um nicht nur zügig, sondern
vor allem sicher unterwegs zu sein", unterstreicht Verkehrsstadtrat
Schicker.
   Bei diesen Trainings werden auch die aktuellen Entwicklungen im
Bereich der E-Mobility berücksichtigt. Seit dem Vorjahr kommen
nämlich umweltfreundliche Elektro-Motorräder zum Einsatz. Mitte
September sind zwei weitere "Safebike"-Trainings unter Anleitung
fachkundiger Instruktoren vorgesehen. 
   Während die Unfallzahlen bei Motorradfahrern zurückgehen, stiegen
innerhalb der letzten fünf Jahre die Unfälle mit besonders jungen
MopedlenkerInnen laufend an. Die Einführung des Mopedführerscheins
mit 15 hatte bis 2010 eine Verdreifachung der Unfälle in dieser
Kategorie zur Folge. Um diesem Trend entgegenzuwirken, bietet die
Stadt Wien im Zusammenarbeit mit der Wiener Polizei seit diesem Jahr
ein spezielles Moped-Trainingsprogramm an. In der Verkehrsschule
Prater können auf rund 5.000 Quadratmetern Fläche mit lautlosen,
strombetriebenen und damit emissionsfreien Mopeds Die wichtigsten
motorischen Handlungsabläufe verinnerlicht werden.
   In diesem Sommer nahmen rund 500 Wienerinnen und Wiener dieses
neue Angebot in Anspruch. Die nächsten Termine sind an zwei
Wochenenden im Zeitraum Mitte bis Ende September vorgesehen.
Mit Busspuren auf der "Überholspur"
   Um die Attraktivität des Motorradfahrens in der Stadt weiter zu
steigern wurden in Wien seit 2005 sechs Busspuren für die
Mitbenützung durch einspurige Kfz freigegeben. Das entscheidende
Kriterium ist dabei immer die vorherige verkehrssicherheitstechnische
Überprüfung, denn insbesondere bei Abbiegevorgängen kommt es bedingt
durch die Unachtsamkeit mancher Autolenkerinnen und -lenker oftmals
zu gefährlichen Situationen.
   "Diesen Modus wollen wir im Sinne der Verkehrssicherheit
beibehalten, immerhin gab es auf den bislang freigegebenen Strecken
noch keinen einzigen Unfall mit einspurigen Kfz, was zeigt, dass die
Auswahl bislang richtig war", so Schicker abschließend.
Freigegebene Busspuren für Motorräder in Wien
~
   - 10., Laxenburger Straße - Abschnitt: Per-Albin-Hansson-Straße
     bis Sahulkastraße
   - 11., Leberstraße - Abschnitt: Leberstraße 82 bis Stauraum
     Geiselbergstraße (Fahrtrichtung stadteinwärts)
   - 15., Auf der Schmelz/Possingergasse - Abschnitt: Oeverseestraße
     bis Gablenzgasse
   - 22., Breitenleer Straße - Abschnitt: Ludwig-Reindl-Gasse bis
     Zwerchäckerweg
   - 22., Großenzersdorfer Straße - Abschnitt: Lohwaggasse bis
     Lannesstraße
   - 22., Großenzersdorfer Straße - Abschnitt: Lannesstraße bis
     Lohwaggasse
~
RED BIKER auf Bundesebene ebenfalls hochaktiv
   Auch auf Bundesebene kann viel getan werden, um das Biken noch
attraktiver zu gestalten. Nationalratsabgeordnete Petra Bayr,
stellvertretende Bundesvorsitzende der RED BIKER, richtet die Ideen
der Motorradorganisation vor allem an den Finanzminister: "Die
Normverbrauchsabgabe bemisst sich bei Autos nach dem Normverbrauch
und somit auch nach dem CO2-Ausstoß. Schlimme Stinker zahlen einen
Malus, umweltfreundlichere Motoren bekommen einen Bonus.
   Bei Motorrädern ist das leider anders: da wird nach dem Hubraum
berechnet und das ist weder fair noch bietet die Berechung Anreize
für den Kauf von abgasarmen Motorrädern", kritisiert Bayr den
momentanen Zustand. Die RED BIKER stellen zur Diskussion, die
Normverbrauchsabgabe künftig auch bei Einspurigen nah dem CO2-Ausstoß
zu staffeln, mit Bonus- und Malus-Beiträgen. Bayr: "Wir sehen darin
einen wichtigen ökologischen Anreiz, schadstoff- und verbrauchsarmen
Motorrädern den Vorzug zu geben.
   Überhaupt ist Petra Bayr die Förderung von sauberen Bikes ein
besonderes Anliegen: "Die Nutzung von Motorrädern und Mopeds anstelle
von Autos ist ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Aber
nicht nur der Spritverbrauch ist geringer, im Vergleich zu den
transportierten Menschen pro Fahrzeug verbrauchen Einspurige auch
wesentlich weniger Platz und schonen so die wichtige Ressource
öffentlicher Raum!" Die RED BIKER treten für saubere
Motorentechnologie ein, das Hybrid- und Elektromotorrad ist eine
nicht allzu ferne Vision.
   Der größten bisherige Erfolg auf Bundesebene ist für die rote
Bikerin auch mit Öko-Fragen verknüpft: "Das Abschaffen des
verpflichtenden "Licht am Tag" für alle hat nicht nur zur Hebung der
Verkehrssicherheit der Biker beigetragen sondern hat geholfen, durch
geringeren Kraftstoffverbrauch etwa 250 000 Tonnen CO2 pro Jahr
einzusparen!", freut sich Bayr über diese wichtige Entscheidung für
den Klimaschutz und die FahrerInnen von einspurigen Kraftfahrzeugen.
   Weitere Details, u.a. auch zu den nächsten "Safebike"-Terminen
unter www.safebike.wien.at
(Schluss) shm
www.wien.gv.at/pressebilder
Rückfragehinweis:
   Mag. Martin Schipany
   Mediensprecher StR. DI Rudolf Schicker
   Telefon: 01 4000-81416
   E-Mail: martin.schipany.ms1@wien.gv.at
	
							
												
							
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0137    2010-09-02/11:57
021157 Sep 10
NRK0016 1108