• 02.09.2010, 11:52:48
  • /
  • OTS0134 OTW0134

Wlodkowski: Bauerngelder sind kein Politik-Spielball

Herausforderung Energieversorgung darf nicht verschlafen werden

Wien (OTS) - "Kein einziger heimischer Bauer kann Lebensmittel zu
Weltmarktpreisen produzieren. Das verhindert nicht nur das deutlich
höhere österreichische Kostenniveau, sondern dem stehen auch die
weltweit einzigartigen Höchststandards im Tier- und Umweltschutz, der
Verzicht auf Gentechnik oder Hormoneinsatz und nicht zuletzt auch die
WTO-Regeln entgegen, die zunehmend offene Märkte ohne Abschöpfung
oder Stützung verlangen. Darüber hinaus hat Österreich mit seinen
meist kleinen und mittelgroßen Höfen und seinem hohen Anteil an
Berglandwirtschaft und benachteiligten Gebieten weitere ökonomische
Nachteile. Alles zusammen verhindert kostendeckende Preise für
Agrarprodukte. Sollen jedoch die Leistungen der Bauern - von der
sicheren Versorgung mit besten Lebensmitteln über die Bereitstellung
einer vielfältigen Landschaft für Freizeit und Erholung bis hin zur
Erzeugung nachwachsender Rohstoffe und Energie - so wie bisher zur
Verfügung stehen, dann brauchen die Bauern eine feste budgetäre Basis
dafür", stellte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich,
fest.

Bauerngelder erhalten

"Die Bauerngelder sind kein Politikspielball. Die Verhandlungen
über die Budgets auf österreichischer und auf europäischer Ebene
werden beinhart werden. Doch jeder Euro für unsere Landwirte ist
gleichzeitig einer für die gesamte Gesellschaft. Denn wenn die Bauern
nicht die Landschaft erhalten und pflegen, wird es niemand machen,
schon gar nicht um diesen niedrigen Preis. Außerdem sichert nur ein
wettbewerbsfähiger Betrieb alle Leistungen, bis hin zum sauberen
Wasser und der gesunden Luft", führte Wlodkowski weiter aus und
versprach, sich daher bei den Budgetverhandlungen im kommenden Herbst
"voll und ganz für den Erhalt der Mittel für unsere Bäuerinnen und
Bauern sowohl auf europäischer als auch auf österreichischer Ebene
einzusetzen".

Insgesamt stehen den 186.000 bäuerlichen Betrieben rund EUR 2,3
Mrd. pro Jahr zur Verfügung. Davon kommen EUR 1,3 Mrd. aus der EU,
der Rest von Bund und Bundesländern. Der Großteil dieses Geldes wird
dabei für die Ländliche Entwicklung verwendet.

Erneuerbare: Chance nützen

"Es ist mehr als fahrlässig, wie Österreich mit seinen Chancen im
Bereich der erneuerbaren Energie umgeht. Obwohl Jahr für Jahr mehr
als EUR 10 Mrd. für fossile Energie ins Ausland abfließen, stehen in
Österreich alle Zeichen auf Stillstand. Wir verlangen von allen
Verantwortlichen, dass von den Worten zur Tat geschritten wird. Wir
dürfen den kleinen Vorsprung, den wir in diesem Technologiebereich
noch haben, nicht auch noch durch Untätigkeit verspielen. Denn wenn
wir nicht rasch konkret die Umsetzung der Energiestrategie
vorantreiben, müssen wir um teures Geld 'heiße Luft', also
CO2-Zertifikate, im Ausland kaufen. Das werden wir uns dann aber
nicht mehr leisten können", warnte Wlodkowski davor, dass Österreich
alle Chancen zu verschlafen droht.

Kaufkraftabfluss stoppen

"Die größte Herausforderung für Österreich ist nämlich nicht das
34%-Ziel für die Erneuerbaren, sondern sind die verbleibenden 66%,
die an fossiler Energie aus den Krisenregionen dieser Erde importiert
werden müssen. Denn das geht Hand in Hand mit einer steigenden
Kostenbelastung. Derzeit verliert Österreich EUR 10 Mrd. Kaufkraft
pro Jahr für Öl- und Gasimporte. Das ist dringend benötigtes Geld für
die heimische Wirtschaft, das in den Kaukasus oder in den Nahen Osten
abfließt. Wenn wir nicht alle Möglichkeiten bei den erneuerbaren
Energien und in der Energieeffizienz ausschöpfen, kann sich die
Belastung bis 2020 sogar auf fast EUR 30 Mrd. vervielfachen. Das
bedeutet dann bis 2020 eine Steigerung des jährlichen
Kaufkraftabflusses für Öl- und Gasimporte von derzeit EUR 3.000,- auf
EUR 8.500,- pro Haushalt. Daher müssen alle Hebel zur Realisierung
unserer eigenen Energiepotenziale in Bewegung gesetzt werden",
verlangte Wlodkowski Maßnahmen.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Dr. Josef Siffert
Tel.: +43/1/53441-8520, 8523
mailto: [email protected]
www.lk-oe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel