- 02.09.2010, 11:15:02
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Grillitsch: Budget und Einheitswertsystem für die Bauern sichern
Leistbare Lebensmittelpreise und Versorgungssicherheit entscheidend
Wien (OTS) - "Die aktuelle Debatte über die
Verteilungsgerechtigkeit stößt bei den österreichischen Bäuerinnen
und Bauern auf wenig Verständnis, weil sie zu Unrecht in eine mediale
Neiddebatte hineingezogen werden, die nur einige 'Große' betrifft.
Wir haben in Österreich 242 Betriebe oder 0,06% der Förderfälle, die
mehr als EUR 100.000,- an Ausgleichszahlungen erhalten. Es geht um
eine Summe von EUR 43,6 Mio., mit der weder das Budget zu sanieren
ist noch eine spürbare Umverteilung machbar wäre. Den Fokus auf diese
optisch zwar katastrophale Minderheit der Förderbezieher zu legen,
ist subjektiv nachvollziehbar, aber objektiv falsch", stellte
Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch heute anlässlich des
Agrarpolitischen Herbstauftaktes auf der Agraria Wels fest.
Neid- und Eigentumsdebatte auf Kosten der Bauern
"Diese Diskussion löst zum Schaden und auf dem Rücken der
österreichischen Landwirtschaft eine Neid- und Eigentumsdebatte aus,
die von SPÖ und Arbeiterkammer ganz gezielt inszeniert, geschürt und
aufgebauscht wird. In Österreich sei sichergestellt, dass kleinere
Bauern beziehungsweise Landwirte in benachteiligten Gebieten
bevorzugt werden: So erhält ein Bauer bis 5 ha Fläche
durchschnittlich EUR 721,- an Hektarförderung. Einem
landwirtschaftlichen Betrieb mit 100 ha Fläche werden demgegenüber
EUR 462,- pro ha zugeschossen.
"Im Hinblick auf die Budget- und EU-Agrarpolitik-Verhandlungen
sind wir als Bauernbund in der nächsten Zeit voll gefordert,
Verantwortung zu zeigen und die Existenz der bäuerlichen Betriebe zu
sichern sowie die Versorgung für die heimische Bevölkerung
aufrechtzuerhalten", sprach sich Grillitsch klar für eine
flächendeckende Landwirtschaft aus. "Wenn die SPÖ die bäuerliche
Landwirtschaft abschaffen will, dann soll sie auch sagen, was dann
droht: Gentechnik und Hormonfleisch auf den Tellern, brachliegende
Landstriche, die keine Urlaubsgäste anlocken, und letztlich ein
entvölkerter ländlichen Raum. Wenn wir die Landwirtschaft in
Österreich aufrechterhalten wollen, dann müssen alle Betriebe
Ausgleichszahlungen bekommen", spricht sich der Bauernbund-Präsident
für eine Sicherung der Zahlungen an die bäuerlichen Betriebe aus.
"Globale Krisen zeigen uns, dass Ernährungssouveränität und
Lebensmittelsicherheit immer wichtiger werden. Gerade für kleinere
EU-Staaten, die wie Österreich nur 2% Produktionsanteil am
EU-Agrarmarkt halten, sind ein ausreichend dotiertes
Landwirtschaftsbudget und die Aufrechterhaltung des
Zwei-Säulen-Modells der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die eine
kleinstrukturierte, umweltnahe und vielfältige Bewirtschaftung
begünstigt, eine regelrechte Existenzfrage", führte Grillitsch aus.
Einheitswertsystem sichern, Grundsteuererhöhung kein Thema
"Am Verhalten der SPÖ in der Koalition sehen wir, dass die
Budgetverhandlungen hart werden. Genauso hart werden wir aber um
jeden Euro für die Bauern kämpfen. Wenn gespart werden soll, dann
intelligent in Bürokratie, Verwaltung und Kontrolle, aber sicher
nicht nach dem Rasenmäherprinzip bei den Bauerngeldern", kündigte der
Bauernbund-Präsident an. "Die Erhaltung des Einheitswertsystems und
stabile Grundsteuern garantieren den heimischen Betrieben die Basis
eines nachhaltigen, umwelt- und tiergerechten Wirtschaftens. Eine
Erhöhung der Grundsteuer ist für uns kein Thema", erteilte Grillitsch
Spekulationen über eine Steuererhöhung auf Grundeigentum eine Abfuhr.
"Wer die Bauern in den Geruch der Korruption bringen will, entlarvt
sich selbst als Gesinnungstäter. Solche Angriffe beleidigen ehrlich
arbeitende, hart verdienende Bauernfamilien genauso wie das
traditionelle bäuerliche Wirtschaften", meinte der
Bauernbund-Präsident.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Bauernbund Österreich
Mag. Andrea Salzburger
Tel.: +43 1 505 81 73 - 28, Mobil: +43 699 1810 1805
mailto:[email protected]
www.bauernbund.at
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