- 02.09.2010, 11:00:13
- /
- OTS0102 OTW0102
Schulbeginn: Ärztekammer fordert mehr Prävention und Sport
Dorner: Rund ein Viertel der Kinder ist zu dick - erhöhtes Diabetes-Risiko
Wien (OTS) - Kurz vor Schulbeginn plädiert der Präsident der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, für
gesundheitspolitische Maßnahmen im schulischen Bereich. "Gesundheit
muss von Kindesbeinen an gefördert werden. Dazu gehört auch die
Vorschuluntersuchung, die im Rahmen des Mutter-Kind-Passes kostenlos
in Anspruch genommen werden kann", betonte Dorner am Donnerstag in
einer Aussendung unter Verweis auf grobe Versäumnisse in der
Vergangenheit.
Fächerübergreifender, altersgemäß gestalteter Gesundheitsunterricht
im Ausmaß von mindestens einer Wochenstunde von der Volksschule bis
zur Matura sowie die Aufwertung des Sportunterrichts seien
unabdingbar, um die Gesundheit der Jugend zu fördern und um
chronischen Erkrankungen vorzubeugen. "Neben vier Sportstunden pro
Woche sollten alle Schulen verbindlich zusätzliche sportliche
Aktivitäten in Form von Freifächern - z.B. Basketball, Handball oder
Schwimmen -anbieten. Die Teilnahme daran sollte den Schülerinnen und
Schülern freigestellt sein", schlug der ÖÄK-Präsident vor. Vor allem
in den höheren Schulen spiele der Sportunterricht derzeit kaum noch
eine Rolle. In einer Berufsbildenden Höheren Schule seien
beispielsweise lediglich ein bis zwei Stunden Sport pro Woche
vorgesehen, in der Volksschule sei der Sportunterricht in den letzten
beiden Schulstufen ebenfalls auf zwei Stunden reduziert worden.
Dorner: "Das ist ein Skandal."
Weiters sollten die Schulärztinnen und -ärzte in die schulische
Gesundheitserziehung eingebunden werden; regelmäßige Sprechstunden
und fixe Schularztzimmer sollten die Position der Schulärztinnen und
-ärzte als erste Ansprechpartner bei gesundheitlichen und seelischen
Krisen festigen. Last but not least müssten auch die Schulbuffets neu
bestückt werden: "Der Schwerpunkt sollte hier auf Gemüse, Obst und
Vollkornprodukten liegen, nicht auf Wurstsemmeln oder
Mannerschnitten", sagte Dorner.
Denn ungesunde Ernährung sei, in Kombination mit zu wenig Bewegung,
der Hauptgrund dafür, dass bereits jetzt rund ein Viertel aller
Kinder und Jugendlichen in Österreich zu dick bzw. stark
übergewichtig sei. "Dadurch steigt auch das Risiko, vorzeitig an
Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken", schlug Dorner Alarm. Allein in
Niederösterreich hätten acht Prozent der Jugendlichen über 15 ein
erhöhtes Risiko, zuckerkrank zu werden, schlug Dorner Alarm. Auch in
Sachen Rauchen herrsche Handlungsbedarf: "Fast die Hälfte der
15-Jährigen greift regelmäßig zur Zigarette. Die Schulärztinnen und
-ärzte müssen gemeinsam mit der Lehrerschaft und den Direktionen
Maßnahmen setzen, um den Rauchausstieg zu erleichtern bzw. um zu
verhindern, dass Schülerinnen und Schüler überhaupt zum Glimmstängel
greifen. Auch hier kann ein eigenes Fach Gesundheitslehre beitragen,
mehr Bewusstsein zu schaffen", zeigte der Ärztepräsident Lösungswege
auf. (sl)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33-12
Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAE






