- 02.09.2010, 10:49:33
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Forderungen aus der Politik proaktiv aufnehmen!
Apothekerkammer Oberösterreich setzt konstruktive Akzente in der Integrierten Versorgung von Diabetikern.
Linz (OTS) - Die demografische Entwicklung in Österreich wird in
den kommenden Jahrzehnten dazu führen, daß immer mehr Menschen
aufgrund einer chronischen Erkrankung behandelt werden müssen. Umso
wichtiger erscheint es, sich bereits heute mit zukunftsfähigen
Modellen der Gesundheitsvorsorge und -versorgung auseinander zu
setzen. Im Rahmen eines Arbeitskreises bei den Alpbacher
Reformgesprächen unter dem Titel "Chronisch Krank - Chronisch Teuer"
wurden Lösungsansätze diskutiert, welche die Apothekerschaft in Ihren
derzeitigen Aktivitäten bestärkt - und auch von der hohen Politik
befürwortet werden.
Volkskrankheit Diabetes
In Österreich leiden laut Expertenschätzungen rund 600.000
Menschen an Diabetes, wovon 420.000 diagnostiziert sind. Das
bedeutet, daß 180.000 Menschen ohne Diagnose sind, wobei zu
berücksichtigen ist, daß jährlich etwa 10.000 DiabetikerInnen neu
dazu kommen. Für die Zukunft bedeutet das schwere gesundheitliche
Schäden bei Nicht-Behandlung für Betroffene und hohe - heute nicht
abschätzbare - Folgekosten für das Gesundheitssystem.
Politische Forderungen
Auch seitens der Gesundheitspolitik wird das Gefahrenpotenzial der
chronischen Erkrankungen erkannt. Eine hochkarätige Diskussionsrunde
zum Thema "Chronisch Krank - Chronisch Teuer" (Gleitsmann/WKO,
Leeb/ÖGR, Müller/PVA, Probst/HVB, Thomsen/FOPI) forderte in Alpbach
zum Handeln auf. Auch die Gesundheitssprecher der beiden
Regierungsparteien, Sabine Oberhauser/SPÖ und Erwin Rasinger/ÖVP
bekräftigen die Forderung nach zukunftsfähigen Lösungen (siehe
Tageszeitung Kurier vom 01.09.2010). "Wir sind bereit, diesen
Forderungen nachzukommen", erklärt Thomas Veitschegger, Präsident der
Apothekerkammer Oberösterreich
Integrierte Versorgung mit den Apotheken - Disease Management
Diabetes
Obwohl es in Österreich seit 2002 das ausgereifte Disease
Management Programm (DMP)"Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" gibt,
sind kaum fünf Prozent der diagnostizierten DiabetikerInnen in das
Programm eingeschrieben. Dabei zeigen mehrere Studien die klaren
Vorteile der strukturierten Betreuung - sowohl auf Seiten der
PatientInnen als auch in Bezug auf das Kostendämpfungspotenzial im
Gesundheitssystem.
Integrierte Versorgung über DMP heißt zunächst einmal "Vernetzung"
- zwischen Arzt, Apotheker, Patient und/oder Krankenhaus. "Die Rolle
des Apothekers ist nicht zu unterschätzen. Die Apotheke bietet für
den Patienten den einfachsten und niederschwelligsten Zugang zum
Gesundheitswesen - und das in einer hohen Frequenz und geprägt von
langjährigen Vertrauensbeziehungen zu KundInnen und PatientInnen",
bekräftigt Veitschegger.
Nutzen für DiabetikerInnen - Kostendämpfung im System
"Angesichts der ständigen Diskussion um die Kostenexplosion im
österreichischen Gesundheitswesen treten die ApothekerInnen als
wesentliche Nahtstelle im Versorgungssystem den Herausforderungen mit
proaktiven Vorschlägen entgegen", so Veitschegger. Durch
strukturierte Gespräche der Apotheker mit Risikopersonen können
unerkannte DiabetikerInnen einer Diagnose beim Arzt zugeführt werden.
Weiters können durch eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Ärzten
gleichzeitig bereits diagnostizierte DiabetikerInnen über das
DMP-Diabetes aufgeklärt und zur Einschreibung motiviert werden.
"Damit erfüllen wir sowohl eine wesentliche Aufgabe in der Prävention
als auch in der Versorgung von chronisch Kranken, was maßgeblich zur
Kostendämpfung im System beiträgt. Überdies verhelfen wir den
Betroffenen zu einer höheren Lebensqualität, indem wir Messungen
regelmäßig durchführen oder kontrollieren, Schulungen zu den
Instrumenten anbieten oder in Bezug auf Ernährung oder
Raucherentwöhnung individuell beraten", so Veitschegger
zusammenfassend.
Im gesamten Prozess spielt die Erhöhung der Compliance
(Therapietreue) eine besonders wichtige Rolle, indem die Apotheken in
strukturierter Weise die durch den Arzt verordnete
Medikamententherapie überwachen und regelmäßig an die
Eigenverantwortlichkeit (Adherence) der PatientInnen selbst
plädieren.
Next Practice
Was in anderen Ländern bereits seit Jahren erfolgreich praktiziert
wird - nämlich die Einbindung der Apothekerschaft in Disease
Management Programme - soll nach Wunsch der Apothekerkammer
Oberösterreich nun auch hierzulande passieren. "Wir werden dazu alle
Erfahrungen und Best Practice Referenzen in unsere Weiterentwicklung
einfließen lassen, um als Ergebnis ein "Next Practice" zu liefern, so
Veitschegger überzeugt.
Rückfragehinweis:
Mag.pharm. Thomas Veitschegger Präsident der Landesgeschäftsstelle Oberösterreich der Österreichischen Apothekerkammer Mozartstraße 26 4020 Linz Tel.: (0732) 77 03 50 Fax: (0732) 77 03 30 - 16 E-Mail: [email protected] Internet: www.apotheker.at/ooe
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