Fristenregelung schützt Täter, nicht Opfer
Linz (OTS) - Jugend für das Leben wanderte von Graz nach Wien, um
den bedingungslosen Gesetzesschutz des Lebens von ungeborenen Kindern
einzufordern. Bei einer Kundgebung am Wiener Schwedenplatz fordern
die Jugendlichen die Abschaffung der Fristenregelung
Ziel erreicht: Pro Life Marsch 2010 endet in Wien
Jugend für das Leben beendete am vergangenen Freitag, den 27.
August, den diesjährigen Pro Life Marsch in Wien. Zwei Wochen lang
waren Jugendliche aus ganz Österreich, Deutschland und sogar
Brasilien zu Fuß von Graz nach Wien unterwegs, um für das Recht auf
Leben der ungeborenen Kinder einzutreten. Auf ihrem Weg wollte Jugend
für das Leben vor allem die ansässige Bevölkerung über das Unrecht
der Abtreibung informieren und für einen aktiven Lebensschutz
begeistern. Weihbischof Mag. Dr. Franz Scharl zelebrierte am Freitag
Abend die Abschlussmesse im Wiener Stephansdom und lobte den
selbstlosen Einsatz der Jugend für das Leben. An die rund
hundertfünfzig Messbesucher richtete er klare Worte: "Wenn Mann und
Frau einander leiblich begegnen entsteht ein Mensch. Was sonst? Viele
von uns sind unerwartet gekommen. Auf jeden Fall ist zu uns Ja gesagt
worden". Für die musikalische Umrahmung der Messe sorgte der erste
Geiger des Philharmonischen Orchesters Augsburg, Thomas Zbiral, mit
Stücken von Johann Sebastian Bach.
35 Jahre Frist-gerechte Tötung in Österreich
Am Samstag, den 28. August, lud Jugend für das Leben anlässlich
"35 Jahre Fristenregelung" zur Kundgebung am Wiener Schwedenplatz.
Carina Broucek, Pressesprecherin von Jugend für das Leben, forderte
neben wirksamen finanziellen Hilfen für Frauen auch die Schaffung von
bedingungslosem gesetzlichem Lebensschutz für ungeborene Menschen.
"Wir fordern die Abschaffung der Fristenregelung, weil jeder Mensch
ein Recht auf Leben hat", appellierte Broucek bei der Kundgebung an
die ca. 200 Anwesenden. Weihbischof Dr. Andreas Laun bekräftigte die
Jugendlichen in ihrem Anliegen am Schwedenplatz: "Wenn da einige
sagen 'Hände weg von der Fristenregelung', so entgegnen wir ihnen
'Hände weg vom Kind'." Über die Fristenreglung sagte er: "Dieses
Gesetz schützt Täter, nicht Opfer."
Drei Betroffene berichten am Schwedenplatz
Unterstützt wurde Jugend für das Leben bei der Kundgebung von drei
unterschiedlich von der Thematik betroffenen Frauen. Zunächst
berichtete Frau Karin Lamplmair vom seelischen Leid, das sie nach
ihrer Abtreibung vor 12 Jahren durchmachen musste - sie litt unter
dem Post Abortion Syndrom: "Die Auswirkungen - Depressionen bis hin
zu Suizid - hätte ich mir nie gedacht. Ich dachte ich wäre nicht mehr
normal. Ich dachte ich würde da nie mehr wieder hinausfinden." Frau
Lamplmair fand durch ihren Glauben und gezielte Therapie Heilung und
spricht heute offen über ihre Probleme. Als zweite Rednerin sprach
die Hebamme Maria Grundberger über ihre Erfahrungen als
Schwangerschaftskonfliktberaterin. Sie bietet Frauen direkt vor der
Abtreibungsklinik ihre Hilfe an und konnte dadurch schon dutzende
Schwangere in Not dazu ermutigen, sich im letzten Augenblick doch
noch für ihr Kind und gegen die Abtreibung zu entscheiden. Hoffnung
versprühte auch Denise Kerner, eine junge Wienerin, die als
Jugendliche schwanger wurde. Trotz einer während der Schwangerschaft
diagnostizierten Behinderung beim Kind entschied sich die damals
13jährige ihren Sohn Dominik zur Welt zu bringen: "Ein Kind gibt
emotional so viel Halt und Stärke, dass ich mir heute gar nicht
vorstellen kann, wie das Leben ohne ihn gegangen wäre. Ich habe meine
Entscheidung keine einzige Sekunde bereut."
Redakteur: Mag. Monika Deak
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