• 31.08.2010, 16:05:20
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"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Ein Fall für Schmied"

Unser Schulsystem ist auch für Lehrer nicht attraktiv. Wir haben zu wenige.

Wien (OTS) - Wochenlang hat sich die österreichische Innenpolitik
damit beschäftigt, ob die Lehrer dem Bund oder den Ländern gehören
sollen. Jetzt stellt sich heraus: Es gibt zu wenige von ihnen (siehe
Seite 3). Das ist der Beweis dafür, dass unser vielgliedriges
Schulsystem bis hinunter zu den Bezirken nicht einmal sich selbst
verwalten kann, von einer sinnvollen Organisation im Sinne der
Schüler gar nicht zu reden.
Die Aufteilung in Bundes- und Landeslehrer ist die Folge eines
Budget-Tricks von Finanzminister Hannes Androsch. Er wollte die
Personalkosten für die Pflichtschullehrer ausgliedern und übertrug
diese den Ländern, wobei sie der Bund weiter bezahlen musste.
Solange dieser Unsinn niemandem wehtat, war er Teil unserer
Föderalismus-Folklore. Aber jetzt wird's gefährlich. Jetzt werden
halb ausgebildete Studenten auf Schüler losgelassen; und je nach
Situation werden sich die einen vor den anderen fürchten.
Ministerin Schmied kann und muss sich jetzt durchsetzen. Einen
besseren Beweis für die Notwendigkeit einer klaren Organisation wird
sie nicht mehr bekommen.
P.S.: Einen Vorteil hat der Lehrermangel. Keiner wird gefragt
werden, ob er schon ein Parteibuch hat.

Rückfragehinweis:
KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

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