OTS0124 / 31.08.2010 / 10:54 / Channel: Chronik / Aussender: Greenpeace
Stichworte: Energie / Gastronomie / Gesundheit / Handel / Klima / Nahrungsmittel / Produkte / Umwelt


Greenpeace: Hände weg von Jausen-Eiern!


Utl.: Ergebnis der marktcheck-Untersuchung: Alle ökologisch "ungenügend" =

   Wien (OTS) - Das marktcheck.at-Team von Greenpeace hat soeben den
Inhalt sechs unterschiedlicher Jauseneier*-Produkte unter die Lupe
genommen: Alle darin enthaltenen Eier stammen von Hennen aus
konventioneller Bodenhaltung und erzielten in der Kategorie
"Ökologie" (Inhaltsstoffe, Gentechnik, Transport, Verpackung) nur ein
"Ungenügend". Weiters wurde auch der Tierschutz-Aspekt von den
marktcheck.at-Expertinnen aufgrund der Haltungsform der Hühner als
"kritisch" bewertet.

   Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz beanstandet vor
allem die Fütterung der Hennen mit Gentech-Tierfutter und den Einsatz
problematischer Farbstoffe: "In Österreich werden genügend
konventionelle Frischeier aus gentechnikfreier Fütterung produziert.
Daher ist es nicht nachvollziehbar, dass den Konsumenten
ausschließlich Jauseneier von Hennen angeboten werden, die mit
Gentech-Futter versorgt wurden. Abgesehen davon ist es äußerst
ärgerlich, dass zum Färben der Jauseneier Substanzen eingesetzt
werden, die problematische Auswirkungen auf die Gesundheit haben
können und die Produkte auf den ersten Blick nicht einmal als gefärbt
zu erkennen sind."

   Für einige der Eier wurden die Farbstoffe E 104 (Chinolingelb), E
110 (Gelborange S) und der rote Farbstoff E 127 (Erythrosin)
verwendet. Alle diese Stoffe können am Entstehen des hyperkinetischen
Syndroms (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) bei Kindern beteiligt sein. 

   E 127 kann Allergien auslösen und wird in der Europäischen Union
mittlerweile als R 22, "gesundheitsschädlich beim Verschlucken",
eingestuft.

   E 104 und E 110 wurden in den USA bereits verboten. Seit 30. Juli
2010 sollten die Verpackungen der Eier auch innerhalb der EU die
Kennzeichnung "kann Aktivität und Aufmerksam-keit bei Kindern
beeinträchtigen" tragen, doch auf keiner der vom marktcheck.at-Team
überprüften Artikel fand sich ein entsprechender Vermerk.

   Aufgrund einer Sonderregelung bei der Kennzeichnung von gekochten
Eiern besteht auch keinerlei Verpflichtung, die genaue Herkunft
anzuführen. Das bedeutet, dass bei Bezeichnungen wie "Qualität aus
Österreich" die Eier von weit her stammen können und hierzulande nur
gekocht, gefärbt sowie verpackt wurden. Und darüber hinaus sind diese
konventionellen Fertigprodukte auch noch teurer als frische
Freilandeier aus biologischer Landwirtschaft.

   Das Fazit von Greenpeace-Sprecherin Sprinz: "Von Vorteil sind
solche Produkte allein für die Hersteller, weil die Eier durch Kochen
und Färben schlichtweg länger haltbar gemacht werden. Die Konsumenten
kaufen hingegen ein im Vergleich zu frischen Eiern viel zu teures
Produkt, das mit Gentech-Futter hergestellt und häufig mit
problematischen Inhaltsstoffen gefärbt wurde. Nachdem es höchstens
fünf Minuten dauert, ein Ei zu kochen, empfehle ich den Kauf von
heimischen Frischeiern aus biologischer Landwirtschaft anstelle der
überteuer-ten Jauseneier."

* So genannte "Jauseneier" sind gekochte sowie gefärbte Hühnereier
und werden immer häufiger in den heimischen Supermärkten angeboten.

Rückfragehinweis:
   http://marktcheck.greenpeace.at/jauseneier.html
   Claudia Sprinz, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126731


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