• 27.08.2010, 09:43:31
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Aktuelle KfV-Freizeitunfallstatistik: Hohe Unfallzahlen auch 2009 - GRAFIK

Die Gesamtzahl der Unfälle in Österreich ist im Vergleich zum Jahr 2008 zurückgegangen. Die Zahl der Freizeitunfälle liegt konstant hoch.

Wien (OTS) - Rund 836.000 Menschen verunglückten in Österreich im
Jahr 2009 bei Unfällen (2008: 858.000). Was jedoch den wenigsten
bekannt ist: Drei Viertel aller Unfälle (610.500) passierten zuhause,
in der Freizeit oder beim Sport. "Nach wie vor haben Freizeitunfälle
den mit Abstand größten Anteil am Unfallgeschehen in Österreich. Zwar
hat die Zahl der Unfälle insgesamt im Vergleich zum Vorjahr
abgenommen, die Zahl der Freizeitunfälle ist jedoch seit Jahrzehnten
auf hohem Niveau konstant. Erfreuliche Rückgänge konnten in den
vergangenen Jahren nur bei Verkehrsunfällen sowie bei Unfällen in der
Arbeit oder Schule erreicht werden. Im Freizeitbereich gilt es daher,
endlich ähnlich wirksame Programme und Maßnahmen wie im
Verkehrsbereich zu installieren", betont Othmar Thann, Direktor des
Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Von den 836.000 Unfällen 2009 entfielen weitere 21 Prozent auf das
Arbeits- bzw. Schulumfeld, sechs Prozent auf den Verkehr. Für 2.587
Menschen endeten Unfälle im Jahr 2009 sogar tödlich. 68 Prozent der
tödlichen Unfälle passierten zuhause, in der Freizeit oder beim
Sport. 24 Prozent der tödlichen Unfälle ereigneten sich im
Straßenverkehr, sieben Prozent bei der Arbeit oder in der Schule.

Häufigste Unfallart in der Freizeit: Stürze

Rund 407.200 - und damit zwei Drittel aller spitalsbehandelten
Freizeitunfälle 2009 - passierten bei Tätigkeiten zuhause oder bei
anderen Freizeitaktivitäten. Zusätzlich ereigneten sich 203.300
Unfälle beim Sport. Zwei von drei Unfällen zuhause oder in der
Freizeit waren Stürze, und jeder Dritte, der sich bei einem Sturz
verletzte, war älter als 60 Jahre. "Sturzunfälle passieren häufig in
der eigenen Wohnung. Viele Senioren passen ihre Wohnverhältnisse
nicht an ihre geänderten Bedürfnisse im Alter an. Dabei können schon
einfache Maßnahmen - wie etwa ausgeglichene Bodenniveaus oder
nachträglich eingebaute Haltegriffe - lebensgefährliche
Sturzverletzungen verhindern", betont Thann.

Im Jahr 2009 gab es in Österreich insgesamt rund 261.100
Sturzunfälle, beispielsweise durch Ausrutschen oder Stolpern. Und
während Männer bei den unter 60-jährigen in allen Lebensbereichen
häufiger von Unfällen betroffen waren als Frauen, verhält sich dies
bei Unfällen zuhause oder in der Freizeit umgekehrt: Hier sind vor
allem Seniorinnen ab 60 Jahren von Unfällen betroffen.

Junge Erwachsene haben das höchste Unfallrisiko

Das höchste Unfallrisiko insgesamt haben jedoch junge Erwachsene
im Alter von 15 bis 24 Jahren: 141 von 1.000 Personen in dieser
Altersgruppe verunglückten 2009 bei einem Unfall. Jeder Dritte davon
verletzte sich beim Sport, jeder vierte zuhause oder bei anderen
Freizeitaktivitäten. Vor allem männliche Jugendliche verletzen sich
bei Unfällen. Denn im Unterschied zu jungen Frauen sind sie
risikofreudiger und eher bereit, Wagnisse einzugehen. "Das Austesten
von Grenzen und das Eingehen von Risiko ist Teil der jugendlichen
Entwicklung, allerdings sollte das stets in einem kalkulierbaren
Rahmen passieren, beispielsweise beim Sport mit entsprechender
Schutzausrüstung", so Thann.

Das zweithöchste Unfallrisiko besteht für Kinder unter 15 Jahren:
132 von 1.000 Kindern verunfallten im Jahr 2009. "Kinder verletzen
sich überwiegend bei Unfällen zuhause oder in der Freizeit. Besonders
Kleinkinder sind von Haushaltsunfällen betroffen, beispielsweise,
weil sie vom Wickeltisch fallen oder auf heiße Herdflächen greifen.
Entsprechende einfache Regeln und Maßnahmen würden hier helfen, die
Unfallgefahr in den eigenen vier Wänden entsprechend zu reduzieren",
rät Thann.

Freizeitunfällen muss höherer Stellenwert eingeräumt werden
Generell ist Sport ein zentrales Element der Unfallprävention. Wer
regelmäßig Sport betreibt, bleibt nicht nur fit, sondern schult auch
Gleichgewicht, Reaktionsvermögen sowie Koordination - und dies bis
ins hohe Alter. Allerdings passieren beim Sport auch Unfälle. 2009
entfiel die Hälfte aller Unfälle auf die drei beliebtesten Sportarten
in Österreich: Rund 46.900 Unfälle geschahen beim Schifahren (2008:
46.400), 29.600 Hobbysportler verletzten sich beim Fußball spielen
(2008: 30.600) und Radfahren führte im Jahr 2009 zu rund 21.900
Verletzungen (2008: 23.200), die im Spital behandelt werden mussten.

Allgemein stellen Verletzungen durch Unfälle eine erhebliche
Belastung für das österreichische Gesundheitssystem dar: Die direkten
Kosten für medizinische Behandlung, Lohnfortzahlung und Unfallrenten,
die durch Unfälle verursacht wurden, betragen jährlich etwa 3,4
Milliarden Euro. "Aus dem Verkehrsbereich wissen wir: Ein Euro
investiert in Präventionsmaßnahmen bringt neun Euro Ersparnis an
Kosten für das Gesundheitssystem. Dennoch wird nach wie vor Unfällen
in der Freizeit und im Sport viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet.
Österreich braucht ein Programm mit klaren Zielen und Strategien, um
das Unfallgeschehen auch in diesem Bereich langfristig zu reduzieren.
Unfallprävention in allen Lebensbereichen muss ein deutlich höherer
Stellenwert zukommen", fordert Thann.

Grafik(en) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original
Grafik Service, sowie im OTS Grafikarchiv unter http://grafik.ots.at

Rückfragehinweis:
Elisabeth Gerstendorfer, Kuratorium für Verkehrssicherheit, Marketing & Kommunikation,
Tel.: 05-77077-1906, E-Mail: [email protected], www.kfv.at

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