• 27.08.2010, 09:25:35
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Bundesministerium für Gesundheit bestätigt zwei Fälle von NDM-1 in Österreich

Ansteckung erfolgte im Ausland; eine Person bedarf noch medizinischer Behandlung

Wien (OTS) - Antibiotikaresistenzen bei Enterobakterien mit
Carbapenemaseproduktion, hervorgerufen durch das Enzym "NDM-1"
wurden Erstmals 2008 bei einem Patienten nachgewiesen. Die Anzahl an
nachgewiesenen Enterobakterien mit NDM1 (hauptsächlich Klebsiella sp.
und E. coli) nimmt weltweit zu. Die derzeitigen Daten sprechen dabei
dafür, dass der Ausgangspunkt dieser Stämme am indischen
Subkontinent liegt. Das Bundesministerium für Gesundheit hat schon im
Vorfeld auf diese Problematik hingewiesen.

An der Medizinischen Universität Graz wurde bei einer aktuell
durchgeführten Untersuchung von multiresistenten
(Carbapenem-resistenten) Patientenisolaten mittels molekularer
Untersuchungstechniken nun erstmals dieses neue Resistenzgen (NDM1)
bei zwei Patienten nachgewiesen. Beide Patienten haben nach den
bisherigen Untersuchungen die Bakterienstämme in Krankenhäusern im
Ausland erworben. Die beiden Patienten sind bzw. waren im Uniklinikum
Graz in Behandlung. Bei einem der beiden Fälle handelt es sich um
eine Person aus Pakistan, die im vergangenen Jahr im Uniklinikum
Graz behandelt wurde und gesund entlassen wurde. Die Zuordnung des
betreffenden Isolates war jetzt aufgrund neuer wissenschaftlicher
Erkenntnisse möglich. Bei dem zweiten Fall handelt es sich um eine
Person aus dem Kosovo, die derzeit im Uniklinikum Graz noch
medizinisch betreut wird.

Die Identifizierung bzw. der Nachweis dieses neuen Resistenzgens bei
diesen beiden Patienten zeigt, dass das österreichische
Gesundheitssystem auf internationale Entwicklungen rasch und
angemessen reagiert. Durch die Zusammenarbeit von Klinik und Labor in
Österreich können Antibiotikaresistenzen erkannt und angepasste
Reaktionen gesetzt werden. Wirksame Maßnahmen zur Eindämmung der
Antibiotikaresistenz können bei Kenntnis der aktuellen Situation
geplant und getroffen werden. Österreich befindet sich, was das
Vorkommen multiresistenter Erreger betrifft, in einer guten
Ausgangslage.

Um zu vermeiden, dass sich resistente Stämme in Österreich
etablieren hat das Bundesministerium für Gesundheit empfohlen, bei
PatientInnen/MedizintouristInnen mit Reiseanamnese Indien und
Pakistan und allen anderen PatientInnen, die zu Verdacht Anlass
geben, angemessene krankenhaushygienische Maßnahmen einzuleiten und
ein Screening bei diesen PatientInnen und deren engen Kontaktpersonen
vorzunehmen.

Aus krankenhaushygienischer Sicht wird nach derzeitigem Kenntnistand
empfohlen, betroffene PatientInnen zu isolieren, bzw. die
krankenhaushygienischen Grundmaßnahmen, wie auch beim Auftreten auch
anderer multiresistenter Erreger (MRSA, ESBL) strikt einzuhalten.

Es ist wichtig die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen und
nosokomialen Infektionen kontinuierlich zu überwachen. In Österreich
sind im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit als
Referenzzentralen für nosokomiale Infektionen und
Antibiotikaresistenzen tätig:
- Klinisches Institut für Hygiene und Med. Mikrobiologie der
Medizinischen Universität. Wien und
- Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin; Allgemein
öffentliches Krankenhaus Elisabethinen, Linz.

Neben der laufenden Arbeit dieser Referenzzentralen wird jährlich ein
offizieller Bericht zur Situation der Antibiotikaresistenz ("AURES")
in Österreich erstellt. Österreich verfügt damit über ausgezeichnete
Daten, mit denen die bereits getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der
Antibiotikaresistenz auf ihre Wirksamkeit überprüft und bei Bedarf
adaptiert werden können.

Rückfragehinweis:

Kontaktperson betreffend klinische Fälle
   
   Univ.-Prof. Dr. Gernot Brunner
   LKH-Univ. Klinikum Graz, Ärztliche Direktion
   Telefon: 0316 / 385 /14638
   
   Kontaktperson für Antibiotikaresistenzen allgemein
   
   Univ.-Doz. Dr. Petra Apfalter
   KH der Elisabethinen Linz 
   Nationale Referenzzentrale für Antibiotikaresistenz
   Leitung Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin 
   Tel: 0732 / 7676 / 3693
   
   Kontaktperson Bundesministerium für Gesundheit
   
   Fabian Fußeis, Pressesprecher
   Radetzkystraße 2, 1030 Wien
   Tel.: +43/1/71100-4505 , Fax: +43/1/71100-14304
   mailto:[email protected]
   http://www.bmg.gv.at

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