- 27.08.2010, 09:00:18
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ADHS als Folge von Pestiziden
Eltern brauchen mehr Informationen über wirksame Alternativen zu chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln (Pestiziden), zum Beispiel bei der Behandlung von Kopflausbefall
Wien (OTS) - Pestizide, sogenannte Organophosphatpestizide,
könnten ursächlich an der Entwicklung von ADHS
(Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom) bei Kindern und Jugendlichen
beteiligt sein, so das Ergebnis einer kürzlich publizierten
US-amerikanischen Studie (1). Die Forscher konnten zeigen, dass
Kinder mit höheren Mengen von Pestizid-Stoffwechsel-Produkten im Urin
eine größere Wahrscheinlichkeit für die Diagnose ADHS hatten.
Pestizide auf Organophosphatbasis werden nicht nur in der
konventionellen Landwirtschaft eingesetzt, sondern finden auch als
Wirkstoff (Malathion) in klassischen Kopflausmitteln Verwendung.
Was kann die einzelne Familie tun, um die Pestizid-Belastung der
Kinder möglichst gering zu halten?
Ein gutes Beispiel in diesem Zusammenhang sind Kopflausmittel, die
alljährlich in den Wochen und Monaten nach Schulbeginn in vielen
Familien zum Einsatz kommen müssen. Die herkömmlichen chemischen
Präparate sind wegen ihres Pestizidgehalts nicht gänzlich
unbedenklich und außerdem nicht immer wirksam. Die Kopfläuse können
sich nämlich an die Pestizide anpassen und Resistenzen ausbilden.
Die gute Nachricht lautet: Moderne Kopflausmittel enthalten heute
keine Pestizide mehr, sondern arbeiten mit Silikonölen (Dimeticonen).
Diese dringen in die Atemöffnungen der Läuse ein und verschließen
sie, so dass die Parasiten absterben. Dass dieser denkbar einfache
physikalische Wirkmechanismus zuverlässig funktioniert, wurde in
einer klinischen Studie und in invitro-Tests für das
2-Stufen-Dimeticon NYDA(R) des deutschen Herstellers Pohl-Boskamp
nachgewiesen. NYDA(R) führte in einer randomisierten, kontrollierten
Studie (2) bei Kindern mit teilweise starkem Kopflausbefall, 24
Stunden nach einmaliger Behandlung, zu einer Heilungsrate von 95%.
Von den im Rahmen der Vergleichsstudie mit 1%igem Permethrin in
wässriger Lösung behandelten Kindern waren nur 67% zu diesem
Zeitpunkt kopflausfrei.
"Der noch immer massenhafte Einsatz von Insektiziden gegen
Kopfläuse wirft Umweltprobleme auf und muss auch im Hinblick auf
mögliche gesundheitsschädliche Langzeitwirkungen kritisch gesehen
werden", referierte die Parasitologin Terri L. Meinking aus
Miami/Florida (USA) beim internationalen Parasitologenkongress im
Juni in der Türkei (3). Sie fordert eine Neubewertung aller
Kopflausmittel in regelmäßigen Abständen sowie eine sorgfältige
Beobachtung der weiteren Resistenzentwicklung. Da Produkte mit
physikalischem Wirkprinzip vermutlich kein resistenzauslösendes
Potential haben, sei deren vermehrte Anwendung das Gebot der Stunde.
Quellen:
(1) Maryse F. Bouchard, David C. Bellinger, Robert O. Wright and
Marc G. Weisskopf, Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder and
Urinary Metabolites of Organophosphate Pesticides. -"Pediatrics" -
Official Journal of the American Academy of Pediatrics. Mai 2010.
(2) Heukelbach J et al. A highly efficacious pediculicide based on
dimeticone: randomized observer blinded comparative trial. BMC Infect
Dis 2008, 8:115
(3) Satellitensymposium "Current head lice treatment: dimeticone -
effective and safe", Fourth International Conference on Phthiraptera,
Kappadokien, Türkei, 14.-16. Juni 2010
Rückfragehinweis:
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