• 25.08.2010, 13:04:14
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Alpbach: Bildung und Forschung hilft im Standortwettbewerb, bei Beschäftigung und Integration

Leitl: "Innovation fördern - Arbeit entlasten - Qualifizierung der Jugend vorantreiben"

Alpbach/Wien (OTS/PWK646) - "Bei Bildung und Forschung darf
nicht gespart werden", betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl bei der
Diskussionsrunde "Die Zukunft der Arbeit" zum Abschluß der
Reformgespräche in Alpbach. Kürzungen bei Bildung und Forschung seien
gleichbedeutend mit dem Abschneiden der Wurzeln unserer Zukunft.
Leitl forderte ein klares Bekenntnis: "Österreich muss Innovationen
fördern und Arbeit entlasten!" Zum Thema Forschung hob der
Wirtschaftskammerpräsident vor allem die österreichische Kompetenz
bei Umwelttechnologien hervor: "Erneuerbare Energie und
Umwelttechnologien sind ein weltweiter Megatrend. Neben Mozartkugeln
und Lipizzanern muss Österreich in diesen Bereichen seine Trademark
entwickeln und weiter ausbauen. In diesem Zukunftsmarkt müssen wir
weiter zur weltweiten Spitze aufschließen, das schafft Wachstum und
weitere Green Jobs."

"Eine große Stärke Österreichs ist die Facharbeit. In bestimmten
Bereichen sind wir Innovationsführer", sagte ÖGB-Präsident Erich
Foglar. Etwa bei der Umwelttechnologie oder der Energieeffizienz
seien österreichische Unternehmen weltweit im Spitzenfeld. "Der
Schlüsselpunkt wird sein, dort wo wir schon stark sind, gezielt in
Forschung und Entwicklung zu investieren. Denn das Fördern von
Innovation schafft Arbeitsplätze in Österreich", so Foglar. Um
Arbeitsplätze im Inland abzusichern, sei es notwendig, KMU beim "Weg
von der Idee zum Produkt" zu begleiten.

Zentrales Anliegen von Beatrix Karl, Bundesministerin für
Wissenschaft und Forschung, ist eine Steigerung der Qualifizierung
der Bevölkerung: "Wir brauchen mehr Universitätsabsolventen, mehr
Facharbeiter und ganz generell: einen besseren Zugang zu Bildung für
die gesamte Bevölkerung - ich bin für Breite statt Elite." Die
Ministerin sprach auch die Berufs- bzw. Ausbildungswahl der jungen
Menschen an: "Die Studienwahl in Österreich erfolgt nicht optimal.
Wir haben 60 Prozent der Studienanfänger in 10 Prozent der Fächer.
Dabei wäre es wesentlich, dass wir die Zahl der Studenten in den
MINT-Fächern - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik
- drastisch erhöhen", so Karl. Darüber hinaus trat sie für einen
neuen Zugang zur Arbeit ein: "Wir dürfen Arbeit und Ausbildung nicht
mehr getrennt betrachten".

"Ich möchte eine Vision umsetzen. Jeder 15 oder 16-jährige in
Österreich sollte über die Pflichtschule hinaus eine zusätzliche
Ausbildung machen. Dabei sollten alle Möglichkeiten offen stehen -
weitere Schulbildung, eine Lehre oder eine Teillehre", forderte
Rudolf Hundstorfer, Bundesminister für Arbeit und Soziales. Ein
weiterer Vorschlag Hundstorfers: Schülerinnen und Schüler der 7. und
8. Schulstufe sollten verstärkt Berufsinformationszentren besuchen,
um Informationen zu sammeln, welche verschiedenen Formen der Arbeit
und Ausbildungsmöglichkeiten es gibt. "So könnten Bildungsbarrieren
überwunden werden. Alle Ausbildungen sollten als gleichwertig
anerkannt werden. Für die Gesellschaft ist die Lehre genauso wichtig
wie die AHS-Oberstufe", so der Minister.

"Die Arbeit geht uns nicht aus. Problematisch wird es aber für
Menschen mit schlechter Qualifizierung für den Arbeitsmarkt",
analysierte Johannes Kopf, Vorstandsmitglied des Arbeitsmarktservice
Österreich (AMS), ein Kernproblem am heimischen Arbeitsmarkt. Kopf
verwies auf überproportional hohe Arbeitslosenquote von Personen, die
nur einen Pflichtschulabschluss aufweisen können. "Es ist sehr
simpel: Bildung ist die Lösung für viele drängende Probleme. Bildung
hilft bei Beschäftigung, im Standortwettbewerb und bei der
Integration."

"Die Globalisierung ist eine Realität. Ein Prozess, den es zu
gestalten gilt. Um in seinen Marktnischen erfolgreich zu sein und im
Wettbewerb zu bestehen, muss sich Österreich fit machen und seine
Qualifikation stärken", betonte der EU-Parlamentarier Othmar Karas.
Er plädierte für eine "Europäisierung der Bildungsdebatte", über
Europa-Programme hinaus müssten in grenzüberschreitenden
Partnerschaften junge Österreicher und Österreicherinnen die Chance
bekommen, ihr Potenzial zu nützen.

"Das Ende des fossilen Zeitalters erzwingt eine Umstellung des
Wirtschaftssytems", zeigte sich Stefan Wallner, Bundesgeschäftsführer
der Grünen, überzeugt. Österreich müsse sich rechtzeitig umstellen,
um der Abhängigkeit vom Öl gegenzusteuern. Wallner trat für eine
Ökologisierung des Steuersystems und von Instrumenten wie der
Wohnbauförderung ein, bei dem der Fokus auf dem Energiesparen liegen
solle.

Abschließend betonte der WKÖ-Präsident Leitl: "Zwei klare
Botschaften möchte ich zum Abschluss der Bildungsdebatte in Alpbach
vermitteln. Erstens: Wir müssen den Schwachen eine Chance geben,
deswegen brauchen wir eine Teillehre in manchen Bereichen. Zweitens:
Einen Ausbaustopp bei den Fachhochschulen darf es nicht geben.
Bildung und Forschung sind die Basis für unsere Zukunft." (TB/AC)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Stabsabteilung Presse
Mag. Rupert Haberson
Tel.: T:(+43) 0590 900-4362, F:(+43) 0590 900-263
mailto:[email protected]
http://wko.at/Presse

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