Wien (OTS) - Nach großzügigen Banken- und Industrie-Paketen
sollen wieder einmal ArbeitnehmerInnen, Arbeitslose und öffentlich
Bedienstete für eine Krise zahlen, die sie nicht verursacht haben.
Geplante Budgetkürzungen im Bildungsbereich sollen die LehrerInnen
durch eine Arbeitszeiterhöhung ausgleichen, meinen der Bundeskanzler
und die Beamtenministerin. Der auf Kürzungen bei der Bildung und im
Sozialbereich bedachte Finanzminister sieht dazu keinen Anlass:
Der ÖVP-Parteichef und die fcg.GÖD konnten und können sich
stattdessen Einsparungen bei Schulreformen (Gesamtschule, ganztägige
Schulformen, Universitäts-Ausbildung auch für
PflichtschullehrerInnen), bei Integrations- und Fördermaßnahmen
vorstellen. Im Gegenzug bräuchten dann weder die Lehrverpflichtung
noch die unterschiedlichen Dienstrechte der Landes- und
BundeslehrerInnen verändert werden. Die Landeshauptleute könnten alle
LehrerInnen unter ihre direkte Kontrolle bringen, für deren Gehälter
weiterhin der Bund aufkommt, und Schule kann bleiben wie sie ist. Die
LehrerInnengewerkschaften hätten einen Erfolg gegen Faymann,
Heinisch-Hosek und Schmied und die Reformansätze des BMUKK nachhaltig
unterlaufen. Der Finanzminister könnte sich bis auf weiteres mit
einer "kalten" Lehrpflichterhöhung durch das Anordnen der gesetzlich
schon jetzt möglichen fünf zusätzlichen Unterrichtsstunden pro Woche
zufrieden geben, die um ein Drittel billiger sind als das Einstellen
zusätzlichen Personals (LehrerInnen, SozialarbeiterInnen,
SonderpädagogInnen, ErzieherInnen), Überforderung und Burn-out zum
Nachteil der SchülerInnen inklusive.
Die Unabhängigen GewerkschafterInnen der Österreichischen
LehrerInnen-Initiative(ÖLI-UG), Landes- und BundeslehrerInnen,
zweitstärkste Fraktion in den Personalvertretungen AHS und BMHS,
fordern von der Bundesregierung:
- Schluss mit dem schäbigen Sommertheater von Faymann, Pröll + Pröll
auf Kosten von Schule, Schulreform, von LehrerInnen,
LehramtsstudentInnen und SchülerInnen!
- In Deutschland besteht Verzweiflung über die von Land zu Land
unterschiedlichen Regelungen im Schulwesen, welche nach Meinung der
heimischen LandesfürstInnen jetzt auch in Österreich zur Vollendung
geführt werden könnten. Das ist die falsche Richtung, vielmehr
benötigen wir eine bundesweit
einheitliche rechtliche Situation der PädagogInnen ohne regionale
Einschränkungen und eine Stärkung der Personalvertretung an den
Schulen.
- Her mit dem Konjunkturpaket für Soziales, Bildung und öffentliche
Dienste, das für die Zukunft des österreichischen Sozial- und
Bildungswesens notwendig ist und - wie von ÖGB und AK bereits 2009
gefordert - Arbeitsplätze schafft!
ARGE LehrerInnen der GÖD gefordert
Das Nebeneinander von AHS-, APS-, BMHS-, Berufs- und
Landwirtschaftsschul-Gewerkschaft behindert eine solidarische
Interessensvertretung aller LehrerInnen. Flapsige Hinweise auf
"Verhandlungen im Herbst" sind kein Ersatz für gut begründete,
zukunftsfähige und auch an den Schulen breit diskutierte Positionen.
Von den fünf (!) fcg-ÖVP-dominierten LehrerInnengewerkschaften der
GÖD erwartet die ÖLI-UG das bisher versäumte Ausarbeiten gemeinsamer
Positionen für ein gemeinsames, zeitgemäßes und die tatsächlichen
Leistungen der LehrerInnen im und außerhalb des Unterrichts
berücksichtigendes Dienstrecht - im Interesse von LehrerInnen,
Schülerinnen, Schule und Schulreform!
Glück auf!
Wilfried Mayr (APS),
Reinhart Sellner (AHS),
Gary Fuchsbauer (BMHS)
Vertreter der Unabhängigen GewerkschafterInnen in der ARGE
LehrerInnen der GÖD
PS: Ein Killer-Argument gegen die Vereinheitlichung eines
PädagogInnen-Dienstrechts wollen wir ausräumen: Bewährte
selbstfinanzierte soziale Errungenschaften von LehrerInnen wie z.B.
die eigenständige oö. LehrerInnen-Kranken- und Unfallfürsorge haben
mit dem Dienstrecht im engeren Sinn nichts zu tun und müssen den
KollegInnen erhalten bleiben.
Rückfragehinweis:
Reinhart Sellner, e-mail: reinhart.sellner@gmx.at,
Tel: 0676/34 37 521,
Josef Gary Fuchsbauer, e-mail: oeli@kreidekreis.net, Tel: 0680/212 4 358
Internet: www.oeli-ug.at, www.ugoed.at
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