• 25.08.2010, 10:34:29
  • /
  • OTS0079 OTW0079

Chronische Krankheiten: Von einer institutenorientierten Finanzierung hin zu einer patientenorientierten Versorgung

WKÖ-Gleitsmann für Gesundheitsmanagement statt reiner Leistungsverrechnung

Alpbach/Wien (OTS/PWK638) - Chronische Krankheiten verursachen
viel Leid und Einschränkungen für die Patienten und erhebliche
Ausfälle in den Betrieben. Die Behandlung chronischer Erkrankungen
verschlingt außerdem den Großteil der Gesundheitskosten (25 % der
Versicherten verursachen 80 % der Ausgaben), umso wichtiger ist es
daher einer optimalen Begleitung und Betreuung chronisch kranker
Patienten ein besonderes Augenmerk zu richten.

"Durch die demographische Veränderung und der damit verbundenen
Alterung der Belegschaften wird es notwendig, die Betriebe zu
motivieren, damit diese rechtzeitig dafür sorgen, dass ihre
Mitarbeiter fit für den Arbeitsprozess bleiben", sagte Martin
Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit in
der WKÖ, beim Arbeitskreis zum Thema "Chronisch krank, chronisch
teuer?" am zweiten Tag der Alpbacher Reformgespräche. Er plädierte
für Formen der betrieblichen Gesundheitsförderung, die die
Unternehmen individuell mit Angeboten für die jeweilige Altersgruppe
gestalten können. Einen gesetzlichen Zwang in diesem Bereich lehnt er
vehement ab. Gerade bei chronischen Erkrankungen sind integrierte
Versorgung und Disease-Management-Programme, bei denen die Patienten
koordinierte und strukturierte Behandlung erfährt, nützlich.
Gleitsmann tritt für bessere Informationspolitik ein, um die
Akzeptanz und die Teilnahme an den Programmen zu erhöhen.

"Es gibt viele Gründe für ein Umdenken in der Gesundheitspolitik.
Einer davon sind die chronischen Krankheiten", konstatierte Josef
Probst, Generaldirektor-Stellvertreter des Hauptverbands der
österreichischen Sozialversicherungsträger. Zur besseren Prävention
von chronischen Krankheiten sieht Probst Handlungsbedarf: Mehr
Investitionen in eine Gesundheitsorientierung des Systems und in
Prozessmanagement.

Chefarzt Rudolf Müller von der Pensionsversicherungsanstalt
unterstrich ebenfalls die Wichtigkeit von Vorbeugung und
Früherkennung bei chronischen Krankheiten. Es müsse alles getan
werden, damit Zivilisationskrankheiten später oder gar nicht
eintreten. Deshalb sollten Kinder schon früh zu Bewegung motiviert
und über gesunde Ernährung informiert werden. "Die Reduktion von
Turnstunden in den Schulen ist kontraproduktiv", so Müller.

"Bei Krankheiten, bei denen es keine Präventionsmöglichkeiten
gibt, ist die Früherkennung bzw. der Beginn einer frühen Therapie, um
die Folgekosten einzudämmen, genauso wichtig", unterstrich Burkhard
Leeb, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie
und Rehabilitation. Gesundheit bedeute nicht nur das Freisein von
Krankheit, sondern auch einem Beruf nachgehen zu können und einen
Gewinn an Lebensqualität.

"Insgesamt muss also ein österreichweites Gesamtkonzept entwickelt
werden, in dem alle wichtigen Determinanten und Versorgungsstrukturen
ineinander greifen", betonte Simone Thomsen, Geschäftsführerin der
Eli Lilly GmbH und Präsidentin des FOPI (Forum der forschenden
pharmazeutischen Industrie. "Nur so kann die Versorgung von chronisch
kranken Patienten und die Kostensituation verbessert werden. Bisher
sind wir jedoch weiter in Silodenken und einseitiger Fokussierung auf
direkte Arzneimittelkosten verfangen", so Thomsen. Sie fordert ein
Umdenken der Beteiligten im Gesundheitssystem in Richtung einer
sektorenübergreifenden Lösung. (TB/DS)

Rückfragehinweis:

Dr. Dietmar Schuster MBA
   Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit
   T:(+43) 0590 900-3714,
   E-Mail: [email protected]
   
   
   Wirtschaftskammer Österreich
   Stabsabteilung Presse
   Mag. Rupert Haberson
   T:(+43) 0590 900-4362, F:(+43) 0590 900-263
   E-Mail: [email protected]
   Internet: http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel