- 25.08.2010, 09:59:08
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"Unser Gesundheitssystem braucht neue Verantwortlichkeiten!"
Darüber waren sich hochrangige Vertreter aus dem Gesundheitswesen bei den Reformgesprächen in Alpbach einig.
Alpbach/Wien (OTS) - Bei den Reformgesprächen wurden beim
Arbeitskreis der AUVA zahlreiche Aspekte der Verantwortlichkeiten
diskutiert: die nach wie vor ungelöste Finanzierungsthematik, die
Frage, ob der Einzelne nicht mehr Eigenverantwortung für seine
Gesundheit übernehmen muss, der akute Handlungsbedarf im Bereich
Prävention und die in Österreich bisher stark vernachlässigte
betriebliche Gesundheitsförderung.
"Wir brauchen eine neues Verantwortungsbewusstsein aller
handelnden Akteure im Gesundheitssystem - seien es Ärzte und
Ärztinnen, Sozialversicherungen, Länder oder Spitalserhalter, um nur
einige zu nennen", so BM Alois Stöger zu den Verantwortlichkeiten im
Gesundheitssystem. "Ein verantwortungsvolles Mitgestalten und
Mittragen der Gesundheitspolitik im Interesse der Patientinnen und
Patienten ist insofern oberstes Gebot. Freilich geht es auch darum,
den Einzelnen dazu zu motivieren, Selbstverantwortung für seine
Gesundheit zu übernehmen. Das wird jedoch nicht durch
Bestrafungsmodelle gelingen, sondern vielmehr dadurch, die
Verhältnisse und Lebensumstände des Einzelnen so zu ändern, dass eine
gesunde Lebensweise möglich wird und zu mehr Gesundheitsbewusstsein
motiviert."
Um die Wahrnehmung der Eigenverantwortung für den Einzelnen zu
ermöglichen, bedarf es aber entsprechender Rahmenbedingungen. "Nur
durch Transparenz und Qualitätsstandards kann sich der Einzelne
selbst ein Bild machen. Wenn wir tatsächlich eines der besten
Gesundheitssysteme der Welt haben, warum werden dann eigentlich die
Qualitätsdaten so beharrlich verheimlicht?", so Dr. Gerald Bachinger,
Sprecher der Patientenanwälte zur mangelnden Transparenz im
Gesundheitssystem - und unterstützt damit den zentralen Grundsatz der
Plattform Gesundheitswirtschaft Osterreich in ihrer Forderung nach
einer Stärkung der Eigenverantwortung.
Die AUVA hat beispielsweise für den Bereich der Rehabilitation
leistungsbezogene Qualitätsstandards ermittelt. Mit diesen kann eine
Abgeltung nach dem Schweregrad der Verletzung und nicht pauschal für
alle Fälle gleich erfolgen. Dieses Modell fördert die Transparenz und
spart Kosten, da nach konkreter Leistung abgerechnet wird.
"Solche Modelle brauchen wir auch in anderen Bereichen, um die
Finanzierung unseres Gesundheitssystems nachhaltig zu sichern", so
AUVA-Obmann Renate Römer. "Neben der oft zitierten Finanzierung aus
einem Topf bedarf es dazu einer grundlegenden Strukturreform, um die
hohe Qualität unseres Gesundheitssystems weiter sicher zu stellen."
"Seit Jahrzehnten werden immer wieder frische Mittel in unser
Gesundheitssystem gepumpt und damit bestehende Probleme
festgeschrieben, anstatt Reformen in Angriff zu nehmen. Die inneren
Finanzierungsströme unseres Gesundheitssystems sind intransparent,
ineffizient und haben ungünstige Anreizwirkungen. Das
Gesundheitssystem braucht daher tiefgreifende Strukturreformen",
kommentiert Generalsekretär des Wirtschaftsbundes, Peter Haubner die
Finanzierungsproblematik. "Der Wirtschaftsbund spricht sich für mehr
Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten und damit für die
Schaffung eines verstärkten Kostenbewussteins aus.", so Haubner
weiter.
Prävention und Gesundheitsförderung
Prävention und Gesundheitsförderung sind wichtige Instrumente, um
die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis ins hohe
Alter aufrecht zu erhalten. Investitionen in die betriebliche
Gesundheitsförderung stellen eine win-win Situation für Arbeitnehmer
und Unternehmer dar. Die Arbeitnehmer bleiben langfristig gesund,
motiviert und arbeitsfähig. In Summe profitieren dadurch die
Mitarbeiter selbst, die Unternehmen und auch die Gesellschaft bzw.
das Sozialsystem.
Die AUVA übernimmt in ihrer Kernkompetenz sehr erfolgreich den
Bereich der Prävention für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. Die
Anzahl der Arbeitsunfälle ist in den letzten Jahren kontinuierlich
zurück gegangen. Für den Bereich der Prävention der arbeitsbedingten
Erkrankungen wie Burn-out oder Rückenprobleme gibt es eine derart
umfassende Betreuung leider nicht. "Die AUVA ist dafür bis jetzt
nicht zuständig, könnte diese Aufgabe aufgrund ihrer ohnehin schon
bestehenden Präsenz in den Betrieben und ihres Know-hows aber sehr
gut wahr nehmen, wenn es eine entsprechende Abgeltung gibt.", so
AUVA-Obmann Römer."
Über die AUVA
Bei der AUVA sind rund 4,5 Millionen Personen gesetzlich gegen
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen
Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 420.000 Selbständige sowie 1,3
Millionen Schüler und Studenten. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben
als soziale Unfallversicherung aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber.
Prävention ist dabei die vorrangige Kernaufgabe der AUVA, da die
Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten die
Kosten für die drei weiteren Unternehmensbereiche Heilbehandlung,
Rehabilitation und finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am
wirksamsten senkt. Nähere Infos unter www.auva.at
Über die Plattform Gesundheitswirtschaft
Die Plattform Gesundheitswirtschaft macht Österreich für den
Megatrend Gesundheit fit. Ihr Ziel ist es, den Begriff "Gesundheit"
nachhaltig positiv zu besetzen und das bisherige Neben- oder gar
Gegeneinander aller Player im heimischen Gesundheitswesen zu einem
Miteinander zu wandeln. Dabei bekennt sich die Initiative zu mehr
Markt und mehr Wettbewerb im Gesundheitsbereich. Nähere Infos finden
Sie unter www.wirmachengesundheit.at
Rückfragehinweis:
Dr. Elisabeth Leeb Pressesprecherin AUVA Adalbert-Stifter-Straße 65 1200 Wien Fon: +43 1 33 111 - 962 Mobil: +43 664 808 69 170 Mail: [email protected] Dr. Dietmar Karl Schuster MBA Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit Wirtschaftskammer Österreich Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien Fon: +43 (0)5 90 900-3714 Mail: [email protected]
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