OTS0100 / 24.08.2010 / 11:48 / Channel: Wirtschaft / Aussender: Wirtschaftskammer Österreich
Stichworte: Alpbach / E-Medikation / Gesundheit / WKÖ / Wirtschaft


WKÖ-Gleitsmann: E-Medikation endlich österreichweit umsetzen - Acht Jahre sind genug!

Utl.: Alpbach: Ärzte, Apotheker und Patientenanwalt sehen positiven Nutzen der E-Medikation - Pharmazeutische Industrie: "Patienten müssen Herr ihrer Daten bleiben" =


   Wien (OTS/PWK634) -    Große Übereinstimmung herrschte zwischen
Patientenanwaltschaft, Ärztekammer und Apothekerkammer gestern,
Montag, beim zweiten Alpbacher Late Night Talk zum Thema
E-Medikation, veranstaltet vom Forum der pharmazeutischen Industrie
und der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreichs, eine Initiative
der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Mit Optimismus betrachteten
die Standesvertreter, die initiierten Pilotprojekte im 22. Wiener
Gemeindebezirk, in Wels-Grieskirchen (OÖ) und im Bezirk Reute
(Tirol). Weitere Übereinstimmung erzielten die Diskutanten beim Thema
Datenschutz: "Eine erfolgreiche österreichweite Umsetzung ab 2011 der
E-Medikation gelingt nur mit höchsten Standards für Datenschutz und
Transparenz."
   Mit dem System der E-Medikation sollen Arzneimittel, die der
Patient von verschiedenen Ärzten verschrieben bekommt und in der
Apotheke abholt, sowie rezeptfreien Medikamente, die er eventuell
zusätzlich in Apotheken kauft, elektronisch darstellbar und abrufbar
sein. So bewahren Arzt, Apotheker und Patient den Überblick über die
Medikamente. Fehl-, Doppelverordnungen sollen stark reduziert werden.
   "Österreichs ist mit einer enormen Zahl an Patientenschädigungen
durch Fehlmedikationen konfrontiert. Wir haben mit der E-Medikation
ein Instrument in der Hand, das diese Schädigungen verhindert. Doch
es ist - seit mehr als acht Jahren Vorlaufzeit - noch immer keine
österreichweite Lösung umgesetzt", kritisierte Martin Gleitsmann,
Mitbegründer der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich und
Abteilungsleiter Sozialpolitik und Gesundheit in der WKÖ, die
"fehlende Umsetzungsdynamik" bei der E-Medikation: "Bei
Fehlmedikationen kommt es auch zu tödlichen Auswirkungen. Deswegen
irritiert mich, dass dieses Thema nicht entschieden vorangetrieben
wird." 
   Patientenanwalt Gerald Bachinger betonte in seiner Keynote: "Die
Medikamentensicherheit in Österreich ist verbesserungswürdig. Die
E-Medikation würde dies signifikant ändern". Bachinger sprach sich
darüber hinaus für eine gezielte Patienteninformation aus: "Der
kritischer Erfolgsfaktor für die E-Medikation ist, den Nutzen für die
Patienten transparent darzustellen. Eine kritische Minderheit wird
immer gegen das - für die Patienten sinnvolle -Projekt sein, dies
darf sicher aber nicht nachteilig auf die gesamte Patientenschaft
auswirken und das Projekt verhindern."
   "Derzeit gelingt es nicht Informationen zwischen niedergelassenen
Ärzten, Krankenhaus und Apotheker zum Wohle des Patienten zu
kommunizieren. Der Patient ist Träger der Information zwischen diesen
Stellen. Wir müssen ihn entlasten, denn dies ist nicht seine
Aufgabe", zeigte Susanne Herbek, Geschäftsführerin der ELGA GmbH, die
Vorteile der E-Medikation auf und ergänzte: "Wenn das Pilotprojekt in
den drei Modellregionen erfolgreich ist, muss die E-Medikation
österreichweit umgesetzt werden." 
   Heinrich Burggasser, Präsident der Österreichischen Ärztekammer,
ist selbst einer jener Apotheker im 22. Bezirk, die an diesem Projekt
teilnehmen: "Mit der E-Medikationen werden Doppelmedikationen im
Wesentlichen vermieden. Wenn der Patient ohne ärztlicher Verordnung
ein Medikation in der Apotheke erwirbt, kann er die E-Card stecken
und sein Apotheker überprüft mögliche Wechselwirkungen."
   Artur Wechselberger, Präsident der Tiroler Ärztekammer,
unterstrich: "Der Nutzen für den Arzt bei der E-Medikation ist
gegeben. Denn das Problem ist erkannt: Medikation kann  gefährlich
sein - Manche Patienten nehmen zwischen zwölf und 16 Medikamente ein.
Ein Tool, das den Patienten schützt, wird gerne von der Ärzteschaft
angenommen - wenn es keine zusätzlichen Kosten verursacht."
   Mitveranstalterin Simone Thomsen, Präsidentin des Forums der
forschenden pharmazeutischen Industrie, ist ebenfalls überzeugt: "
E-Medikation muss eingebunden sein in ein ganzheitliches Diagnose-
und Behandlungskonzept, aber unter der Maßgabe, dass Patienten
jederzeit Herr ihrer Daten bleiben. Auch operative Fragen müssen
geklärt werden, wie zum Beispiel auf welchen Grundlagen
Wechselwirkungen definiert werden ".  
   Gleitsmann verwies abschließend auf eine Umfrage vom Juli 2010:
"76 Prozent der Befragten stehen der E-Medikation positiv gegenüber.
Ein deutliches Zeichen für die Akzeptanz in der Bevölkerung." (AC)
Rückfragehinweis:
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   Wirtschaftskammer Österreich
   Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
   Dr. Dietmar Schuster MBA
   05/909003714
   dietmar.schuster@wko.at 
   
   Eli Lilly GmbH
   Corporate Affairs Manager Austria 
   RA Dr. Sven Sauer
   01/71178230 
   sauer_sven@lilly.com
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