- 23.08.2010, 17:13:07
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Alpbach: Weiterbildung und Integration sind Investitionen in die Zukunft des Arbeitsmarkts
Aiginger: "Budgetkonsolidierung durch Reformen und nicht durch Abgabenerhöhungen"
Alpbach/Wien (OTS/PWK632) - "Viele Prognosen sehen das
zukünftige Wirtschaftswachstum in Europa durch einen
Arbeitskräftemangel bedroht", konstatierte Karl Aiginger, Leiter des
Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), bei einer Podiumsdiskussion
zum Thema "Geht uns die Arbeit aus?" am ersten Tag der Alpbacher
Reformgespräche 2010. In Österreich gebe es zwar bis 2050 einen
Bevölkerungsanstieg, aber der stetig sinkende Anteil der
Erwerbstätigen könne zu einem Problem werden. Außerdem würde der
Bedarf an unqualifizierten Arbeitsplätzen sinken, während hingegen
die Nachfrage nach qualifizierten Stellen im Steigen begriffen sei.
"Die Arbeit geht uns nicht aus, besonders nicht dauerhaft, mittel-
und langfristig. Aber es werden Widerstände und Hindernisse
auftauchen, für die es aber erfreuliche Lösungen gibt", stellte
Aiginger fest. Eine langfristige Gegenmaßnahme, um die Erwerbsquote
zu heben, sei eine gezielte Qualifizierungspolitik. "Die
Weiterbildung und Integration von Migranten ist eine Investition in
die Zukunft", meint der WIFO-Chef. Kurzfristig würden intelligente
Arbeitszeitverkürzungsmaßnahmen, bessere Kinderbetreuungsangebote und
eine Förderung der Mobilität zu einer Verbesserung am Arbeitsmarkt
führen. "Daneben ist vor allem auch eine Budgetkonsolidierung
notwendig, die mehr Gewicht auf Reformen denn auf Abgabenerhöhungen
setzt. Die Abgabenstruktur sollte beschäftigungsfreundlicher werden",
so Aiginger.
Eine "weitgehende Professionalisierung der Gesellschaft" sagte
Michael Böhmer, Senior Projektleiter der Prognos AG aus Basel, in
seinem Eröffnungsstatement für die nahe Zukunft bis 2035 voraus. Da
die Lücke in Deutschland zwischen sinkender Gesamtbevölkerung und
sinkender Erwerbsbevölkerung kleiner wird, wagte er die Prognose,
dass das Arbeitskräftepotenzial dann stärker ausgeschöpft werden
könnte. "Vereinfacht gesagt: Wer arbeiten kann, wird arbeiten", so
Böhmer. Eine Erhöhung der Nettozuwanderung, umfassende
Weiterbildungsinitiativen und ein Ausbau der Teilzeitbeschäftigung
seien die richtigen Maßnahmen, damit die Arbeitskräftelücke nicht
größer wird. (TB)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Stabsabteilung Presse
Mag. Rupert Haberson
Tel.: T:(+43) 0590 900-4362, F:(+43) 0590 900-263
mailto:[email protected]
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