OTS0189 / 23.08.2010 / 16:57 / Channel: Wirtschaft / Aussender: Wirtschaftskammer Österreich
Stichworte: Alpbach / Eröffnung / Leitl / Reformgespräche / WKÖ / Wirtschaft


Leitl bei Eröffnung der Alpbacher Reformgespräche: "Die Lust am Gestalten muss unser Wegbegleiter sein"

Utl.: .: WKÖ-Präsident kritisiert verfehlte Bildungsdiskussion und fordert mehr Mut zu Reformen, um Wirtschaftswachstum anzukurbeln =


   Alpbach/Wien (OTS/PWK631) -    Bei der Eröffnung der
Reformgespräche der Wirtschaftskammer Österreich beim Europäischen
Forum in Alpbach, die heuer unter dem Motto "Zukunft für neue
Arbeit", stehen, widmete sich WKÖ-Präsident Christoph Leitl in seiner
Eröffnungsrede dem Thema Wirtschaftswachstum.
   Dieses war in Österreich in den letzen Jahren immer besser als
vergleichsweise in Deutschland und der Schweiz. Dieses Jahr scheint
dies aber nicht mehr der Fall zu sein, was WKÖ Präsident Leitl Sorgen
bereitet:  "Wir brauchen ein steigendes Wirtschaftswachstum um auch
in Zukunft die Absicherung unserer sozialen Sicherheitssysteme
gewährleisten zu können. Denn ohne Wirtschaftswachstum kommt
letztendlich am Ende nichts heraus - und das obwohl die Ansprüche
nach oben stetig wachsen".
   In diesem Zusammenhang nennt Leitl die langjährige Forderung der
Sozialpartner zur Rückkehr in die Vollbeschäftigung und stellt die
Frage, wie die Arbeitswelt von Morgen auszusehen hat. "Eines ist klar
- wenn wir in Zukunft in diesem Bereich etwas ändern wollen, dann
dürfen wir nicht über Facharbeitermangel oder über die Überalterung
unserer Gesellschaft und über Finanzierungsprobleme unseres
Pensionssystems klagen", so Leitl. Jetzt gehe es darum, aktiv und
rasch gravierende notwendige Veränderungen vorzunehmen. Dabei  gehe
es dann um Fragen der Arbeitszeitflexibilität,  Migration,
Eingliederung älterer Menschen in den Arbeitsprozess sowie um
sämtliche Bereiche der Qualifikation. In diesem Zusammenhang zeigt
sich Leitl auch besorgt über den Stopp des Fachhochschulausbaus sowie
der fehlenden Neuausrichtung der Forschungsförderung und einer
generell verfehlten politischen Bildungsdiskussion.  
   "Wir müssen von den Besten lernen", so das Rezept von Leitl für
die Zukunft. Es gibt in allen Bereichen so viele gute europäische
Modelle, wie man die Probleme der Zukunft meistern könnte: "Wir
brauchen uns nur die Rezepte von den Besten der Besten zu nehmen und
auf die Bedürfnisse unseres Landes anzupassen. Innovation und
Qualifikation sowie die Lust und der Mut am Gestalten müssen unsere
Wegbegleiter für die Zukunft sein".
   Richard Kruspel, Generalsekretär des Europäischen Forums Alpbach,
verknüpfte in seiner Eröffnungsrede die gesundheitlichen Aspekte der
Arbeitswelt mit den Anforderungen der  modernen Arbeitswelt. 
   "Arbeit ohne Anerkennung sowie Tätigkeiten, wo man sich selbst
nicht verwirklichen kann, werden zukünftig einen bestimmenden
Krankheitsfaktor in der Arbeitswelt darstellen. Daher ist es wichtig
den Faktor Gesundheit bei wirtschaftlichen Fragen nie außer Acht zu
lassen" so Kruspel. 
   "Wohlstand und Gesundheit können letztendlich aber nur gesichert
werden, wenn man die Rahmenbedingungen für die Unternehmen so setzt,
dass diese auch motiviert sind und sich aktiv an den Fragen der
Zukunft, wie z.B. Migration und die Integration gesunder Senioren in
den Arbeitsprozess, beteiligen", so Kruspel abschließend.
   Simone Thomsen, Geschäftsführerin der Eli Lilly GmbH und
Präsidentin des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie
(FOPI), widmete sich in ihrem Eröffnungsstatement dem komplexen
Bereich der unterschiedlichen Arbeitswelten.
   "Zukünftig werden wir uns mit den unterschiedlichsten
Erwerbsmodellen auseinandersetzen müssen. Hierbei stellt sich dann
allerdings die Frage, inwieweit diese dann auch etwas zur sozialen
Absicherung unseres gesellschaftlichen Systems beitragen können", so
Thomsen. Weiters ist es für die FOPI-Präsidentin auch ein zentrales
Anliegen,  die immer älter werdende Gesellschaft in Zukunft länger im
Berufsleben halten zu können und gleichzeitig die Pflegesysteme zu
entlasten. "Und nicht zuletzt wird auch das Thema Migration in
Zukunft einen wichtigen Faktor in unserer Gesellschaft darstellen.
Allerdings setzt dies voraus, dass man Migration als Bereicherung und
nicht als Bedrohung sieht", so Thomsen.  (NL)
Rückfragehinweis:
   Wirtschaftskammer Österreich, Stabsabteilung Presse 
   Mag. Rupert Haberson
   Tel.: T:(+43) 0590 900-4362, F:(+43) 0590 900-263
   presse@wko.at
   http://wko.at/Presse
	
							
												
							
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