- 23.08.2010, 08:10:34
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Franz Fischler: Mit neuen Arbeitsmodellen und einer ökosozialen Steuerreform in die Zukunft der Arbeit
Alpbach (OTS) - Der Präsident des Ökosozialen Forums fordert bei
den Alpbacher Reformgesprächen ein Neudenken der Arbeit und
menschennahe Arbeitszeitmodelle als Basis einer qualitativen
Wachstumsgesellschaft.
"Eine nachhaltige Wirtschaftsordnung, die Ressourcen schont und
die Lebensqualität erhöht, macht eine Neubewertung der Arbeit und
innovative menschennahe Arbeitszeitmodelle notwendig. Die
Herausforderung besteht darin, Arbeitsplätze für die Jungen zu
schaffen, die Älteren besser und länger im Arbeitsprozess zu halten,
bezahlte und unbezahlte Arbeit gerechter zu verteilen und die Bildung
sowie Weiterbildung darauf auszurichten", betont der Präsident des
Ökosozialen Forums, Franz Fischler, zum Auftakt der Alpbacher
Reformgespräche. Das Ökosoziale Forum ist Mitveranstalter der
Reformgespräche 2010, die sich mit der Zukunft der Arbeit in einer
nachhaltigen und ökosozialen Marktwirtschaft beschäftigen.
"Ein rein quantitatives Wirtschaftswachstum, also ein weiteres
'immer noch mehr' auf Kosten der Umwelt und der künftigen
Generationen muss von einer qualitativen Wachstumsgesellschaft
abgelöst werden, die eine bessere Lebensqualität für alle Menschen
zum Ziel hat. 90 Prozent der ÖsterreicherInnen wünschen sich eine
nachhaltige Wirtschaftsordnung, die eine Balance zwischen Sozialem,
Umwelt und Wirtschaft ermöglicht, das zeigt eine aktuelle Umfrage der
Bertelsmann Stiftung. Gleichzeitig müssen wir es schaffen, so viele
Menschen wie möglich in die Arbeitswelt zu integrieren - nicht nur um
die Sozialleistungen auch künftig finanzieren zu können, sondern auch
weil Arbeit Sinn und Lebensfreude stiften kann. Der alte Weg,
Arbeitslosigkeit allein durch quantitatives Wachstum zu bekämpfen,
funktioniert auf Dauer nicht. Um neue Wege zu gehen, brauchen wir
aber auch mehr innovative und auf die Bedürfnisse der Menschen und
der Gesellschaft abgestimmte Arbeitsformen und Arbeitszeitmodelle",
fordert der Präsident des Ökosozialen Forums.
Den Faktor Arbeit steuerlich entlasten
Ein wichtiges Fundament für die Weiterentwicklung der Arbeit seien
die staatlichen Rahmenbedingungen. Und dazu gehöre es auch, den
Faktor Arbeit, der in Österreich deutlich über dem EU-Schnitt
belastet ist, billiger zu machen und so den Spielraum für
nachhaltiges Wirtschaften und menschennahe Arbeitsmodelle größer zu
machen, fordert der Präsident des Ökosozialen Forums bei den
Reformgesprächen in Alpbach. "Österreich braucht eine ökologisch und
sozial nachhaltige Budgetkonsolidierung, um Arbeit zu schaffen, die
Wirtschaft anzukurbeln und gleichzeitig die Umwelt und die gute
Lebensqualität für künftige Generationen zu sichern. Das heißt
konkret, klima-, umwelt- und Gesellschafts schädigendes Verhalten
teurer zu machen, falsche Subventionen abzubauen, die Verwaltung zu
reformieren und im Gegenzug ausreichend Mittel in die Bildung, die
Forschung und die Entlastung des Faktors Arbeit zu investieren. Eine
konsequente ökosoziale Steuerreform könnte das Herzstück dieser
notwendigen Trendwende in der Budgetpolitik sein", so Fischler.
"Die Menschen wollen kein Wachstum um jeden Preis, sondern eine
Wirtschaftsordnung, die den Umwelt- und Ressourcenschutz sowie den
sozialen Ausgleich stärker berücksichtigt. Das Modell der Ökosozialen
Marktwirtschaft bietet die nötigen Instrumente, um diese Trendwende
hin zu nachhaltigem Wirtschaften rasch zu ermöglichen", ist der
Präsident des Ökosozialen Forums überzeugt. Die Ökosoziale
Marktwirtschaft zeige deshalb den Weg zu einem qualitativen Wachstum
auf, das vor allem die Lebensqualität der Menschen erhöht und
natürliche Ressourcen erhält. Ziel der Ökosozialen Marktwirtschaft
ist eine leistungsfähige und zugleich soziale und ökologisch
nachhaltig ausgewogenen Wirtschaft.
Zukunft der Arbeit
Die Alpbacher Reformgespräche (23.-25. August) zum Thema "Zukunft
der Arbeit" werden vom Europäischen Forum Alpbach in Zusammenarbeit
mit dem Ökosozialen Forum, der Wirtschaftskammer Österreich sowie der
forschenden pharmazeutischen Industrie veranstaltet. Das Ökosoziale
Forum leitet bei den Reformgesprächen gemeinsam mit PartnerInnen auch
zwei hochkarätig besetzte Arbeitskreise: Den Arbeitskreis "Arbeiten
in der qualitativen Wachstumsgesellschaft" in Zusammenarbeit mit dem
Lebensministerium und dem Wirtschaftsministerium sowie den
Arbeitskreis "Migration und Integration - Bereicherung und
Bedrohung?" in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer.
IdeenAlm: Vor-, quer- und nachdenken über Nachhaltigkeit auf der Alm
Parallel und in Partnerschaft mit dem Europäischen Forum Alpbach
laden Mehrblick IdeenStudios und das Ökosoziale Forum heuer erstmals
zu Gesprächsrunden über nachhaltige Entwicklung auf eine Alm über dem
Ort Alpbach. Die entstehenden Ideen, Dialogmitschnitte und
Videointerviews werden regelmäßig auf der Website in das
IdeenAlm-Tagebuch übertragen und sollen einen breiten
Diskussionsprozess über nachhaltige Entwicklung anregen. Über 40
Gäste haben bereits zugesagt und werden auf einer Alm direkt über
Alpbach in Gesprächen Nachhaltigkeit in seiner gesamten Bandbreite
diskutieren. Die IdeenAlm ist aber kein Event, es gibt keine
öffentlichen Veranstaltungen. Der breite Dialog soll im Social Web
stattfinden.
"Neuen, guten und mutigen Ideen für eine lebenswerte Zukunft müssen
Flügel verliehen werden", beschreibt der Präsident des Ökosozialen
Forums, Franz Fischler, der auch die Patronanz für dieses neue
Projekt übernommen hat, die Idee dahinter. "Eine Alm ist dafür die
optimale Startrampe."
"Wir wollen - abseits der immer gleichen Wege - gedanklich Neuland
entdecken und Nachhaltigkeit auf den (Alm-)Boden bringen. Und die
Atmosphäre von Alpbach bietet sich hervorragend dazu an", freut sich
der Geschäftsführer des Ökosozialen Forums, Klemens Riegler, auf das
neue Projekt.
Rückfragehinweis:
Ökosoziales Forum, Martina Baumeister, Tel. +43 676/64480 41
mailto:[email protected], www.oekosozial.at, www.ideenalm.at
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