• 19.08.2010, 14:22:42
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  • OTS0175 OTW0175

Obsorge: Mehr Familienmediation statt Schlichtungsstellen

Wien (OTS) - Der österreichische Bundesverband für Mediation, ÖBM,
fordert bei Streitigkeiten um die Obsorge der Kinder verstärkt auf
Mediation anstatt auf die Errichtung staatlicher Schlichtungsstellen
zu setzen. Klare Vorteile sind eine erhöhte Kosteneffizienz sowie die
Berücksichtigung emotionaler Bedürfnisse aller Beteiligten.

"In der laufenden Diskussion zu den Streitigkeiten über
Besuchsrecht und Obsorge wird ständig übersehen, dass eine dauerhafte
und nachhaltige Lösung nur dann gefunden werden kann, wenn die Eltern
sich ihrer Verantwortung für ihre Kinder bewusst werden", stellt Dr.
Barbara Günther, Vorstandsmitglied im österreichischen Bundesverband
für Mediation, ÖBM, fest. Die Juristin und Mediatorin weiß aufgrund
ihrer langjährigen Erfahrung, dass Paare, die aus den
unterschiedlichsten Gründen das Miteinanderleben nicht mehr schaffen,
die wechselseitigen Verletzungen immer wieder über die Kinder
austragen. Dies äußert sich sehr oft in Streitigkeiten über
Unterhalt, Besuchsrecht und Obsorge, die dann häufig vor Gericht
landen. "Doch vor Gericht bleiben die Emotionen auf der Strecke", so
Günther, "denn Gerichte können nicht bzw. jedenfalls nicht im
ausreichenden Ausmaß auf die hinter den Positionen stehenden
Bedürfnisse eingehen. Die Urteile, die dann gefällt werden, tragen
nur allzu oft dazu bei, dass sich die Fronten im Rosenkrieg weiter
verhärten und sich dies indirekt noch mehr zum Nachteil der Kinder
auswirkt."

Tragbare Lösungen auf Augenhöhe

Mediation bietet die Möglichkeit, die emotionale Betroffenheit für
den jeweiligen Partner sichtbar zu machen und den Fokus auf die Sorge
um die Kinder, die bei beiden Elternteilen meist gleich stark
vorhanden ist, zu richten. Auf dieser Basis können dann Lösungen
erarbeitet werden, die von beiden Seiten akzeptiert werden können, da
es bei einer erfolgreich durchgeführten Mediation keine Gewinner und
Verlierer gibt. Günther: "Die bis dato zahlreich durchgeführten
Verfahren haben gezeigt, dass eigenständig gefundene Lösungen weitaus
nachhaltiger sind."

Weniger Gericht - mehr Mediation!

Der ÖBM begrüßt den Vorschlag der Familienrichterin Doris
Täubel-Weinreich, Konflikte rund um die Obsorge weg vom Gericht zu
verlagern. ÖBM-Obmann Mag. Marianus Mautner: "Dazu bedarf es aber
nicht der Einrichtung neuer Schlichtungstellen, da in ganz Österreich
bereits seit mehr als zehn Jahren erfahrene und geschulte
MediatorInnen arbeiten, die zu sozial verträglichen Tarifen und je
nach Familieneinkommen aus dem Familienlastenausgleichsfonds
geförderte Mediationen (Familienmediation gem. § 39 FLAG)
durchführen. Statt massiv finanzielle Mittel in neu zu schaffende
Schlichtungsstellen zu investieren, fordert Mautner von staatlicher
Seite verstärkt Geldmittel für die Familienmediation zur Verfügung zu
stellen. Mautner: "Wir sind gerne bereit, mit den Verantwortlichen
neue und nachhaltige Lösungsansätze zu erarbeiten."

Mehr Infos über www.oebm.at bzw. über die kostenlose
ÖBM-Mediations-Hotline: 0800 88 00 88

Der Österreichische Bundesverband für Mediation (ÖBM) ist mit rund
2.500 qualifizierten Mitgliedern die größte Fach- und
Interessensvertretung für Mediation in Österreich und der EU. Ziel
des ÖBM ist es, Mediation als festen Bestandteil der Konfliktkultur
in die Gesellschaft zu integrieren und zur Professionalisierung der
Mediation beizutragen. Mediation hilft, zwischenmenschlichen
Problemen vorzubeugen bzw. ermöglicht eine aktive, gemeinsame
Lösungsfindung für alle Beteiligten. Bekannte Mediationsbereiche
sind: Familie, Scheidung, Schule, Umwelt, Wirtschaft, Nachbarschaft.
www.oebm.at. Kostenlose Mediations-Hotline: 0800 88 00 88

Rückfragehinweis:

Österreichischer Bundesverband für Mediation, 
   Tel: 01/403 27 61, www.oebm.at
   Mag. Marianus Mautner, Bundessprecher ÖBM, mobil 0699/1507 6000, 
   Dr. Barbara Günther, Schriftführerin ÖBM, mobil: 0699/1507 6013
   
   comm:unications, Agentur für PR, Events & Marketing, 
   Mag. Dr. Karin Assadian, 
   Tel. 01/315 14 11-45, [email protected], www.communications.co.at

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