OTS0086   19. Aug. 2010, 10:38

Im Herbst droht die Kürzung der Kunstförderung!

Rektor Bast fordert Investitionspaket für kulturelle Innovation und Umstrukturierung der österr. Kunstförderungsinstrumente


Das WIFO hat den heißen Herbst eröffnet: Mit detaillierten Zahlen wird technokratisch belegt, dass Österreich Subventions-Europameister ist. Vorgeschlagen wird die Kürzung aller Subventionen - ausgenommen die Förderung für die Spitäler - um zunächst 10%. Kurzfristig könne man dadurch eine Milliarde Euro einsparen, langfristig noch wesentlich mehr.

Die politischen Lobbyisten haben Hochkonjunktur. Und die Regierungsparteien haben daraufhin schon (mehr oder weniger explizit) aufgelistet, wo Subventionskürzungen sicher nicht in Frage kommen: Landwirtschaft, ÖBB, Unternehmensförderungen, Arbeitsmarkt, Umwelt, Soziales, Forschung in Unternehmen, Wohnbauförderung. Die Ausnahmelisten der Regierungsparteien überschneiden sich zwar kaum, aber zusammen decken sie fast das gesamte Förderspektrum ab. Lediglich die Förderbereiche Bildung, Kunst und Kultur finden sich offenbar auf keiner dieser Ausnahmelisten. Gilt die Bundeshymne (" Land der Äcker, Land der Dome, Land der Hämmer, zukunftsreich!") als politische Leitlinie?

Im Gegensatz zu den realpolitischen Fakten und Ankündigungen ist Gerald Bast, Rektor der Universität für Angewandte Kunst Wien davon überzeugt, dass die Zukunft Österreichs weder in einer Identität als Agrargesellschaft noch als Industriegesellschaft liegt: "Wer verantwortungsbewusst an der Zukunft unseres Landes arbeitet, muss alles daran setzen, dass Österreich zum internationalen Erfolgsmodell einer kunst- und wissensbasierten Kreativ- und Innovationsgesellschaft umgestaltet wird."

Neben einer international konkurrenzfähigen Ausstattung der Bildungs- und Kunstinstitutionen fordert Bast in der aktuellen Subventionskürzungsdebatte: "Keine Kürzung der Kunstförderung sondern ein Investitionspaket für kulturelle Innovation, verbunden mit einer Umstrukturierung der österreichischen Kunstförderungsinstrumente: Weniger Fragmentierung, mehr Nachhaltigkeit und mehr innovative Wirksamkeit müssen die Leitlinien einer verstärkten Kunstförderung sein!"

Es ist wie so oft: Wer sich jetzt verschweigt, hat schon verloren, wenn das das von der Regierung angekündigte "größte Sparpaket seit 1945" mit konkreten Maßnahmen bepackt wird. Die Zahl und das politische Wirkungspotenzial der vom und im Kultursektor lebenden Menschen wird laut Bast im Vergleich mit anderen Interessensgruppen oft krass unterschätzt. " Noch steht das Stimmungsbarometer näher beim öffentlichen Aufstehen und Einstehen für Zukunftsperspektiven als bei Defaitismus und totaler Wurschtigkeit!" ist Bast optimistisch.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0086 2010-08-19 10:38 191038 Aug 10 UAK0001 0347



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