• 19.08.2010, 09:21:29
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ÖAMTC: Schulweg auf Augenhöhe mit dem Kind üben (+Fotos)

Kinder sehen Gefahren mit anderen Augen

Wien (OTS) - Eltern sollten öfters mal für ihre Kinder in die Knie
gehen. Dann zum Beispiel, wenn es darum geht, die Welt aus kindlicher
Augenhöhe zu erfassen und zu erklären. "Besonders im Straßenverkehr
sind Kinder gefährdet. Sie werden aufgrund ihrer Körpergröße
schlechter gesehen und erleben die Straße aus einer ganz anderen
Perspektive als Erwachsene", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion
Seidenberger. Daher geht es beim Schulweg nicht nur darum, eine fixe
Strecke festzulegen und zu üben. Den Kindern muss auch vermittelt
werden, welche besonderen Gefahren es für sie im Straßenverkehr gibt.
"Als Elternteil erkennt man die am besten, wenn man sich auch
körperlich in die Situation des Kindes begibt, also in die Hocke
geht", sagt Seidenberger. Man darf nicht übersehen, dass Kinder
Autos, Fahrräder und andere Verkehrsteilnehmer aus einem anderen
Blickwinkel wahrnehmen. Sie haben auch ein kleineres Sichtfeld. "Bei
einem Erstklässler ist der Kopf in etwa in Höhe der
Kofferraumoberkante, bei SUV sogar darunter", sagt die
ÖAMTC-Expertin. "Ein Kind nimmt vielleicht die winkende Mutter auf
der anderen Straßenseite wahr, nicht aber den Kleinlastwagen, der
sich seitlich nähert."

Beim Üben des Schulwegs ist es auch wichtig, auf die persönlichen
Stärken, Schwächen und Bedürfnisse des Kindes einzugehen. Die
ÖAMTC-Verkehrspsychologin nennt einige weitere Aspekte, die Eltern
dringend berücksichtigen sollten:

* Bei Festlegen der Wegstrecke geht es darum, den sichersten Weg zu
finden, nicht den kürzesten. "Lieber einen kleinen Umweg in Kauf
nehmen, aber dafür die Straße an einem gesicherten Schutzweg
überqueren", rät die ÖAMTC-Expertin.

* Auf Vorbildwirkung achten. Kinder sind gute Beobachter. Deshalb ist
es wichtig, dass Erwachsene dem Kind das richtige Verhalten immer
vorzeigen und mögliche Gefahrenquellen kindgerecht erklären. Das Kind
muss wissen, worauf es achten muss - beispielsweise beim Verlassen
des Schulbusses, bei Ampeln, Zebrastreifen oder Toreinfahrten.

* "Kinder, die bereits im Vorjahr alleine in die Schule gegangen
sind, sollten die Strecke mit ihren Eltern nochmals abgehen", rät die
ÖAMTC-Expertin. Neue Baustellen, Ein- und Ausfahrten, Ladezonen,
Schaufenster oder neue Plakate können die Aufmerksamkeit der Kinder
trotz "Schulwegerprobtheit" abziehen.

* Kinder können oft noch schwer zuordnen, aus welcher Richtung ein
Geräusch, z. B. ein herannahendes Auto, kommt. Ebenso können sie
Geschwindigkeiten und Bremswege schlecht einschätzen. "Umso wichtiger
ist es, dass man dem Kind einschärft, dass es niemals einfach über
die Straße laufen darf", betont die ÖAMTC-Expertin.

* Nicht alle Kinder sind gleich. Manche sind durch ihren starken
Bewegungsdrang oder mangelnde Aufmerksamkeitsleistung mehr
unfallgefährdet. Extrovertierte Kinder beispielsweise interessieren
sich für alles und jeden und das am besten gleichzeitig. Sie sind
gefährdeter als ruhigere Kinder. Besonders introvertierte Kinder
dagegen neigen zu Tagträumen - in unfallträchtigen Situationen fehlt
es ihnen an den nötigen Handlungsmustern.

* Das Kind soll seine Hände frei haben. Alle für die Schule
notwendigen Sachen sollten unbedingt in die Schultasche und nicht in
eine extra Tasche. Auch Spielsachen, Handy oder ähnliches in der Hand
lenken das Kind vom Verkehrsgeschehen ab. Ebenso irritierend können
sich ein neues Styling oder Outfit mit Accessoires, Bändern und
Taschen auf die Aufmerksamkeit des Kindes auswirken.

* Wenn es möglich ist, sollte man jüngere Kinder gemeinsam mit
älteren Kindern auf den Schulweg schicken.

"Mit allen diesen Vorbereitungen sind die Eltern noch nicht aus
ihrer Verantwortung entlassen", sagt die Clubexpertin. "Ein
Schulweg-Begleitdienst von Erwachsenen gerade in den ersten Wochen
ist zu empfehlen." Ebenso sollte man sich von Zeit zu Zeit durch
unbemerktes Beobachten des Kindes vergewissern, dass der Sprössling
sich am Schulweg an die vereinbarten Regeln hält.

"Für Autofahrer heißt es am Schulanfang besonders vorsichtig und
aufmerksam zu sein", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin abschließend.

Aviso an die Redaktionen:
Bildmaterial zu dieser Aussendung ist unter www.oeamtc.at/presse
abrufbar.

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit, Eva Käßmayer, Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218, mailto:[email protected], http://www.oeamtc.at

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