- 16.08.2010, 10:42:32
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Smart Meter - hohe Kosten, geringe Einsparungen
Einsparungspotenzial für Durchschnittshaushalt etwa zwölf Euro
Wien (OTS) - Den Milliardeninvestitionen für die flächendeckende
Einführung von Smart Metering stehen nur relativ geringe
Einsparungsmöglichkeiten gegenüber. Das bestätigt auch für Österreich
eine Studie von CapGemini im Auftrag von Oesterreichs Energie. "Für
einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500
Kilowattstunden und einer Jahresrechnung von zirka 650 Euro erwartet
die Studie lediglich ein Einsparungspotenzial von etwa zwölf Euro
jährlich", erklärte die Generalsekretärin von Oesterreichs Energie,
Barbara Schmidt.
CapGemini geht dabei von internationalen Vergleichszahlen aus. Die
Grundannahmen dabei: Zirka 20 Prozent Interessierte mit einem
Reduktionspotenzial von fünf Prozent, 40 Prozent "Mitläufer" mit
einem Reduktionspotenzial von rund zwei Prozent und etwa 40 Prozent
Uninteressierte, die das Reduktionspotenzial nicht nützen. Schmidt:
"Das ergibt in Summe eine Verbrauchssenkungsannahme von
durchschnittlich 1,8 Prozent."
Oesterreichs Energie befürwortet Smart Metering als wichtige
Voraussetzung für die Umgestaltung des Energiesystems in Richtung
Nachhaltigkeit. Schmidt: "Smart Meter stehen in engem Zusammenhang
mit wichtigen Zukunftstrends wie E-Mobility oder dem verstärkten
Ausbau der dezentralen Stromerzeugung und Smart Grids. Österreichs
E-Wirtschaft ist prinzipiell bereit in diese innovativen Systeme zu
investieren, dafür müssen allerdings die Rahmenbedingungen geklärt
werden." Österreich dürfe nicht in eine ähnliche Falle laufen wie die
Niederlande, wo beispielsweise der Einsatz der Smart Meter aus
Datenschutzgründen von der Zustimmung jedes einzelnen Kunden abhängig
ist.
Ein flächendeckender Roll-Out von Smart Meter verursacht laut der
Studie von Capgemini voraussichtlich Mehrkosten von rund 2,53
Milliarden Euro gegenüber der Beibehaltung der konventionellen Zähler
bis 2028. Davon entfallen 1,9 Milliarden Euro auf die
Investitionskosten und 634 Millionen Euro auf laufende Kosten. Der
derzeit einschätzbare finanzielle Nutzen, den Smart Meter für
Stromkunden und Netzbetreiber bewirken, beträgt dagegen lediglich 127
Millionen Euro. Schmidt: "Die gesamtwirtschaftlichen Mehrkosten
gegenüber dem heutigen System liegen damit in der Größenordnung von
ca. 2,4 Milliarden Euro, das sind 25,35 Euro pro Zählpunkt und Jahr.
Für die österreichischen Stromnetzbetreiber werde das bis 2028
jährliche Kosten von 43 Euro pro Zählpunkt bedeuten, die abzugelten
sind. Nach reinen Wirtschaftlichkeits-Kriterien macht die
flächendeckende Einführung von Smart Metering zurzeit keinen Sinn.
Wir brauchen klare gesetzliche Regelungen, Kostenwahrheit und einen
guten Datenschutz. Sonst drohen Stranded Investments und
Verunsicherung der Konsumenten."
Rückfragehinweis:
Oesterreichs Energie Ernst Brandstetter Pressesprecher Tel.: 0043 1 50198 - 260 mailto:[email protected] www.oesterreichsenergie.at
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