• 15.08.2010, 10:08:59
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"Ein Fest der Hoffnung für die Menschen von heute" "Ein Fest der Hoffnung für die Menschen von heute"

Weihbischof Krätzl weist Interpretationen zurück, die etwa den Tod von 21 jungen Menschen bei der "Love Parade" als "Strafe Gottes" deuten wollten

Wien (OTS) - Wien, 15.08.10 (PEW) Die Hoffnungsbotschaft des
Festes der Aufnahme Mariens in den Himmel unterstrich Weihbischof
Helmut Krätzl am Sonntag beim Hochamt im Wiener Stephansdom. Krätzl
nahm auf die Trauerfeier für die 21 jungen Menschen Bezug, die bei
der "Love Parade" in Duisburg ums Leben gekommen waren. Dort habe es
eine große Tafel mit der brennenden Frage "Warum?" gegeben. Wörtlich
fügte der Weihbischof hinzu: "Das Warum lässt sich nicht beantworten.
Und wer es als Strafe Gottes deutet, wie es leider geschehen ist,
muss sich fragen lassen, was er für ein Gottesbild hat, welche
Theologie und ob er bedenkt, wie dadurch das Gottesbild anderer
verstört werden kann".

Es gehe darum, der "peinigenden Frage" nach dem "Warum?" eine andere,
sehnsuchts- und hoffnungsvolle nach dem "Wohin?" hinzuzufügen. Das
Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel sei eine Antwort darauf: "Der
Mensch endet nicht im Grab, das Skelett ist nicht sein letztes Bild".
Der Glaube der Christen besage, dass der Mensch nach dem Tod in eine
andere, ganz neue Seinsweise versetzt wird, "mit Leib und Seele, mit
einem verklärten Leib". Die Hoffnung der Christen beziehe sich auf
ein anderes Dasein, "wo es keine Trauer und keine Angst mehr gibt,
keinen Schmerz und keinen Tod".

Gerade am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel sage der
christliche Glaube den Menschen von heute aber auch, dass "all das
Schöne und Glückliche, das sie erlebt oder sogar selbst geschaffen
haben", nicht mit ihnen "verwest", sondern "verewigt" wird. "Wer an
ein Leben nach dem Tod glaubt, erträgt die vielen Brüche und
Enttäuschungen im Leben leichter, weil er um das gute Ende weiß",
betonte der Wiener Weihbischof: "Wer an seine letzte Verantwortung
vor Gott glaubt, wird noch mehr aus seinem Leben machen. Die größere
Nähe zu Gott verleitet nicht zur Flucht aus der Welt, sondern
verpflichtet noch mehr, sich für die Weiterentfaltung der Schöpfung
einzusetzen".

Die Aufnahme Mariens bedeute, dass der Mensch am Ende seines Lebens
nicht in ein "Nichts" fällt, sondern in die Arme dessen, dem er sein
Leben verdankt. So sei auch das wunderbare Bild vom Barmherzigen
Vater zu verstehen, das Jesus im Gleichnis vom verlorenen Sohn
erzählt hat: Gott wartet auf den Menschen bis er umkehrt, er eilt ihm
entgegen, nimmt ihn in die Arme und setzt ihn in seine Würde wieder
ein, die er verloren hat. Wörtlich fügte Bischof Krätzl hinzu:
"Gerade diesen barmherzigen Gott gilt es den Menschen in den großen
Katastrophen zu verkünden, nicht einen strafenden". (ende)

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel. 0664/51552 69
E-Mail: [email protected]

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