- 12.08.2010, 13:56:02
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Medikamente: Letztentscheidung muss beim Arzt bleiben
Ärzteschaft verfolgt seit Jahren eine ökonomische Verschreibweise - Dorner: "Den Hauptverband als Aufpasser brauchen wir dazu aber nicht"
Wien (OTS) - Als "entbehrlichen Zwischenruf" wertete der Präsident
der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner, die
heute in der Tageszeitung "Der Standard" zitierte Äußerung von
Hauptverbandspräsident Hans Jörg Schelling hinsichtlich einer
notwendigen "Verwarnung für Ärzte" bei den
Medikamentenverschreibungen. Tatsächlich habe sich die Ärzteschaft
schon vor Jahren zu einer ökonomischen Verschreibweise verpflichtet,
den Hauptverband "als Mahner und Aufpasser" bedürfe es dazu aber
nicht. ****
Mit der Verpflichtung zur ökonomischen Verschreibweise hätten die
niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte - neben ihren in den letzten
Jahren äußerst moderaten Honorarabschlüssen - bereits wesentlich zur
Defizitminderung der Krankenkassen beigetragen. Dorner befürwortet
grundsätzlich die Medikamentendatenbank "Ökotool", die es den Ärzten
ermögliche, "rasch und ohne allzu viel bürokratischen Aufwand
Informationen über das preisgünstigste Medikament zu erhalten". Das
von Schelling angeführte "vermehrte Kostenbewusstsein bei den Ärzten"
sei aber nicht auf die Kontrollen des Hauptverbands zurückzuführen,
sondern bereits davor vorhanden gewesen.
Der Ärztechef verweist in diesem Zusammenhang auch auf den
Umstand, dass bei der Verschreibung primär der Patient im Mittelpunkt
stehe. "Wir müssen dabei auch die Compliance des Patienten
mitberücksichtigen sowie die Tatsache, dass trotz gleicher Wirkstoffe
nicht jedes Medikament ident von jedem Patienten vertragen wird."
Trotz aller notwendigen Sparmaßnahmen am Medikamentensektor müsse die
Therapiehoheit letztlich beim Arzt bleiben, so Dorner. (hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
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