- 05.08.2010, 12:35:51
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Nur wer brennt, ist von Burn-out gefährdet: Unbefriedigte Arbeitsbedingungen treffen vor allem die Engagierten
Wien (OTS) - 500.000 ÖsterreicherInnen leiden unter einem
beratungs- oder behandlungsbedürftigen Burn-out-Syndrom, weitere 1,5
Millionen sind akut gefährdet. Die Gründe für die "Volkskrankheit
Nummer 1" sind vielschichtig und haben sowohl berufliche als auch
private Ursachen. Darüber hinaus ist Burn-out nicht nur für die
Betroffenen selbst, sondern auch für die gesamte Volkswirtschaft
dramatisch: den Schaden beziffern ExpertInnen auf rund sieben
Milliarden Euro.
Das Etikett Burn-out wird zudem immer inflationärer benutzt, was den
klaren Blick auf Zusammenhänge verstellt. Die Österreichische
Vereinigung für Supervision, ÖVS, rät daher dringend zu Klarheit und
genauer Diagnose, um das Problem bereits an der Wurzel zu fassen und
nicht bloß Symptome zu behandeln.
Wirtschaftsschaden Burn-out
Mindestens 500.000 Menschen sind in Österreich von Burn-out
betroffen - die Dunkelziffer ist unbekannt. Wer ausgebrannt ist, kann
oft monatelang seiner Arbeit nicht nachgehen, dies führt zu massiven
unternehmerischen bzw. volkswirtschaftlichen Verlusten. Die ÖVS
fordert daher mit Vehemenz, den Gründen auf die Spur zu gehen und
Burn-out mittels Präventionsmaßnahmen in den Griff zu bekommen.
"Unternehmen können vor allem durch klare Organisations- und
Kommunikationsstrukturen und das Wahrnehmen von Führungsverantwortung
aktiv dazu beitragen, Burn-out ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
zu vermeiden", so Peter Schwarzenbacher, Geschäftsführer der
Österreichischen Vereinigung für Supervision, ÖVS.
Über- und Unterbelastung, mangelnde Führungskompetenz
Das alarmierende Ergebnis einer jüngsten Studie: Bei Menschen, die
im Gesundheitsbereich tätig sind, liegt das Burn-out-Risiko bereits
bei über 30 Prozent. Doch immer häufiger sind auch Manager und
Angestellte anderer Sparten betroffen. Burn-out trifft dabei
besonders die Engagierten und Fleißigen: Wer für seine Aufgabe
brennt, kann daran leicht ausbrennen. Die Gründe für berufliches
Burn-out liegen meistens bei mangelnden organisatorischen Strukturen,
überhöhter Arbeitsbelastung oder auch Unterforderung sowie bei
mangelnder Führungskompetenz. Burn-out-Experte und ÖVS-Vorstand Dr.
Wolfgang Knopf über die vielfältigen Hintergründe: "Einerseits wälzen
immer mehr Führungskräfte immer mehr Verantwortung an ihre
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab, andererseits nimmt das
Konkurrenzverhalten zwischen Kolleginnen und Kollegen sowie
Abteilungen immer stärker zu. Auch der Druck von Außen, ein
gnadenloser Preiskampf auf den Märkten, die Wirtschaftskrise und vor
allem auch die Angst vor Arbeitslosigkeit führen dazu, dass Menschen
sich beruflich immer mehr ausbeuten lassen. Verschlimmert wird die
Situation durch zunehmend prekäre Arbeitsverhältnisse wie
beispielsweise fehlende fixe Dienstverträge und Arbeitszeitregelungen
oder wenn mehrere Jobs mit geringem Einkommen gleichzeitig angenommen
werden. All dies führt zu erhöhter psychischer Belastung und im
schlimmsten Fall zu Burn-out."
Burn-out Prävention als Aufgabe von Führungskräften
"Im eigenen Interesse sollte es für Betriebe und Unternehmen
selbstverständlich sein, von vornherein Maßnahmen zu setzen und nicht
erst dann zu reagieren, wenn Burn-out-Fälle bereits vorliegen und es
zum Ausfall von Arbeitskräften kommt", meint ÖVS-Supervisor
Schwarzenbacher. Er betont, dass Prävention von Burn-out eindeutig
eine Führungsaufgabe sei: "Durch regelmäßige Mitarbeitergespräche,
durch Verhaltensveränderungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
und durch das Wahrnehmen erster entsprechender Hinweise wie
beispielsweise stetig steigende Mehrarbeitsstunden kann drohendes
Burn-out festgestellt werden."
Klarheit in der Diagnose
"Nicht jede Depression, jede Antriebsschwäche, Über- und
Unterforderung, die mit unbefriedigten Arbeitsverhältnissen
zusammenhängen, bedeuten gleich Burn-out. Gefahr besteht auch darin,
Burn-out als allein individuelles psychisches Problem darzustellen
und dies nicht auf schlechte Arbeitsbedingungen zurückzuführen.
Deshalb sollten - bei ersten Anzeichen psychischer Probleme von
MitarbeiterInnen - kompetente Dritte miteinbezogen werden. Geschulte
SupervisorInnen und Coaches können rasch herausfiltern, inwieweit das
Problem in arbeitsorganisatorischen Strukturen, im Führungsverhalten
oder auch im persönlichen Bereich der Mitarbeiterin und des
Mitarbeiters liegt", so Knopf. Supervision und Coaching greifen hier
präventiv an der richtigen Stelle ein - nämlich beim
Beziehungsgeflecht "Person-Arbeit-Organisation." Knopf fordert kurz:
"Burn-out dort, wo es wirklich vorkommt!"
Somit ist die richtige Diagnose, das fachgerechte Erkennen von
Burn-out als solchem, notwendig, um sowohl individuell als auch
unternehmensintern die nächsten Schritte gezielt setzen zu können.
Erster Ansprechpartner ist hier die Österreichische Vereinigung
für Supervision, ÖVS. 1.200 qualifizierte ÖVS-SupervisorInnen und
Coaches beraten österreichweit Betriebe, Unternehmensverantwortliche,
Führungskräfte, Teams und einzelne MitarbeiterInnen und führen
Einzel- bzw. Gruppen- oder Team-Supervisionen und Coaching durch. Die
Liste der ÖVS-SupervisorInnen findet man unter www.oevs.or.at. Unter
anderem hat die ÖVS auch eine Burnoutpräventions-Uhr entwickelt, die
bei der ÖVS-Geschäftsstelle angefordert werden kann
[email protected]
Rückfragehinweis:
comm:unications, Agentur für PR, Events & Marketing Mag. Dr. Karin Assadian, Tel. 01/315 14 11-45 [email protected], www.communications.co.at Österreichische Vereinigung für Supervision Peter Schwarzenbacher, Geschäftsführer ÖVS Tel.: 01/533 08 22, [email protected] Download der Presse-Infos: www.oevs.or.at
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