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Neues Volksblatt: "Heimisch" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 5. August 2010
Linz (OTS) - Hört sich eigentlich nicht schlecht an, wenn 86
Prozent der in Österreich lebenden Menschen mit Migrationshintergrund
sagen, sie fühlen sich hier völlig oder eher heimisch. Alles paletti
also bei der Integration. Oder doch nicht? Immerhin sagen zwei
Drittel der Österreicher, dass Integration eher schlecht oder sehr
schlecht funktioniere. Unter dem Strich ergibt das eine ziemliche
Diskrepanz.
Erklären lässt sie sich vielleicht so: Viele Menschen mit
Migrationshintergrund sind zwar nicht wirklich integriert, aber so
wie sie hier leben (können), empfinden sie es als nicht so schlecht.
Was aber auch bedeutet, dass sie ihr oftmals isoliertes Dasein nicht
weiter stört. Man könnte auch sagen: Die Parallelgesellschaft ist ein
gutes Zuhause.
Doch genau das kann nicht gewollt sein. Wenn Österreich Zuwanderung
will - und ein Migrantenanteil von 18 Prozent der Gesamtbevölkerung
belegt das -, dann in eine Gesellschaft hinein und nicht in diverse
herkunftsbezogene Subgesellschaften. Die Kausalkette "geringer
gebildet - schlechter bezahlt - wenig Chance auf adäquaten Wohnraum"
gehört aufgelöst. Wer ins Land kommt, soll sich nicht nur unter
Seinesgleichen heimisch fühlen, sondern er soll hier heimisch werden.
Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
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