• 04.08.2010, 11:47:55
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Katholische Aktion: "Märchenbuch" als Urlaubslektüre für Politiker

"Märchenbuch übers Steuerzahlen" in zweiter Auflage mit 60.000 Exemplaren erschienen

Wien, 04.08.10 (KAP) Ein "Märchenbuch" empfiehlt die Katholische
Aktion Österreich (KAÖ) den heimischen Politikern als
Urlaubslektüre. Das von der KAÖ erarbeitete und nun gemeinsam mit
Österreichischem Gewerkschaftsbund ÖGB und Arbeiterkammer
Oberösterreich verteilte "Märchenbuch aus Österreich übers
Steuerzahlen" will gezielt Behauptungen zum Thema Steuern unter die
Lupe nehmen. Es handelt sich dabei bereits um die zweite Auflage mit
einer Stärke von rund 60.000 Stück.

In der aktuellen Steuerdebatte dürfe das Thema der sozialen
Gerechtigkeit nicht abhanden kommen, mahnte Mitautorin Maria Etl vom
"Forum Arbeit, Wirtschaft & Soziales" der KA. "Es ist immer die
gleich Frage, die uns umtreibt: wie können wir als Christen soziale
Gerechtigkeit nach den Prinzipien der katholischen Soziallehre in
den laufenden politischen Diskursen einklagen?"

Konkret räumt das Heft mit einigen "Steuermärchen" auf, so etwa der
weit verbreiteten Meinung, dass Steuersenkungen mehr Geld für alle
bedeuten. Von einer allgemeinen Steuer- und Abgabensenkung
profitieren hingegen vor allem die Besserverdienenden, da sie weit
weniger auf die Sozialleistungen des Staates angewiesen seien.
Wesentlich auch der Hinweis, dass die Besserverdiener nicht - wie es
ein gerechtes Steuersystem vorsehen müsste - mehr Steuern bezahlen.
Vielmehr bieten sich den Topverdienern durch Abschreibungen und
Steuerprivilegien wie etwa die Errichtung von Privatstiftungen
zahlreiche Schlupflöcher.

Enthalten sind in dem "Märchenbuch" auch konkrete Forderungen, wie
etwa jene nach einer angemessenen Vermögensbesteuerung. Der Anteil
der vermögensbezogenen Steuern am gesamten Steueraufkommen habe laut
KA in Österreich im Jahr 2007 nur 1,4 Prozent ausgemacht - aufgrund
der Abschaffung von Vermögens-, Erbschafts-, Schenkungs- und
Börsenumsatzsteuer. Eine Wiedereinführung würde im Jahr 4 Mrd. Euro
erbringen, so die KA. Bei der Vermögensbesteuerung liegt Österreich
im EU-Vergleich auf einem der letzten Plätze - dies bedrohe
langfristig die Funktionsfähigkeit des Sozialstaates. Weiters
fordert die KA in dem Buch die Einführung einer
Finanztransaktionssteuer als einen "wichtigen Schritt zur Eindämmung
der Spekulationen auf den Finanzmärkten".

Mehr auf www.kathpress.at (ende) hkl/pwu/

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