• 03.08.2010, 12:15:03
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Heiße Phase für heimische Chemiewirtschaft - bis 1.12.2010 steht noch einiges bevor

Der 1. Dezember 2010 ist für Betriebe, die vom neuen EU-Chemikalienrecht REACH und CLP betroffen sind, ein wichtiges Datum - Umstellungen sind notwendig

Wien (OTS/PWK603) - Die Vorbereitungen auf das neue
EU-Chemikalienrecht in den österreichischen Betrieben sind im vollen
Gange und werden von der WKÖ und dem BMWFJ tatkräftig unterstützt. In
einem Workshop gaben Top-Experten den Unternehmen Hilfestellung fürs
Navigieren durch REACH. Die beiden europäischen Verordnungen REACH
(Chemikalienverordnung) und CLP (Verordnung über Einstufung,
Kennzeichnung und Verpackung von Chemikalien) bringen völlig neue
Vorschriften für den Umgang mit Chemikalien in der EU. "Die Bedeutung
beider Verordnungen für die europäische und damit auch für die
österreichische Chemieindustrie kann nicht hoch genug eingeschätzt
werden", sagte Sektionschef Herbert Preglau vom BMWFJ und stellte
weiter fest: "Beide Regelwerke stellen die europäische und
insbesondere die klein- und mittelständische Wirtschaft vor große,
noch nie dagewesene Herausforderungen."

Mit dem Datum 1. Dezember 2010 ist eine doppelte Herausforderung
verbunden: Alle Stoffe, die in Mengen über 1.000 Tonnen pro Jahr
hergestellt oder importiert werden, und bestimmte gefährlichen Stoffe
müssen bei der neuen europäischen Chemikalienbehörde (ECHA)
registriert werden. Gleichzeitig müssen erstmals Stoffe auch in ein
Verzeichnis nach der CLP-Verordnung gemeldet werden. Seit dem
Inkrafttreten von REACH vor drei Jahren hat die WKÖ eine Palette
maßgeschneiderter Servicehilfen für Hersteller, Importeure, Händler
und Anwender von Chemikalien entwickelt. "Erfreulicherweise ist der
Informationsstand der Wirtschaft in Österreich vergleichsweise sehr
gut, wir hoffen, dass die österreichischen Wirtschaft gut vorbereitet
ist, um die Herausforderungen zu meistern", sagte Stephan Schwarzer,
Abteilungsleiter der umweltpolitischen Abteilung der WKÖ. "Wir wollen
dazu beitragen, dass auch die zahlreichen mittelständischen
Chemiebetriebe die Operation REACH unbeschädigt überstehen oder sogar
gestärkt daraus hervorgehen."

In seinem Beitrag über die CLP-Verordnung betonte Christian
Gründling, Experte für Chemikalienrecht im Fachverband der chemischen
Industrie der WKÖ, dass "auch die kleinsten Betriebe, die z.B. einen
Kleber aus der Schweiz importieren, von einer Meldepflicht in das
neue CLP-Verzeichnis betroffen sein können". Eine noch größere
Herausforderung ist die Erarbeitung eines Registrierungsdossiers nach
REACH. Wenn alles glatt geht, dauert die Erarbeitung eines solchen
zumindest sechs Monate. In der Praxis ist aber die Vorbereitungszeit
oft auch länger als ein Jahr, denn "wir lernen jeden Tag etwas dazu,
die Materie ist einfach unvorstellbar komplex", so Susanne Gfatter,
REACH-Expertin der Borealis Polyolefine GmbH in ihrem Vortrag über
praktische Aspekte bei der Erstellung eines Dossiers.

Gerade für Betriebe, die Chemikalien in kleinen Mengen
herstellen, ist REACH besonders aufwändig, da hier der Prüfaufwand im
Vergleich zu international agierenden Unternehmen besonders stark ins
Gewicht fällt. "Die Erstellung eines Registrierungsdossiers ist auch
deshalb so mühsam, weil wesentliche Hilfsmittel zur Erstellung von
Dossiers wie z.B. CHESAR nicht rechtzeitig verfügbar sind",
kritisierte Volker Soballa von der Evonik Degussa GmbH in seinem
Vortrag über die Beurteilung von Stoffen.

In seinem abschließenden Vortrag verwies REACH-Experte Hartmut
Scheidmann, Rechtsanwalt in der Kanzlei Redeker Sellner Dahs, die
Bedeutung von Fairness und Transparenz bei der Teilung von Kosten für
Prüfdaten. "Das sind nicht nur leere Worthüllen, dahinter verbergen
sich vielmehr echte Rechte und Pflichten der REACH-Betroffenen." hob
er hervor.

Informationen zu REACH, CLP oder neuen Veranstaltungen finden Sie
unter: www.wko.at/reach (BS)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik
DI Dr. Marko Susnik
T: 05 90 900- 4393
E: [email protected]

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