• 31.07.2010, 09:37:36
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BZÖ-Dolinschek: Auch ÖBB und Kammern stellen zu wenig Behinderte ein

Wien (OTS) - "Die Nichterfüllung der
Behinderten-Einstellungspflicht ist eine Schande", so
BZÖ-Behindertensprecher Sigisbert Dolinschek. Laut dem
Behinderteneinstellungsgesetzes muss pro 25 Bediensteten ein
Behinderter angestellt werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit,
sich "freizukaufen". Das BZÖ hat in einer parlamentarischen Anfrage
an Sozialminister Rudolf Hundstorfer die Erfüllung der
Einstellungspflicht von Kammern und staatlichen Betrieben im Jahre
2008 erfragt. Die vom Ministerium übermittelten Beschäftigungszahlen
sind teilweise schockierend: So erfüllt beispielsweise die
Wirtschaftskammer Österreich die gesetzlich vorgeschriebene Quote um
53 Prozent nicht, wobei die Kammern in Tirol und Salzburg um rund 70
Prozent zu wenig Behinderte einstellen. Ärztekammer, die Kammer der
Wirtschaftstreuhänder oder die Rechtsanwaltskammer erfüllen die Quote
um 100 Prozent nicht, haben also keinen einzigen behinderten
Arbeitnehmer. Bei den ÖBB gibt es Unterschreitungen bis zu 78
Prozent, beispielsweise bei der Traktion GmbH. Aber auch
Institutionen wie die Arbeiterkammern Salzburg und Vorarlberg kommen
ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht nach.

Dolinschek fordert die hundertprozentige Erfüllung des
Behinderteneinstellungsgesetzes. "Hier werden Menschen die es im
Leben schon schwer genug haben, zusätzliche Hürden aufgebaut. Das
Ziel des Gesetzes ist es, Behinderte ins Arbeitsleben zu integrieren
und nicht, sich wie beispielsweise die Wirtschaftskammer, mit Geld
aus Zwangsbeiträgen freizukaufen. Gerade behinderte Mitbürger haben
sowieso schon ein viel höheres Risiko arbeitslos zu werden. Das BZÖ
fordert von der Bundesregierung eine Beschäftigungsoffensive für
Behinderte und die Durchsetzung der Einstellungsverpflichtung gerade
im staatlichen oder halbstaatlichen Bereich. Gerade der öffentliche
Bereich muss hier eine Vorbildfunktion einnehmen. Oft werden auch
behinderte Arbeitnehmer im Vorfeld krass unterschätzt. Gerade
Menschen mit Behinderungen machen oft Handicaps durch doppelten
Einsatz wieder wett und sind wertvolle, produktive Mitarbeiter in
einem Unternehmen", so Dolinschek.

Service: Die komplette Anfragebeantwortung mit detaillierten Zahlen
und Grafiken finden sie unter:
http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIV/AB/AB_04129/fnameorig_180234.ht
ml

Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ

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