Wien (OTS) - "Stellen Sie sich vor es gibt ein Gesetz, aber
ausgerechnet jene Unternehmen, die in öffentlichem Eigentum stehen,
halten sich nicht daran! Bei Wiener Linien und ÖBB geschieht genau
das seit mittlerweile 2 Jahren täglich bei den Senioren-Ermäßigungen.
Wenn also das hoch bezahlte Management seit zwei Jahren kein
Ohrwaschl rührt, müssen nun Bürgermeister Häupl und Bundesministerin
Bures endlich aktiv werden", fordert Ingrid Korosec,
Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und
Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, im Zuge ihrer heutigen
Pressenkonferenz.
Zu den Hintergründen: Am 1. August 2008 (!) wurde eine
EU-Verordnung in österreichisches Recht übernommen, wonach Frauen und
Männer beim Zugang zu Dienstleistungen gleich behandelt werden
müssen.
"Wenn also Frauen die Senioren-Ermäßigung ab 60 erhalten, Männer
jedoch erst ab 65 so ist dies eine gesetzwidrige Diskriminierung
aufgrund des Geschlechts! Das hat auch die
Gleichbehandlungskommission schon im Jänner 2009 festgestellt und im
Falle der Wiener Linien die Volksanwaltschaft in ihrem aktuellen
Bericht bestätigt. Doch die Verantwortlichen liegen auch exakt zwei
Jahre nach in Kraft treten des Gesetzes noch immer im Tiefschlaf",
erklärt Korosec weiter, die als Landesvorsitzende des Wiener
Seniorenbund dazu bereits Klage gegen die Wiener Linien eingereicht
hat.
Bei den ÖBB können Frauen ab 60 und Männer ab 65 die VorteilsCard
Senior um 26,90 Euro erwerben, die zu diversen Ermäßigungen
berechtigt. Damit zahlen sie 72,10 Euro weniger als man für die
VorteilsCard Classic zahlen würde.
"Diese Differenz von 72,10 Euro pro VorteilsCard Senior wird den
ÖBB vom Infrastruktur-Ministerium rückerstattet! Was grundsätzlich
eine sehr gute Unterstützung für die Seniorinnen und Senioren wäre,
ist allerdings eine äußerst fragwürdige Sache, solange die
Bestimmungen zum Erhalt der Senioren-Ermäßigung gegen geltendes Recht
verstoßen", so Korosec weiter.
Abschließend hält Korosec die Forderungen des Seniorenbundes fest:
"Eigentümervertreter Häupl und Bures müssen in ihrem Aufgabenbereich
jetzt endlich aktiv werden. Eine Senioren-Ermäßigung muss fortan
jede/r erhalten, der eine Pension bezieht oder ein bestimmtes (für
Männer und Frauen gleiches) Alter erreicht hat. Und langfristig
müssen überhaupt alle Öffis für Menschen über 70 gratis sein!"
Die umfassenden Unterlagen zur heutigen Pressekonferenz finden Sie
auf www.seniorenbund.at !
Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund
Susanne Kofler, Mobil: 0650-581-78-82, skofler@seniorenbund.at
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