• 29.07.2010, 13:37:47
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FP-Matiasek: Fiaker in Wien - dringender Handlungsbedarf für die Stadt!

Konzessionsvergabestopp und Änderungen im Fiakergesetz gefordert

Wien (OTS/fpd) - Im Zuge einer Pressekonferenz zum Thema Fiaker in
Wien hält die Tierschutzsprecherin der FPÖ-Wien, LAbg. Veronika
Matiasek heute erneut mit Nachdruck fest, dass in diesem Bereich
dringender Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen vorliege. Auch die
kürzlich veröffentlichte Studie der Stadtpsychologin Ehmayer würde
kein gutes Bild des Wiener Fiakerwesens zeichnen. In diesem
Zusammenhang seien vor allem Änderungen im Fiakergesetz unerlässlich.

Utl.: Behördendschungel im Rathaus

Die Wiener Fiaker seien einem dichten Behördendschungel ausgesetzt.
Gleich mehrere Stadträte und Magistratsabteilungen sind für ihre
Belange zuständig. Hier wäre ein direkter Ansprechpartner für die
Unternehmer seitens der Stadt notwendig. Dazu gehören noch
spezialisierte Juristen, Amtstierärzte und vor allem auch
Kutschenexperten, die auch den historischen Wert der Gefährte
erkennen. Nicht zuletzt gebe es Probleme mit der Standesvertretung.
Derzeit seien die Fiaker bei den Taxiunternehmen angesiedelt. Die FPÖ
fordert eine eigene Vertretung in der Kammer.

Utl.: Schluss mit dem Verdrängungswettbewerb -
Konzessionsvergabestopp zum Schutz der Tiere

Bei den Fiakern in Wien herrsche derzeit ein regelrechter
Verdrängungswettbewerb. Der stete Druck und Konkurrenzkampf gehe vor
allem zu Lasten der Tiere. In Wien sei es leicht, einen Fiakerbetrieb
anzumelden. Lediglich eine Kutsche und zwei Pferde müssen
nachgewiesen werden. So kommen nun zu den bereits etablierten
Traditionsunternehmen immer mehr 1-Kutschen-Betriebe hinzu, welchen
ebenfalls jeweils eine Platzkarte zur Verfügung gestellt werden muss.
Diese Betriebe seien dann zumeist täglich von 9 bis 23 Uhr, sieben
Tage die Woche, das ganze Jahr über mit ein und demselben Gespann in
Wien unterwegs. Die Tiere würden ausgebeutet, denn Arbeitszeit und
Beanspruchung seien dadurch enorm. Die Zahl der Konzessionen müsse
also dringend reduziert werden, d.h. keine weitere Vergabe solange
nicht eine zurück gelegt oder eingezogen werde. Bei Verstößen gegen
das Tierschutzgesetz (Haltung, Stallungen, Gesundheitszustand der
Tiere) oder Verordnungen, die das ordnungsgemäße Fahren der Kutschen
betreffen (Alkohol!), ist die Konzession und Fahrerlaubnis sofort
einzuziehen, so Matiasek.

Utl.: FPÖ will wenige, aber gut geführte Fiakerbetriebe, auf die Wien
stolz sein kann

Ziel müsse sein, weniger, aber dafür gut geführte Unternehmen
zuzulassen. Dies seien in der Regel alteingesessene
Traditionsbetriebe, bei denen die Tiere quasi zur Familie gehören und
dementsprechend gut behandelt werden. Außerdem müssten die
Unternehmen eine gewisse Größenordnung und damit die Garantie auf
regelmäßigen Austausch der Pferde vorweisen können. Dafür seien
strengste Prüfungen notwendig. Pro Kutsche sollen künftig nicht mehr
nur zwei sondern mindestens vier Pferde zum Wechseln verpflichtend
sein. Es dürfe nicht länger zulässig sein, Tiere täglich im Einsatz
haben zu dürfen.

Utl.: "Sommerfrische" für die Pferde

Derzeit sei es verboten, die Tiere über die Wiener Landesgrenze zu
verbringen. Matiasek fordert in diesem Zusammenhang, jenes Gesetz
sofort abzuschaffen. Tatsächlich gebe es einige Unternehmer, die in
den benachbarten Bundesländern Weiden zur Verfügung haben. Würden sie
diese jedoch nützen, um ihren Fiakerpferden die extrem wichtige
Erholungsphase zu bieten, könnten sie derzeit dafür bestraft werden.
In Wien gebe es solche Flächen jedoch kaum. Hier müssen die
Fiakerpferde vor den "Amtsschimmel" kommen! Und ganz im Gegenteil,
verpflichtende "Erholungsphasen" auf großen, grünen Koppeln per
Gesetz erlassen werden.

Utl.: Standplätze optimieren

Auch die Standplätze müssten weiter optimiert werden. Neben genügend
Wasser sollten auch überall ausreichend Schattenplätze zur Verfügung
stehen. Vor allem "natürlicher" Schatten sei leicht und kostengünstig
durch Pflanzen - mobile Pergolen usw. zu schaffen. Auch eine Art
Sprühregen zur Abkühlung sollte zum Wohle der Tiere an besonders
heißen Tagen angedacht werden.

Utl.: "Kulturgut" Fiaker

Der Fiaker müsse eine geschützte Institution werden. Bedingung dafür
sei, dass schwarze Schafe sofort aussortiert werden und nur beste
Unternehmen bestehen bleiben dürften. Diese sollten mit einem
Gütesiegel versehen und in der gesamten Tourismus-, Kongress- und
Wien-Information veröffentlicht werden. Um den Unternehmern neue
Möglichkeiten zu bieten, sollten sie verstärkt bei
Großveranstaltungen (z.B. Fête Impériale) als Zubringerdienst der
Gäste eingesetzt, mehr in die Wien-Werbung eingebunden werden und in
Zukunft auch die großen Wiener Grünflächen befahren.

Ziel müsse sein, die Tradition zu erhalten, den Tierschutz zu
verbessern und die qualitativ hochwertigen, gut geführten Unternehmen
zu unterstützen. Das heißt nicht nur das derzeit angeschlagene Image
zu verbessern, sondern wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen, die die
Zukunft des Wiener Fiakers garantieren, fordert Matiasek
abschließend. (Schluss) hn

Rückfragehinweis:
Klub der Freiheitlichen, Pressestelle
Tel.: (01) 4000 / 81 798

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