Offener Brief zu den Verhaftungen von Studierenden

Angehörige der Akademie der bildenden Künste Wien bezeichnen Vorgehen von Polizei und Justiz als völlig unverhältnismäßig

Wien (OTS) - Am 6. Juli 2010 kam es zu Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen in drei Wohngemeinschaften und einem Vereinslokal durch Polizei und WEGA. Drei Studierende der Akademie der bildenden Künste Wien wurden im Zuge dessen verhaftet.

Sie werden beschuldigt, zwei Mülltonnen vor dem AMS in der Wiener Redergasse in der Nacht auf den 27. Juni angezündet zu haben. Am 20. Juli 2010 wurde eine vierte Person verhaftet. Über die Personen wurde Untersuchungshaft verhängt; sie werden in der Justizanstalt Josefstadt festgehalten.

Wir protestieren gegen das Vorgehen von Polizei und Justiz in diesem Fall. Wir verurteilen zum Einen die Brutalität bei den Hausdurchsuchungen: Die betreffenden Wohnungen wurden von der Polizei regelrecht verwüstet, Türen eingetreten, Arbeitsmaterialien auch von nicht beschuldigten Personen entwendet und beschlagnahmt.

Zum Anderen verurteilen wir die Verhängung der Untersuchungshaft, die bereits mehr als 3 Wochen andauert, als eine völlig unverhältnismäßige Maßnahme. Es erscheint uns gänzlich unangemessen, dass der Verdacht zwei Mülltonnen angezündet zu haben, es legitimieren soll, Personen wochenlang in Haft zu sperren.

Wir fordern die sofortige Freilassung unserer Kolleginnen und Kollegen aus der Untersuchungshaft.

Akademie der bildenden Künste Wien:

Dillemuth Stephan, Mitglied des Universitätsrats
Grzinic Marina, Professorin für Bildende Kunst
Krameritsch Jakob, Vorsitzender des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen
Pfingstl Martina, Vorsitzende des Senats
Sieverding Katharina, Mitglied des Universitätsrats
Spiegl Andreas, Vizerektor für Lehre und Forschung
Stessl Renè, Vorsitzender der Hochschüler_innenschaft
Von Samsonow Elisabeth, Professorin für Kunstanthropologie

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Nadine Lemke
Mobil: 068110345526, oehvorsitz@akbild.ac.at

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