- 29.07.2010, 10:38:06
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AKNÖ-Vizepräsident Wieser: Gebt der Jugend eine Chance!
Die Wirtschaft muss ihre Ausbildungs-Verantwortung wahrnehmen.
Wien (OTS/AKNÖ) - Hohe Jugendarbeitslosigkeit, immer weniger
Lehrstellen in den Betrieben und über 4.800 Jugendliche in
Schulungsmaßnahmen des AMS - das ist derzeit die Lage in
Niederösterreich. Gleichzeitig ist in der Wirtschaft gerade im Zuge
der aktuellen Debatte um die Zuwanderung der Ruf nach ausländischen
Fachkräften zu hören. "Die Unternehmen dürfen sich nicht aus ihrer
Verantwortung stehlen. Die Wirtschaft muss ihre Aufgaben wahrnehmen,
der Jugend eine Chance geben und mehr heimische Fachkräfte
ausbilden", fordert deshalb AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser.
Tatsächlich ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in
Niederösterreich im Juni 2010 zum zwanzigsten Mal in Folge gestiegen.
Gegenwärtig sind in Niederösterreich über 6.500 Jugendliche auf
Arbeits- oder Lehrstellensuche. Mehr als 4.800 befinden sich in
Schulungsmaßnahmen des AMS. "Es ist deshalb absolut notwendig die
Jugendlichen gut auszubilden und sie in den Arbeitsmarkt
einzugliedern. Wenn in einigen Branchen ein Mangel an gut
ausgebildeten Fachkräften vorhanden oder absehbar ist, dann sollten
wir den jungen niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen eine Chance
geben. Aber auf Kosten der heimischen Jugendlichen und
FacharbeiterInnen billigere ausländische Arbeitskräfte einzufordern,
statt selbst welche auszubilden, kann nicht die einzige Lösung sein,
die die Wirtschaft anzubieten hat. Noch dazu wo bekannt ist, dass
bisher nicht einmal die aktuellen Quoten für ausländische
Schlüsselkräfte voll ausgenutzt wurden", so Wieser.
Lehrstellenlücke wird nicht kleiner
Niederösterreich hat derzeit die zweitgrößte Lehrstellenlücke aller
Bundesländer. Für Markus Wieser ist es deshalb wichtig, dass wieder
mehr Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen und Lehrlinge
ausbilden. Das scheint aber momentan nicht der Fall zu sein. Die
Lehrstellenlücke in Niederösterreich wurde im Juni im Jahresvergleich
wieder größer und liegt derzeit bei einem Minus von 559 benötigten
Lehrstellen. Rechnet man die Jugendlichen in überbetrieblichen
Lehrwerkstätten und JASG-Maßnahmen hinzu, so fehlen in den
niederösterreichischen Betrieben sogar über 2000 Lehrstellen.
Wieser für Sozialpartnergipfel
Alarmierend ist für Wieser nicht nur die aktuelle Lehrstellenlücke,
sondern auch die Tatsache, dass gegenwärtig "lediglich 29 Prozent der
PflichtschulabgängerInnen sich für eine Lehre entscheiden." "Dies
sollte der Wirtschaft auch zu denken geben", so Wieser. Er fordert
daher einen Sozialpartnergipfel, wo gemeinsam mit den
Verantwortlichen aus dem Pflichtschulbereich die aktuelle und
zukünftige Entwicklung erörtert wird und gemeinsame Lösungen zur
Sicherung der Lehre und Facharbeiterausbildung erarbeitet werden. Vor
allem die Pflichtschulen sind nach Ansicht von Markus Wieser "der
Schlüssel für die künftige Zahl der Lehrlinge und qualifizierten
FacharbeiterInnen von morgen, da sie eine große Verantwortung im
Hinblick auf die Berufswahl der Jugendlichen tragen. Hier ist
besonders im Bereich der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung
noch ein großer Aufholbedarf gegeben."
Rückfragehinweis:
Mag. Jugoslav Krminac Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich Abteilung Öffentlichkeitsarbeit Windmühlgasse 28, A-1060 Wien Tel.: +43 1 58883-1263 E-Mail: [email protected]
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