Wien (OTS) - Es ist erfreulich, dass beide Regierungsparteien den
Mut aufgebracht haben, die Wahrheit auszusprechen: Dass Österreich
wegen der steigenden Lebenserwartung und der geringen Geburtenrate
ohne qualifizierte Zuwanderer wirtschaftlich nicht überleben kann.
Natürlich wissen das auch die Spitzen von FPÖ und BZÖ, sofern sie
eins und eins zusammenzählen können, wovon wir ausgehen. Wenn die
Rechten dennoch reflexartig gegen "Massenzuwanderung" protestieren,
tun sie das politisch wohl kalkuliert. Sie spielen mit den Ängsten
vieler Österreicher, die nicht mehr Ausländer im Land haben wollen,
weil es mit denen, die schon hier sind, eine Reihe ungelöster
Probleme gibt.
Besonders betroffen sind die Nachkommen der Gastarbeiter. Da
klappt die Integration zu wenig. Vergleichsweise viele Jugendliche
schaffen bestenfalls einen Pflichtschulabschluss und finden nachher
keinen Job.
Daran sind natürlich nicht nur die jetzt und früher Regierenden
schuld. Sie haben aber zu wenig getan, um gegenzusteuern - etwa im
Schulsystem.
Wenn die Koalition künftig vermehrt neue, qualifizierte
Zuwanderer anwerben will, ist das gut. Sie darf aber nicht auf jene
vergessen, die schon hier sind.
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