• 27.07.2010, 11:39:50
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SPOÖ-Vorsitzender Ackerl: Beim Thema Zuwanderung zeigt sich erneut die Scheinheiligkeit der ÖVP

Gut integrierte und in Österreich ausgebildete Menschen werden abgeschoben, obwohl wir sie langfristig dringend brauchen

Linz (OTS) - Die Aussage einiger ÖVP-Politiker, 20.000 Zuwanderer
pro Jahr ins Land zu holen, grenzt an eine ziemliche
Scheinheiligkeit, findet der Landesparteivorsitzende der SPÖ
Oberösterreich, Josef Ackerl. "Einerseits wird bekräftigt, dass wir
die Zuwanderung brauchen um unser Pension- und Sozialsystem auch in
Zukunft finanzieren zu können, andererseits schiebt die
Innenministerin gut integrierte Familien ins Ausland ab, deren Kinder
hier eine gute Ausbildung machen könnten oder schon gemacht haben. Da
rühmt sich die eiserne Innenministerin, eine 18-jährige
Oberösterreicherin samt Familie endlich des Landes verwiesen zu haben
und gleichzeitig werden Regeln für Zuwanderer aufgestellt, welche
diese Abgeschobenen bestens erfüllen würden", ärgert sich Ackerl.

Ackerl: "Es ist ziemlich kurzsichtig, beim Thema Zuwanderung nur die
österreichische Situation zu betrachten und einen sogenannten
"Braindrain" zu fordern. Die Abwanderung von gut ausgebildeten,
jungen Menschen aus ihren Heimatländern bringt auch Probleme für den
Aufbau und die Weiterentwicklung derer Volkswirtschaften mit sich.
Wenn Spindelegger davon spricht, vor allem Leute aus Südosteuropa zu
holen, dann muss er auch hinzufügen, dass bereits jetzt viele
Menschen von dort nach Amerika oder Australien auswandern, weil sie
dort seit langem besser aufgenommen wurden als innerhalb Europas."
Wie viele Menschen aus Südosteuropa tatsächlich nach Österreich
geholt werden könnten, kann nicht seriös abgeschätzt werden. Europa
müsse sich jetzt darauf konzentrieren, dass der Zugang zu einer guten
Ausbildung in diesen Ländern noch weiter verbessert wird.

Auch die Feststellung, dass die Zuwanderung die einzige Lösung für
die Sicherung der Altenpflege und des Pensionssystems sei, ist für
Ackerl zu kurzsichtig. Seiner Meinung nach ist hier eine Änderung der
bestehenden Rahmenbedingungen notwendig. Er fordert Initiativen für
ein besseres Image der Altenbetreuung und einer besseren Bezahlung
für das in der Altenpflege tätige Personal. "Bei den Pensionen sehe
ich längerfristig die Notwendigkeit, die Finanzierung im
Umlageverfahren nicht auf die Zahl der Beschäftigten zu
konzentrieren, sondern an der tatsächlichen Wertschöpfung zu
orientieren", so Ackerl abschließend.

Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich, Medienservice
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
mailto:[email protected]

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