• 26.07.2010, 12:20:10
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Wirtschaftskammer begrüßt Forderung Spindeleggers nach aktiver Zuwanderungspolitik

Demographie erfordert stärkeren Fokus auf qualifizierte Zuwanderung

Wien (OTS/PWK588) - Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
bewertet den Vorstoß von Außenminister Michael Spindelegger,
Zuwanderungspolitik nicht dem Zufall zu überlassen, sondern aktiv zu
betreiben, als sehr positiv. "Um die demographischen
Herausforderungen bewältigen zu können, muss Österreich von einer
defensiven zu einer pro-aktiven Zuwanderungspolitik übergehen. Ohne
Zuwanderung gäbe es bereits bis zum Jahr 2025 um ein Viertel weniger
Menschen zwischen 20 und 24 Jahren", so die Beauftragte für Migration
und Integration der WKÖ, Margit Kreuzhuber. Dies würde zu einem
Mangel an jüngeren und qualifizierten Arbeitskräften führen, was sich
in weiterer Folge auch auf das Sozialsystem, insbesondere die
Pensionen, auswirken würde.

Da Änderungen in der Zuwanderungspolitik nicht sofort greifen, sei
jetzt die richtige Zeit für Weichenstellungen im Bereich Migration,
damit bei einem wirtschaftlichen Aufschwung die Unternehmen
nachhaltig mit geeigneten Arbeitskräften versorgt werden können. Auch
in schwierigen Zeiten reagiert der österreichische Arbeitsmarkt
dynamisch. So wurden dem AMS trotz Wirtschaftskrise im vergangenen
Jahr 345.158 offene Stellen gemeldet und damit bloß 10% weniger als
2008. Einen verstärkten Bedarf nach Arbeitskräften gibt es derzeit in
den Gesundheitsberufen, im Tourismus, in den klassischen
Handwerksberufen sowie im Bildungswesen. Nach der Krise wird darüber
hinaus vor allem im Bereich Technik, insbesondere Maschinenbau,
Werkstoffwissenschaften, Elektrotechnik, Metallurgie und
Verfahrenstechnik und Mechatronik sowie an der Schnittstelle
Wirtschaft und Technik (Wirtschaftsingenieurswesen, Controlling
etc.), eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften erwartet.

Derzeit wandern international mobile, gut ausgebildete
Arbeitskräfte an Österreich und Europa vorbei in Länder wie
Australien, Kanada oder USA. Österreich ist beim Qualifikationsniveau
der Zugewanderten innerhalb der OECD an letzter Stelle. Die WKÖ hat
gemeinsam mit der Industriellenvereinigung und der Internationalen
Organisation für Migration einen Vorschlag für ein
zukunftsorientiertes Migrationsmodell entwickelt, um Österreich als
attraktives Zielland für gut qualifizierte Zuwandernde zu
positionieren. "Dabei geht es uns nicht um mehr, sondern um
qualifizierte Zuwanderung. Ziel ist, dass jene mit den richtigen
Qualifikationen und Fähigkeiten zu uns kommen", führt Kreuzhuber aus.
Auch das Regierungsprogramm sieht in Form der Rot-Weiß-Rot-Card die
Etablierung eines kriteriengeleiteten Zuwanderungsmodells vor, dieses
Vorhaben solle möglichst rasch umgesetzt werden.

Neben einer aktiven Migrationspolitik bedarf es umfassender
Aktivitäten im Bereich Integration, damit auch die bereits in
Österreich lebenden Menschen mit Migrationshintergrund besser in den
Arbeitsmarkt eingegliedert werden können. Das im deutschsprachigen
Raum einzigartige Projekt "Mentoring für MigrantInnen"
(wko.at/mentoring) von WKÖ, Österreichischem Integrationsfonds und
AMS unterstützt durch MentorInnen aus der Wirtschaft qualifizierte
Menschen mit Migrationshintergrund bei der Arbeitsmarkteingliederung.
(RH)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Mag. Margit Kreuzhuber
Tel.: T:(+43) 0590 900-4532, F:(+43) 0590 900-3588
mailto:[email protected]
http://wko.at/sp

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