- 22.07.2010, 11:45:30
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AUGE/UG zu Herausforderung Burn-Out: "Es braucht Maßnahmen in Betrieben UND leistbare Psychotherapieangebote für Betroffene!"
Individuelle und strukturelle Ebenen nicht gegeneinander ausspielen!
Wien (OTS) - "Ausnahmsweise haben einmal beide
Koalitionsparteien recht, auch wenn es ihnen nicht bewusst ist: Als
Antwort auf die Zunahme von Burn-Out braucht es sowohl Maßnahmen in
den Betrieben - also eine Humanisierung der Arbeitswelt - als auch
leistbare Psychotherapieangebote für die Betroffenen", so Klaudia
Paiha Bundessprecherin der AUGE/UG - Alternative und Grüne
GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen und Christian
Krall, promovierter Philosoph und ausgebildeter Sozialarbeiter,
Initiator und Verfasser der AUGE/UG-Broschüre "Stopp Burn-Out" die
seit dem Jahr 2007 in mehreren Auflagen eine österreichweite
Gesamtauflage von 33.500 Stück erreicht hat.
Klaudia Paiha weiter: "Strukturelle Ursachen und die persönliche
Ebene bei psychischen Problemen am Arbeitsplatz dürfen nicht
gegeneinander ausgespielt werden. Das wäre zynisch und dumm. Damit
ist niemandem geholfen." Was zusätzlich in den Blick genommen werden
müsse, so Krall, seien die objektiv begründete Angst um den
Arbeitsplatz und die nach wie vor völlig unzureichende soziale
Absicherung: "Arbeitsplatzverlust in Folge psychisch bedingter langer
Krankenstände kann leider noch immer sehr schnell zu einem massiven
sozialen Abstieg und Existenzproblemen führen. Genau solche
begründeten Sorgen sind aber das Letzte, was Menschen brauchen
können, die in einem Burn-Out sind. Ganz wichtig wäre das
gegenteilige Signal, dass man den Leuten sagt, wir geben dir Zeit um
gesund zu werden, und in dieser Zeit passiert dir garantiert nichts -
und wir fühlen uns auch mitverantwortlich dafür, wie es danach weiter
gehen soll!"
Rechtsanspruch auf berufliche Auszeiten und Arbeitszeitverkürzung
Es brauche daher dringend einen Rechtsanspruch auf berufliche
Auszeiten im Falle von Burn-Out oder zur Burn-Out Prävention sowie
Schritte in Richtung Arbeitszeitverkürzung: "Prinzipiell muss es die
Diskussion um eine Verkürzung der Arbeitszeit auch vor dem
Hintergrund steigender Burn-Out-Raten geben. Es braucht ausreichen
Erholungs- und Regenerationsphasen. Wenn die Arbeit das Leben
auffrisst - und das ist die Arbeitsrealität zahlreicher
ArbeitnehmerInnen, die selbst in Krisenzeiten Überstunden ohne Ende
oder Mehrarbeit leisten müssen - darf die zunehmende Erschöpfung bis
hin zum Burn-Out nicht verwundern."
Neue Unternehmeskultur gefragt
Die bedrohliche Zunahme von Burn-Out sage auch einiges über den
Zustand der Gesellschaft und der Unternehmenskultur aus, so die
alternativen GewerkschafterInnen: "In den Unternehmen und
Institutionen fehlt es an einer Kultur, in der die Menschen
wahrgenommen und Ernst genommen werden und ihre Fähigkeiten und ihr
Einsatz anerkannt werden. Im Gegenteil: Systematische Demotivierung
steht auf dem Programm, bedingt durch falsches Führungsverhalten,
Ignoranz und Bürokratismus. Auf der anderen Seite erleben wir
rundherum einen wahnsinnigen Zwang zum vorzeigbaren Erfolg, zu diesem
Mach-etwas-aus-dir und zum Prestige - auch da läuft sich etwas heiß,
in einer unseligen Verschränkung von gesellschaftlichem und
persönlichem Druck," schließt Krall.
Rückfragehinweis:
Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG,
Tel: 0664/614 50 14
Internet: www.auge.or.at
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