• 22.07.2010, 11:41:33
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AIDS: Ärzte fordern mehr Aufklärungsunterricht an Österreichs Schulen

Über Gefahren vor Ansteckung mit HIV muss bereits im Unterricht informiert werden - Verharmlosung von AIDS ein "seuchenpolitisches Risiko"

Wien (OTS) - Anlässlich der Internationalen AIDS Konferenz fordert
die Ärztekammer erneut ein klares politisches Bekenntnis zu mehr
Prävention in Österreich, "im Besonderen zur Forcierung von Sexual-
und Aufklärungsunterricht in den Schulen". Besonders junge Menschen
müssten über die Gefahren einer Ansteckung mit HIV ausreichend
informiert und aufgeklärt werden", betonte der Präsident der Wiener
und der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner. ****

Noch immer nehmen die Themen Emotion, Geschlechtskrankheiten und
Verhütung im Sexualunterricht an Österreichs Schulen zu wenig Platz
ein. Im Sinne eines umfassenden medizinischen Präventionsgedankens
sollten jedoch auch diese, gerade für Jugendliche wichtigen, Themen,
umfassend behandelt werden, ist Dorner überzeugt. Dass HIV/AIDS noch
immer eine tödliche Krankheit sei, wüssten zwar viele Schülerinnen
und Schüler. Und auch das Wissen über die häufigsten Übertragungswege
sei sehr gut. Allerdings lasse die praktische Umsetzung "gewaltig zu
wünschen übrig". Risikobewusstsein und konkretes Handeln stünden
damit im Widerspruch zum Wissen der Jugendlichen.

In diesem Zusammenhang teilt Dorner auch allen Tendenzen eine
Absage, AIDS als übertragbare unheilbare und zum Tod führende
Krankheit zu leugnen oder gar in Abrede zu stellen. Dies stehe in
krassem Widerspruch zur evidenzbasierten Medizin, der alle Ärztinnen
und Ärzten per Gesetz verpflichtet sind.

"Mit solchen Meldungen, die leider auch vereinzelt von
fehlgeleiteten Medizinern kommen, erzeugt man ein seuchenpolitisches
Risiko", meint Dorner. Die Folge wären Fälle wie jener gerade medial
berichtete, der ein unschuldiges Kind sein gesundes Leben gekostet
habe. Man unterminiere damit "in sträflicher Weise" das Bewusstsein
der Menschen hinsichtlich der realen Gefahren, die von HIV/AIDS
ausgingen, "etwas, das die ärztliche Gemeinschaft auf Dauer auch
nicht dulden wird". (kmc)

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at

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