- 21.07.2010, 15:42:10
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Wlodkowski: Österreichs Agrarpolitik EU-weit als Modell anerkannt
5. Platz EU-weit: 399 österreichische GAP-Beiträge im Internet eingereicht
Wien (OTS) - "Österreichs Agrarpolitik ist in Brüssel und bei
vielen Mitgliedstaaten breit akzeptiert und als modernes,
zukunftsfähiges Programm anerkannt. Wir verlangen daher für die
Periode 2014 bis 2020 Stabilität in der Planung, den Erhalt der zwei
Säulen der Agrarpolitik mit ausreichender finanzieller Ausstattung
zur Sicherung der bäuerlichen Einkommen und die Fortführung der
wichtigsten Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung. Weiters fordern wir
ein Mindestsicherungsnetz am Markt gegen zu starke Preisausschläge.
Das hilft nicht nur den Bauern, sondern der gesamten
Verarbeitungswirtschaft und beugt den Schwankungen der
Verbraucherpreise besser vor als wissenschaftliche Untersuchungen
über die Krise der letzten drei Jahre. Die Landwirtschaft respektiert
die Wünsche nach mehr 'öffentlichen Gütern', doch bleibt die
Grundlage für alle multifunktionalen Leistungen stets eine
produzierende Landwirtschaft", stellte Gerhard Wlodkowski, Präsident
der LK Österreich, im Rahmen der zweitägigen EU-Arbeitstagung über
die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) fest.
An der Spitze der österreichischen Vertreter nahm Wlodkowski an
der mit knapp 600 Teilnehmern aus mehreren Generaldirektionen,
Ministerien aller EU-Mitgliedstaaten, der EU-Landwirte-Vertretung,
dem Kreis der Wirtschaftsbeteiligten und aus dutzenden
Nicht-Regierungs-Organisationen besetzten Veranstaltung teil. Die
Tagung stellte den großen öffentlichen Auftakt für das
Optionen-Papier der Europäischen Kommission dar, das für November
2010 erwartet wird und das die Basis für die grundlegende Ausrichtung
der EU-Agrarpolitik zwischen 2014 und 2020 liefern soll.
399 Beiträge aus Österreich
"399 österreichische Beiträge in der Internet-Anhörung im Vorfeld
dieser Veranstaltung, was den fünften Platz unter allen 27 EU-Staaten
und einigen Drittländern bedeutet, zeigen, dass Österreichs
Bäuerinnen und Bauern ein weit überdurchschnittliches Interesse an
der Mitgestaltung der zukünftigen Agrarpolitik haben", so Wlodkowski
weiter, der sich darüber erfreut zeigte, dass sich
"EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos und sein Team zwei Tage
Zeit zur Diskussion der Zukunftsfragen der GAP genommen haben".
Vorbild Ländliche Entwicklung
"Im Programm Ländliche Entwicklung bieten wir heute schon vieles
von dem, was Vertreter des Naturschutzes oder aus dem Umweltbereich
für die Umgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik in der nächsten
Periode fordern. Wir wehren uns daher gegen eine völlige
Neugestaltung der EU-Agrarpolitik, weil das unsere bisherigen
Maßnahmen in Frage stellen würde", so Wlodkowski weiter, der mit
Vertretern der EU-Landbesitzer die eben wieder aufgenommenen
Mercosur-Verhandlungen in aller Deutlichkeit kritisierte: "Wir warnen
davor, dass die EU alle ihre Agrarmärkte für Südamerika öffnet und im
Gegenzug dafür fast nichts bekommt. So wird die EU-Landwirtschaft zu
den Hauptverlierern gehören."
Bevölkerung schätzt Bauern
Europas Landwirte liegen in der Eurobarometer-Umfrage vom Frühjahr
2010 im öffentlichen Ansehen im Vergleich zu anderen Themenbereichen
sehr gut. Nach Forschung und Entwicklung nimmt das Bekenntnis zur
Förderung einer umweltgerechten Landwirtschaft den zweiten und
dritten Platz in dieser EU-weiten Umfrage ein.
Sorgen bereitet den Agrarverantwortlichen jedoch eine Reihe von
Fakten. So sind EU-weit nur rund 8% aller Landwirte unter 35 Jahre
alt, ein Drittel wiederum zählt über 65 Lenze und wirtschaftet noch
auf den Höfen. Das EU-Handelsdefizit bei landwirtschaftlichen
Produkten und Lebensmitteln ist im Jahr 2000 zudem von rund EUR 10
Mrd. auf rund EUR 19 Mrd. im Jahr 2009 angestiegen. Die
EU-Landwirtschaft und der verarbeitende Sektor sind unionsweit
gemeinsam der größte Wirtschaftssektor. Weiters hängen zwei Drittel
der landwirtschaftlichen Einkommen in der EU mit dem europäischen
Agrarhaushalt zusammen und gleichzeitig liegen die Einkommen der
EU-Landwirte nur bei der Hälfte außerlandwirtschaftlicher Einkommen.
Die Europäische Union ist global gesehen der größte Importeur und
Exporteur von Agrarrohstoffen und verarbeiteten Lebensmitteln und
dies nahezu unter Verzicht auf Ausfuhrerstattungen.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Dr. Josef Siffert
Tel.: +43/1/53441-8521
mailto: [email protected]
www.lk-oe.at
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